Apple hat heute eine neue, schnellere Generation der Desktop-Workstation Mac Studio präsentiert. Sie ist mit den Prozessoren M5 Max (CPU mit 18 Kernen, GPU mit bis zu 40 Kernen, bis zu 128 GB RAM) und M5 Ultra (CPU mit bis zu 36 Kernen, GPU mit bis zu 80 Kernen, bis zu 512 GB RAM) ausgestattet (vorherige Modellreihe: M4 Max und M3 Ultra) und kommt Mitte September zu Preisen ab 2999 Euro auf den Markt. Ebenfalls neu sind Wi-Fi 7 und Bluetooth 6. Apple hebt zudem die Möglichkeit hervor, mehrere Mac-Studio-Rechner für gemeinsame Berechnungen zusammenschließen zu können.
Nach der im Frühjahr erfolgten Einstellung des Mac Pro ist der Mac Studio das unangefochtene Flaggschiff im Bereich der Desktop-Rechner bei Apple. Mit den neuen Prozessoren legt die Workstation in puncto Rechenleistung deutlich zu. Die stark gestiegenen Kosten für RAM und SSD fordern jedoch auch beim Mac Studio Tribut: Starteten einst der Mac Studio M4 Max bei 2499 Euro und der Mac Studio M3 Ultra bei 4999 Euro, geht es nun bei 2999 Euro (M5 Max) bzw. 6599 Euro (M5 Ultra) los.
Im neuen Mac Studio kommt Apples N1-Chip für Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und Thread zum Einsatz. Am Gehäusedesign und den weiteren technischen Daten, darunter 10-Gigabit-Ethernet, bis zu 5x Thunderbolt 5, HDMI und SDXC-Slot, änderte sich nichts. Die Auslieferung des Mac Studio mit M5 Max/Ultra startet laut Apple am 22. September, wobei die Konfigurationen mit 512 GB Arbeitsspeicher erst ab Ende Oktober verfügbar sein sollen.
Der M5 Ultra ist Apples bislang leistungsstärkster Prozessor: "Der M5 Ultra nutzt UltraFusion, um zwei Dual‑Die M5 Max Chips zu verbinden und so die Quad‑Die Architektur zu ermöglichen – zum ersten Mal bei Apple Chips. UltraFusion erhöht die Bandbreite zwischen den Chips auf über 4,4 TB/s und die Anschlussdichte um mehr als das 6-fache. Durch diese Verbindungen mit extrem niedriger Latenz und hoher Bandbreite verhalten sich die vier Chips wie ein einziger gemeinsamer Prozessor. Der M5 Ultra hat außerdem eine bis zu 36‑Core große CPU aus 12 Super-Kernen und 24 Performance-Kernen, die eine bis zu 1,25-mal höhere Singlethread Performance und eine bis zu 1,3-mal höhere Multithread Performance liefert als beim M3 Ultra.

Bild: Apple.
Der M5 Ultra hat eine GPU der nächsten Generation mit bis zu 80 Kernen und einen Neural Accelerator in jedem Kern. Dadurch liefert er im Vergleich zum M3 Ultra eine bis zu 4,7-mal höhere GPU Spitzenrechenleistung für KI und mehr als das 6-fache im Vergleich zum M1 Ultra. Die GPU kommt mit dem neuesten Apple Shader Kern mit dynamischem Caching der zweiten Generation sowie mit Hardware beschleunigtem Mesh Shading und Raytracing der dritten Generation und sorgt für eine bis zu 40 Prozent schnellere Grafikperformance als beim M3 Ultra.
In den M5 Ultra ist eine noch leistungsfähigere Media Engine integriert. Dediziertes Hardware-basiertes H.264, HEVC, vier Engines zum Codieren und Decodieren von ProRes und Hardware-beschleunigtes AV1 Decodieren machen ihn zur ultimativen Lösung für den Videoschnitt in hoher Auflösung. Der M5 Ultra hat außerdem eine 32-Core Neural Engine, die komplexe KI Aufgaben und Apple Intelligence Features mit branchenführender Energieeffizienz sicher auf dem Gerät ausführt.
Darüber hinaus ermöglicht der M5 Ultra eine enorme Menge an gemeinsamem Arbeitsspeicher mit hoher Bandbreite von bis zu 512 GB und liefert unglaubliche 1,2 TB/s Bandbreite für den gemeinsamen Arbeitsspeicher – 50 Prozent mehr als beim M3 Ultra. So können Nutzer riesige Datensätze vollständig im lokalen Arbeitsspeicher speichern, die Geschwindigkeit von Token pro Sekunde erhöhen und unglaublich große LLMs mit Hunderten von Milliarden Parametern vollständig auf dem Gerät ausführen.
KI Inferenzen werden mit mehreren Mac Studio Systemen auf ein völlig neues Level gebracht. Nutzer und Teams, die KI Rechenleistung gemeinsam nutzen möchten, können mehrere Mac Studio Systeme mithilfe der integrierten Unterstützung für Thunderbolt 5 und RDMA (Remote Direct Memory Access) zusammenbündeln. Dadurch entsteht ein großer gemeinsamer Speicherpool zwischen den Systemen, sodass Nutzer die größten und anspruchsvollsten Open-Weight-Modelle der Spitzenklasse laden können, die derzeit verfügbar sind. Ein Cluster von vier Mac Studio Systemen liefert eine bemerkenswerte 3-mal schnellere KI Inferenzleistung als ein einzelnes System."
Nachtrag: Apple verspricht für den neuen Mac Studio außerdem schnellere SSD-Laufwerke ("bis zu 2-mal schneller") basierend auf PCIe Gen 6.
2. Nachtrag: Mit der M5-Serie hat Apple bekanntlich die Namensgebung der Kerne geändert (vgl. MacBook Pro M5 Pro/Max usw.). Bislang war immer von zwei Arten, Effizienz- und Performance-Kernen, die Rede. Mit dem M5 wurden die Performance-Kerne in Super-Kerne umbenannt und gleichzeitig eine neue Kategorie von Kernen eingeführt, die wieder mit "Performance" beschrieben wird. Die Effizienz-Kerne wurden beibehalten.
Zusammengefasst: Apple unterscheidet also zwischen drei unterschiedlich leistungsstarken CPU-Kernen: Effizienz, Performance und Super was in etwa "Stromsparend", "Ausgewogen" und "Höchstleistung" bedeutet. Die alten Performance-Kerne sind die neuen Super-Kerne. Die neuen Performance-Kerne sind energieeffizienter als Superkerne, aber leistungsstärker als Effizienzkerne. Die Effizienzkerne wiederum sind nur in den Basisvarianten (M5, M6) zu finden, nicht jedoch in den Pro/Max/Ultra-Ausführungen.
3. Nachtrag: Ebenfalls neu: "Der Mac Studio unterstützt jetzt Genlock über USB-C für eine präzise Synchronisation zwischen einem Bildschirm und professionellen Kameraaufnahmen, wie zum Beispiel mit dem iPhone 17 Pro", so Apple.
4. Nachtrag: Der neue Mac Studio M5 Max/Ultra soll vorinstalliert mit macOS 27.0 Golden Gate auf den Markt kommen.
5. Nachtrag: Doch kein PCIe Gen 6: Apple hat den entsprechenden Hinweis aus der Pressemitteilung entfernt. Es ist nun lediglich von einer "SSD-Architektur der nächsten Generation" die Rede. Am SSD-Leistungszuwachs gegenüber der Vorgängergeneration ("bis zu 2-mal schneller") ändert sich laut Hersteller jedoch nichts.
