M6-Prozessor: Benchmarks und weitere Details

29. Sep 2026 11:00 Uhr - Redaktion

Seit wenigen Tagen ist der neue Mac mini, der erste Apple-Rechner mit dem M6-Prozessor, im Handel erhältlich. Der M6 bietet, wie könnte es anders sein, gegenüber dem M5 eine höhere Rechen- und Grafikleistung, hauptsächlich durch die Erhöhung der Anzahl der CPU- und GPU-Kerne um jeweils zwei. Inzwischen liegen weitere technische Einzelheiten zum neuen M6-Prozessor vor.

Der M6 wird im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt und verfügt im neuen Mac mini über 12 CPU-Kerne und 12 GPU-Kerne sowie eine duale 16-Kern-Neural-Engine zur LLM-Beschleunigung. Die Taktrate beträgt bis zu 4,78 GHz. Zum Vergleich: Der M5 wird im 3-Nanometer-Verfahren der dritten Generation produziert, verfügt über 10 CPU- und bis zu 10 GPU-Kerne sowie eine einfache 16-Kern-Neural-Engine und läuft mit bis zu 4,6 GHz.

Wichtig ist auch die Aufteilung der CPU-Kerne. Während der M5 über 4 Super-Kerne und 6 Effizienz-Kerne verfügt, sind es im M6 2 Super-Kerne, 4 Performance-Kerne und 6 Effizienz-Kerne. Übersetzt bedeuten "Super", "Performance" und "Effizienz" in etwa "Höchstleistung", "Ausgewogen" und "Stromsparend". Die Performance-Kerne sind energieeffizienter als Superkerne, aber leistungsstärker als Effizienzkerne.

Die Speicherbandbreite wurde beim M6 gegenüber dem M5 von 153 auf 170 Gbit pro Sekunde erhöht. Keine Änderung gab es beim maximalen Arbeitsspeicher: Es werden weiterhin bis zu 32 GB unterstützt. Apple verspricht für den M6 dank eines optimierten Compute-Blocks in der CPU deutliche Zuwächse bei der Single-Core- und Multi-Core-Rechenleistung, inklusive eine bis zu doppelt so schnelle LLM-Ausführung durch die zweifache Neural-Engine.

 
M5-Prozessor
 
Der neue M6-Prozessor bietet 12 CPU- und 12 GPU-Kerne.
Bild: Apple.

 

Bei der GPU sorgen laut Apple Verbesserungen unter anderem für die Shader-Core-Architektur, das dynamische Caching und das Hardware-Raytracing für eine höhere Leistung. Der M6 hat nach Herstellerangaben außerdem um 50 Prozent höhere Geometrieraten für komplexe Grafiken.

Der M5 (10/10 CPU-/GPU-Kerne, bis zu 4,6 GHz) kommt auf die folgenden Geekbench-Werte (gerundet):

• Single-Core-Leistung: ca. 3640 Punkte
• Multi-Core-Leistung: ca. 17.950 Punkte
• GPU-Leistung (Metal): ca. 72.600 Punkte

(Vergleichsrechner: MacBook Pro M5)

Der M6 (12/12 CPU-/GPU-Kerne, bis zu 4,78 GHz) kommt auf die folgenden Geekbench-Werte (gerundet):

• Single-Core-Leistung: ca. 4050 Punkte (plus 11 Prozent gegenüber M5)
• Multi-Core-Leistung: ca. 22.500 Punkte (plus 25 Prozent gegenüber M5)
• GPU-Leistung (Metal): ca. 90.000 Punkte (plus 24 Prozent gegenüber M5)

(Anmerkung: Der Stichprobenumfang für den M6 in der Geekbench-Datenbank ist noch recht gering; die Testwerte werden sich über die nächsten Wochen auf aussagekräftigere Mittelwerte einpendeln.)

Auch zu Stromverbrauch und Wärmeabstrahlung (BTU) des neuen Mac mini M6 liegen inzwischen Informationen vor. Demnach beträgt der Stromverbrauch bei Inaktivität 4 Watt, unter Volllast sind es maximal 70 Watt. Zum Vergleich: Beim Vorgänger Mac mini M4 sind es 4 bzw. 65 Watt. Die Wärmeabstrahlung (BTU) beim Mac mini M6 gibt Apple mit 14 BTU/h (Inaktiv) bzw. 239 BTU/h (Maximal) an, beim Mac mini M4 sind es 14 bzw. 222 BTU/h.

Als erstes Fazit lässt sich festhalten, dass der M6 nur ein Jahr nach der Ankündigung des M5 ein mehr als ordentliches Leistungs-Upgrade darstellt. Außerdem ist die Umstellung vom 3-Nanometer- auf das effizientere 2-Nanometer-Herstellungsverfahren geglückt. Abzuwarten bleibt, welche weiteren Mac-Baureihen den M6 erhalten werden. Da es beim neuen Mac mini keinen M6 Pro gibt, sondern nur den M5 Pro, könnte es gut sein, dass der M6 nur ein Zwischenschritt für den M7 in der zweiten Jahreshälfte 2027 ist.

Abschließend noch ein weiterer Punkt: Der M6 ist zwar ein sehr leistungsstarker Prozessor, doch die Rechenleistung ist für die meisten Anwender wohl schlichtweg überdimensioniert. Auch im Jahr 2026 genügt noch ein M1/M2/M3 für die allermeisten "Brot-und-Butter"-Anwendungen (vor allem mit 16 GB Arbeitsspeicher). Der neue Mac mini M6 kostet offiziell ab 1049 Euro. Einen Desktop-Mac für unter 1000 Euro hat Apple nicht mehr im Programm. Dies ist ein großes Manko - sowohl für Umsteiger von älteren Desktop-Macs als auch für Neukunden.

 
Mac mini
 
Neuer Mac mini mit M6, Wi-Fi 7 und Bluetooth 6, aber nicht mehr unter 1000 Euro.
Bild: Apple.

 

Eine pragmatische Lösung wäre ein "Mac mini Neo" mit A19 Pro, 12 GB Arbeitsspeicher und einer eingeschränkten Schnittstellenauswahl (USB statt Thunderbolt, weniger Ports), dafür aber preislich in einem Bereich zwischen 500 und 600 Euro angesiedelt. Apple würde damit eine Lücke im eigenen Angebot schließen. Zur Erinnerung: Den Mac mini M4 (Einstiegsmodell) gab es im Fachhandel lange Zeit für unter 600 Euro, bevor die Preise aufgrund der stark steigenden RAM- und SSD-Kosten durch die Decke gingen.

Die große Frage ist, ob Apple diese Lücke im eigenen Angebot für bedeutend genug erachtet, um entsprechend zu handeln. Und falls ja, in welchem Zeitraum. Setzt Apple darauf, dass die Kosten für RAM und SSD im nächsten Jahr langsam wieder herunterkommen, um dann einen künftigen Mac mini wieder preisgünstiger anzubieten? Oder folgt mittelfristig ein neues Desktop-Einsteigermodell in Anlehnung an das sehr erfolgreiche MacBook Neo? Die Zeit wird es zeigen.