Apple hat heute die nächste Versionsreihe (27) des Mac-Betriebssystems präsentiert. Sie hört auf den Namen Golden Gate (benannt nach der Meerenge bei San Francisco), ist ab sofort als Betaversion für Entwickler verfügbar und erscheint im September für alle Anwender. Im Mittelpunkt von macOS Golden Gate 27 stehen nach Herstellerangaben Leistungsverbesserungen, Verfeinerungen für das "Liquid Glass"-Oberflächendesign sowie Optimierungen bestehender Funktionen.
macOS Golden Gate 27 setzt einen Rechner mit Apple-Prozessor (M1 aufwärts; A18 Pro) voraus. Intel-Macs werden, wie Apple bereits im letzten Jahr klar kommunizierte, nicht mehr unterstützt. macOS 27 enthält Rosetta 2 zur Ausführung von Software, die für Intel-Macs geschrieben und noch nicht an Apple-Silicon-Chips angepasst wurde. Beginnend mit macOS 28 soll Rosetta 2 nur noch in eingeschränkter Form zur Verfügung stehen (macOS 28 wird in einem Jahr zur WWDC27 angekündigt werden).
Mitglieder des Apple-Entwicklerprogramms können sich eine erste Vorabfassung von macOS 27 (Build 26A5353q) herunterladen. Teilnehmer am Apple-Betatestprogramm werden macOS 27 laut Apple ab Juli ausprobieren können. Die finale Version 27.0 wird für Mitte bis Ende September erwartet. Mit den ersten größeren Aktualisierungen ist wie gewohnt für Oktober (27.1) und Dezember (27.2) zu rechnen.
Wie stark sich die Leistungsoptimierungen in der Praxis bemerkbar machen werden, bleibt freilich abzuwarten. Apple spricht jedenfalls davon, sich umfassend mit den Systemgrundlagen wie CPU- und RAM-Auslastung und Netzwerkvorgänge auseinandergesetzt zu haben. In puncto "Liquid Glass"-Design sollen unterschiedlich gerundete Fensterecken der Vergangenheit angehören - sie werden einheitlich vom System festgelegt (Apple: "Jedes Fenster in macOS hat jetzt den gleichen, schmaleren Eckradius"). Die Grafik-Engine Metal hält in der Version 4.1 Einzug.
Apple teilte mit: "Die 2027er Versionen machen Apple-Produkte durch Designverbesserungen, Leistungssteigerungen und Optimierungen in den Bereichen Arbeit, Kommunikation, das Teilen von Erinnerungen, das Musikhören mit AirPods, die Gesundheitsüberwachung und vieles mehr noch reaktionsschneller, zuverlässiger und benutzerfreundlicher.

Bild: Apple.
Design-Verfeinerungen: Die Aktualisierungen von Liquid Glass sorgen für eine hervorragende Lesbarkeit dank gleichmäßigerer Lichtbrechung und verbessertem Kontrast. Einheitliche Symbolleisten, randlose Seitenleisten sowie überarbeitete Fensterformen und Menübalken-Symbole sorgen für ein eleganteres Design. Und mit einem neuen Schieberegler können Sie das Erscheinungsbild von Liquid Glass ganz einfach anpassen – von ultraklar bis vollständig getönt.
Höhere Leistung: Dank schnellerer AirDrop-Übertragungen, schnellerer Dateisuche im Netzwerk und schnellerem Laden von Startseiteninhalten in Safari reagiert Ihr Mac reaktionsschneller denn je. Und vieles mehr: Dank grundlegender Verbesserungen am Kern des Systems sowie Optimierungen bei den Apps und Funktionen, auf die Sie sich täglich verlassen, läuft macOS besser denn je.
Unterstützung für Ultrawide-Displays: Jetzt sind höhere Auflösungen auf Ultrawide-Displays möglich, beispielsweise 5K bei 120 Hz. Und Ihre Bildschirmkonfiguration bleibt genau so, wie Sie sie hinterlassen haben – für ein nahtloses Erlebnis bei jedem Anschließen.
Relevantere Suchergebnisse in Mail: Dank eines neuen Bewertungssystems werden die relevantesten Ergebnisse ganz oben angezeigt, sodass Sie sofort finden, was Sie suchen – selbst wenn es tief in Ihrem Posteingang vergraben ist.

Bild: Apple.
Barrierefreiheit: VoiceOver erhält neue Funktionen zum Erkennen von Bildschirminhalten, darunter ausführlichere Bildbeschreibungen. Eine neue Untertitelungsfunktion generiert automatisch synchronisierte Untertitel für jedes Video, das Sie sich ansehen, und kann sogar vorhandene Untertitel in andere Sprachen übersetzen.
Beschreiben Sie ein Ereignis und fügen es dem Kalender hinzu. Fügen Sie Ereignisse mit nur einer Beschreibung zu Ihrem Kalender hinzu und bearbeite Sie sie. Sie können die Beschreibung ganz einfach ändern, um beispielsweise aus einem Mittagstreffen einen Kaffee-Plausch zu machen – die Kalender-App passt die Details dann automatisch an.
Verbesserte iCloud-Freigabealben. Freunde und Familienmitglieder, die Android- oder Windows-Geräte nutzen, können nun einfacher auf iCloud.com beitreten und eigene Fotos hinzufügen. Freigabealben bieten zudem Unterstützung für die Freigabe in voller Auflösung sowie neue Möglichkeiten, Fotos zu filtern, darauf zu reagieren und andere zur Teilnahme an einem Album einzuladen."
Unter dem Namen "Siri AI" hat Apple zudem eine verbesserte Version des Systemassistenten Siri vorgestellt, die auf Googles Gemini-Technologie basiert. Dazu Apple: "Siri AI ist eine völlig neue Version von Siri, die tief in iPhone, iPad, Mac, Apple Watch und Apple Vision Pro integriert ist. Siri AI kann auf persönlichen Kontext zurückgreifen, um Nachrichten, E-Mails, Fotos und mehr zu durchsuchen, und mit noch mehr systemweiten App-Aktionen Aufgaben App-übergreifend erledigen. Außerdem kann Siri AI Fragen zum Inhalt auf dem Display von Nutzern beantworten oder im Internet nach aktuellen, auf breitem Allgemeinwissen basierenden Informationen suchen und eine hilfreiche Antwort generieren. Mit der speziellen Siri App kann man eine ältere Konversation erneut aufrufen oder eine neue Konversation starten – alles an einem Ort –, und sie nutzt iCloud, um den Konversationsverlauf privat über die Geräte von Nutzern hinweg zu synchronisieren."
"Siri AI" wird laut Apple in der EU nur auf Mac und Apple Watch verfügbar sein, nicht jedoch auf iPhone und iPad. Grund ist der anhaltende Streit zwischen Apple und der EU um die Auslegung des Gesetzes für digitale Märkte.
Nachtrag: Inzwischen sind die Entwickler-Versionsanmerkungen zu macOS 27.0 verfügbar. Einige wichtige Auszüge:
"• Unter 'Einstellungen' > 'Allgemein' werden nun Intel-basierte Apps aufgelistet, die mit macOS 28.0 nicht kompatibel sind. Die Liste enthält auch nicht verwendete Intel-basierte Software, die auf dem System gefunden wurde. Das System schlägt möglicherweise eine Website vor, auf der eine native Apple-Silicon-Version für eine der aufgeführten Apps zu finden ist.
• Intel-basierte Anwendungen, die unter macOS 28.0 nicht mehr ausgeführt werden können, werden nun in 'Informationen' entsprechend gekennzeichnet.
• Verschlüsseltes HFS+ (CoreStorage) ist veraltet und wird in einer zukünftigen Version von macOS nicht mehr unterstützt. Wenn Sie verschlüsselte HFS+-Sicherungen auf externen Laufwerken verwenden, sollten Sie stattdessen mit der Sicherung auf verschlüsselten, im APFS-Format formatierten externen Laufwerken beginnen.
• Der PlayStation Access-Controller wird nun unter macOS, iPadOS und iOS unterstützt.
• Ab Betriebssystemversion 27.0 wenden bestimmte Systemprozesse nun strengere Anforderungen an die Netzwerksicherheit (TLS) an. Diese neuen Anforderungen können dazu führen, dass Verbindungen fehlschlagen, wenn der Server sie nicht erfüllt. Betroffen sind Prozesse im Zusammenhang mit MDM, DDM, der automatisierten Geräteregistrierung, der Installation von Konfigurationsprofilen, der App-Installation und Software-Updates. Server müssen mindestens TLS 1.2 unterstützen und dabei Verschlüsselungssuiten und Zertifikate verwenden, die die Anforderungen von App Transport Security (ATS) erfüllen.
• Preview und Quick Look unterstützen nun RealityKit als Szenen-Renderer für USD- und andere 3D-Szenen, die zuvor von Storm gerendert wurden. Apps können nicht mehr direkt auf die lokale TCC-Datenbank zugreifen."
2. Nachtrag: macOS 27 bietet Verbesserungen für RAW-Fotos und die Portierung von Spielen: "Das Game Porting Toolkit 4 führt Open-Source-Fähigkeiten im Bereich der agentischen Programmierung ein, die die Best Practices der Metal- und Apple-Spieleentwicklung in jeden Schritt des Portierungsprozesses einfließen lassen und Ihnen helfen, Ihre Spiele schneller auf Apple-Plattformen zu veröffentlichen. Und Version 9 der Core Image RAW-Verarbeitungs-APIs verbessert die Bildqualität erheblich durch höhere Schärfe und klarere Farben."
3. Nachtrag: macOS 27 enthält die Version 27 des Web-Browsers Safari. Dazu Apple: "WebKit für Safari 27 bietet neben neuen Funktionen für die Webplattform über 1.000 Verbesserungen an der Browser-Engine. [...] Das Erstellen von Safari-Web-Erweiterungen ist jetzt noch einfacher – erfahren Sie, wie Sie mit Xcode Cloud eine Erweiterung erstellen und testen können, ganz ohne Mac."
4. Nachtrag: Weitere Details zu Safari 27 gibt es im WebKit-Blog, inklusive einer langen Liste an Fehlerkorrekturen.
5. Nachtrag: Wie bereits im letzten Jahr von Apple kommuniziert, wird mit macOS 27 das veraltete Netzwerkprotokoll AFP (Apple Filing Protocol) entfernt. Time-Machine-Backups via Time Capsule (oder AirPort-Routern mit angeschlossener Festplatte) werden in macOS 27 nicht mehr unterstützt.
6. Nachtrag: macOS Golden Gate 27 oder macOS 27 Golden Gate? Diesbezüglich ist sich Apple wohl selbst noch nicht sicher, da auf unterschiedlichen Web-Seiten des Unternehmens beide Schreibweisen verwendet werden. (Bislang: macOS Tahoe 26, macOS Sequoia 15 usw.)
7. Nachtrag: Gute Nachrichten für Anwender, die das Gemini-basierte "Siri AI" nicht nutzen wollen: In den Systemeinstellungen lässt sich Siri weiterhin komplett abschalten. Ob sich auch die lokalen Modelle löschen lassen, um Speicherplatz zu sparen, bleibt offen.
8. Nachtrag: "Siri AI" wird im Jahresverlauf zunächst im Rahmen eines Betatests für Endnutzer starten (Entwickler können sich aktuell per Anmeldung auf eine Warteliste setzen lassen) und zu Beginn nur in englischer Sprache verfügbar sein. "Siri AI" ist laut Apple grundsätzlich kostenfrei, da jedoch Berechnungen zum Teil auf Server ausgelagert werden, gibt es Limitierungen, die sich per Abo umgehen lassen. Dazu Apple: "Einige Funktionen von Apple Intelligence, darunter die Bildgenerierung, unterliegen täglichen Nutzungsbeschränkungen, da sie auf leistungsstarke Servermodelle angewiesen sind. Bei den meisten iCloud+-Abonnements ist ein erweiterter Zugriff möglich; diese bieten zudem Unterstützung für Apple Intelligence bei kompatiblen Home-Kameras."
9. Nachtrag: Einige Kleinigkeiten zu macOS 27: Bei der Aktualisierung von macOS 26 auf macOS 27 wird Rosetta 2 entfernt (kann aber bei Bedarf in macOS 27 erneut geladen werden); Bei einer aktiven Ethernet-Verbindung wird nun ein Menüleistenicon eingeblendet; Das Brennen von CDs und DVDs wird weiter unterstützt; iPhone Mirroring gibt es weiter nicht in der EU; Für AirPods gibt es einen überarbeiteten Bereich in den Systemeinstellungen. Ebenfalls neu in den Systemeinstellungen ist ein Bereich für die zuletzt geöffneten Einstellungen.
10. Nachtrag: Apple: HomeKit Secure Video erhält 4K-Unterstützung.
11. Nachtrag: macOS 27: Bildschirmaufnahme erhält Audio-Unterstützung.
12. Nachtrag: Icon-Flut in Menüs: Apple rudert mit macOS 27 zurück.
13. Nachtrag: macOS 27: Verbesserungen für Virtualisierung und Container-Framework.
