Mit dem in dieser Woche angekündigten MacBook Neo (Amazon-Werbepartnerlink*) hat Apple einen weiteren Meilenstein in der inzwischen 42jährigen Geschichte der Plattform gesetzt: Es handelt sich beim MacBook Neo um den bislang günstigsten mobilen Mac. Natürlich gibt es aufgrund des niedrigen Preises diverse Kompromisse und Einschränkungen, die aber nicht darüber hinwegtäuschen können, dass es sich beim MacBook Neo um einen vollwertigen macOS-Laptop handelt. Wir haben weitere Informationen zum MacBook Neo zusammengetragen
• Mit 599 US-Dollar ist das MacBook Neo der günstigste mobile Mac in der Geschichte des Apfelrechners. Zuvor hatte diesen Titel das 11-Zoll-MacBook-Air aus dem Jahr 2014 inne, das 899 US-Dollar kostete. Für den Bildungsbereich bietet Apple das MacBook Neo sogar für nur 499 US-Dollar an.
• Die Zielgruppe des MacBook Neo ist klar umrissen: Anwender, die nicht die Leistungsfähigkeit eines M4 oder M5 benötigen, sondern denen ein einfacher mobiler Rechner für die klassischen Brot-und-Butter-Anwendungen genügt: Web-Browser, E-Mail und Kalender, klassische Office-Arbeiten (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation & Co.), Videostreaming, Musik- und Podcasts-Wiedergabe, einfache Grafik- und Videobearbeitung, Bildverwaltung, Videokonferenzen und Messaging usw. - für diese Einsatzgebiete sind der Prozessor A18 Pro mitsamt 8 GB Arbeitsspeicher ausreichend.
• Wer etwas Geduld hat, wird das MacBook Neo hierzulande für unter 600 Euro ergattern können. Sobald eine breite Verfügbarkeit des Geräts im Fachhandel gegeben ist, beginnt der obligatorische Preiskampf unter den Anbietern. Die Rabatte auf Apple-Neuware im Fachhandel betragen in der Regel 10 bis 15 Prozent, in der Spitze sind es gerne auch mal mehr. Ein MacBook Neo für 599 Euro dürfte daher bis zum Sommer Realität werden (punktuell geht es vielleicht auch noch etwas tiefer).
• Der A18 Pro im MacBook Neo verfügt nur über 5 GPU-Kerne. Beim iPhone 16 Pro (Max) ist der A18 Pro mit 6 GPU-Kernen ausgerüstet. Die Grafikleistung des MacBook Neo liegt damit in etwa auf dem Niveau eines M1 mit 7 GPU-Kernen.

Bild: Apple.
• Warum hat Apple das Gerät nicht einfach MacBook (wie frühere Modelle) benannt? Die Antwort von Apple-Produktmanagerin Colleen Novielli: "Wir wollten etwas, das Spaß macht, freundlich und frisch wirkt und wirklich zum Geist dieses Produkts passt."
• Das MacBook Neo kann zusätzlich zum internen Display einen externen Monitor mit bis zu 4K-Auflösung bei 60 Hz ansteuern. Doch auch das neue Studio Display ist mit dem MacBook Neo kompatibel: Dabei wird jedoch die Auflösung auf 4K bei 60 Hz reduziert.
• Warum hat der zweite USB-Port des MacBook Neo nur lahme USB-2.0-Geschwindigkeit? Dies hängt mit der Beschränkung des A18 Pro zusammen (A-Chips unterstützen serienmäßig nur einen USB-Port). Der Blogger John Gruber hat von Apple folgende Auskunft erhalten:
"Ich habe aus zuverlässiger Quelle von Apple-Produktmarketing-Mitarbeitern erfahren, dass es eine bedeutende technische Leistung ist, überhaupt einen zweiten USB-Anschluss im MacBook Neo unterzubringen, wenn man es auf dem A18 Pro SoC basiert. Und obwohl die Anschlüsse nicht beschriftet sind, erscheint eine Bildschirmmeldung, die Ihnen vorschlägt, das externe Display an den anderen Anschluss anzuschließen, wenn Sie es an den 'falschen' Anschluss anschließen. Dass dieser zweite USB-C-Anschluss USB 2.0 ist, ist nicht optimal, aber in Ordnung." In der Praxis heißt das, dass der USB-2.0-Port idealerweise für das Aufladen genutzt wird.
• Die Tastatur des MacBook Neo ist nicht beleuchtet, das Multi-Touch-Trackpad unterstützt kein Force Touch - stattdessen gibt es im Trackpad einen klassischen Button. Der 3,5-Millimeter-Audioausgang unterstützt keine hochohmigen Kopfhörer. Das Display unterstützt kein True Tone und keinen P3-Farbraum (nur sRGB), schnelles USB-C-Aufladen wird ebenso nicht unterstützt. Es gibt auch keine Display-Aussparung (Notch) - die Kamera ist im Rand integriert (die Kamera-Aktivitätsanzeige ist softwareseitig in der Menüleiste).
• Diese Einschränkungen musste Apple vornehmen, um die Kosten zu drücken. Dabei gilt es zu bedenken: Käufer erhalten ein Gerät im hochwertigen Aluminiumgehäuse (und eben kein billiges Plastikgehäuse) mit einem hellen Retina-Display (2408 mal 1506 Pixel bei 219 ppi mit 500 Nits) und einem Prozessor, der in puncto Single-Core-Leistung (Geekbench) schneller als der M3 ist.
• Das MacBook Neo hat das Potential, die Preise für gebrauchte Mobilmacs deutlich in den Keller zu drücken. Ein gebrauchtes, fünf Jahre altes MacBook Air M1 für 500+ Euro (meist mit schon schwachem Akku) lohnt nicht mehr, zumal das Gerät bereits im nächsten Jahr mit macOS 28 aus dem Support fallen könnte.
• Das MacBook Neo ist gekommen, um zu bleiben. Es ist eine bewusste strategische Entscheidung Apples, in den Markt für preisgünstige Laptops einzutreten. Apple erschließt damit weitere Käuferschichten und macht den Wechsel von Chromebooks oder Billig-Windows-Notebooks deutlich attraktiver - mit einem vollwertigen macOS-Laptop mitsamt Unix- und Open-Source-Power, das auch viele iPad-Apps ausführen kann.
• Wie oft Apple das MacBook Neo aktualisieren wird, lässt sich nicht seriös prognostizieren. Aber natürlich wird es auch beim MacBook Neo Weiterentwicklungen geben. Die zweite Generation könnte beispielsweise über den A19 Pro mit mehr RAM (12 GB) verfügen. Zudem hat Apple weiteres Potential für Kosteneinsparungen: Der Bluetooth- und WLAN-Chip des MacBook Neo wird von einem anderen Hersteller eingekauft - Apple könnte ihn künftig mit einem hauseigenen, günstiger produzierten Netzwerkchip (N-Reihe) ersetzen (und dafür an anderer Stelle zusätzliche Hardware-Features realisieren).
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