Einer von mehreren Kritikpunkten am "Liquid Glass"-Oberflächendesign in macOS Tahoe 26 betrifft die Icons in den Menüs. Apples Richtlinien sehen vor, dass in macOS 26 jeder Eintrag auch ein Icon besitzt - völlig konträr zu den früheren (bewährten) GUI-Richtlinien des Unternehmens und komplett überflüssig sowie ablenkend-verwirrend für den Anwender. Mit macOS Golden Gate 27 nimmt Apple die umstrittene Änderung zurück - es gibt nun nur in wenigen Fällen Icons bei Menüeinträgen - so wie dies vor macOS 26 der Fall war.
"In macOS 27.0 werden in der Menüleiste und in den Kontextmenüs nur noch eine reduzierte Anzahl von Menüpunktsymbolen angezeigt, ähnlich wie vor macOS 26.0", heißt es schlicht in den Entwickler-Versionsanmerkungen zu macOS Golden Gate 27. Apple räumt damit ein, mit macOS Tahoe 26 über das Ziel hinausgeschossen zu sein. In den GUI-Richtlinien für Entwickler heißt es darüber hinaus:
"Verwenden Sie Menüpunktsymbole sparsam und zielgerichtet. Symbole ermöglichen es den Nutzern, Menüpunkte schneller zu finden, und verdeutlichen, welche Funktion die Auswahl eines Punktes hat. Verwenden Sie ein Symbol, um die häufigsten Aktionen und wichtigsten Funktionen Ihrer App, Speicherorte im Dateisystem, verbundene Geräte, visuelle Konzepte wie das Drehen oder Spiegeln eines Bildes sowie benutzergenerierte Inhalte wie Ordner und Dokumente hervorzuheben. Verwenden Sie kein Symbol, wenn Sie keines finden, das den Menüpunkt eindeutig darstellt."

Bild: Apple.
Der Apple-Insider John Gruber bringt es in klarer Sprache auf den Punkt: "Das ist meine Lieblingsnachricht der gesamten WWDC in dieser Woche. Das meine ich ernst. Einerseits meine ich es ernst, weil ich diesen Aspekt von macOS Tahoe so sehr verabscheue. Aber vor allem meine ich es ernst, weil es ein Beweis dafür ist, dass der Fäulnis aus Apples Software-Design-Team ausgerottet wurde. Ich weiß nicht, ob alle talentlosen Stümper weg sind, aber die talentlosen Stümper unter den Magazindesignern, die über Macht und Einfluss verfügten, sind alle zusammen mit Alan Dye gegangen. Ich habe diese Woche mit ein paar Leuten aus Apples Designteam gesprochen, und sie alle lieben ihre Arbeit und die Richtung, in die sie Apples Plattformen führen. Der Rückzug bei diesen idiotischen Menüpunktsymbolen war ein notwendiger erster Schritt."
Erstes Fazit wenige Tage der Ankündigung von macOS 27: Es deutet sich an, dass die neue Versionsreihe ein Schritt in die richtige Richtung ist - nach all den Verwerfungen und Fehlentwicklungen in macOS 26. Zusammen mit den versprochenen Leistungs- und weiteren Systemoptimierungen könnte macOS 27 nach langer Zeit wieder eine Hauptversion sein, auf die Anwender mit einer gewissen positiven Erwartungshaltung blicken können. Voraussetzung ist natürlich, dass die 27.0 ohne schwerwiegende Fehler oder große Qualitätsprobleme ausgeliefert wird (mit Blick auf die Erfahrungen mit den Versionsreihen der letzten Jahre ist diesbezüglich jedoch Zurückhaltung angebracht).
