Apple hat heute, wie vor einer Woche von CEO Tim Cook angekündigt, die Preise für mehrere Produkte erhöht. Der Grund sind stark gestiegene Kosten für Arbeitsspeicher und, in geringerem Ausmaß, SSD-Laufwerke. Betroffen sind unter anderem MacBook Air/Neo/Pro, iPad, iPad Air/Pro, HomePod (mini), Apple TV, iMac und Mac Studio. Keine Änderungen gab es hingegen bei iPhone, Apple Watch, AirPods, Studio Display (XDR) und Zubehör wie Magic Mouse, Magic Keyboard und Apple Pencil.
Einige Beispiele: Das Einstiegsmodell des MacBook Neo verteuerte sich von 699 auf 799 Euro, während das MacBook Air M5 mit 13,6-Zoll-Bildschirm nun ab 1399 Euro (zuvor ab 1199 Euro) kostet. Der Preis des iPad Air M4 (11 Zoll, 128 GB) stieg von 649 auf 799 Euro, während die Preise des iPad Pro M5 nun bei 1299 Euro (zuvor ab 1099 Euro) beginnen. Apple TV mit 64 GB kostet nun 229 statt 189 Euro, der HomePod verteuerte sich von 349 auf 399 Euro und das Standard-iPad (A16, 128 GB) von 379 auf 499 Euro - ein heftiger Aufschlag von mehr als 30 Prozent.
"Wir tun unser Bestes, um die enormen Preiserhöhungen, die an uns weitergegeben werden, abzufedern, und wir haben versucht, unsere Kunden vor diesen Erhöhungen zu schützen, aber die Situation ist mittlerweile untragbar geworden. [...] Das Angebot ist knapp, gerade jetzt, wo die Verbraucher Geräte nachfragen und die Speicherhersteller massive Preiserhöhungen weitergeben", sagte Cook in der vergangenen Woche dem "Wall Street Journal". "Leider sind Preiserhöhungen unvermeidbar", so der Apple-Chef weiter.
Apple ist mit den Preiserhöhungen infolge verteuerter RAM- und SSD-Module eher spät dran, andere Hersteller haben zum Teil schon viel früher (und nicht selten mehrfach) ihre Preise erhöht. Ob das Ende der Fahnenstange bereits erreicht ist, bleibt abzuwarten. Aufgrund des völlig ausgeuferten KI-Hypes, bei dem die Investitionen schon längst nicht mehr rational im Verhältnis zum Ertrag stehen, ist mit einer Entspannung der Preise für RAM und SSDs jedenfalls nicht so bald zu rechnen.
Bei iPhones und Apple Watch könnte eine Preiserhöhung in drei Monaten mit der Vorstellung der nächsten Generation umgesetzt werden.

Bild: Apple.
Anwender sollten entspannt bleiben. Erstens muss man diesen KI-Hype nicht auf Biegen und Brechen mitgehen - ganz im Gegenteil: In bestimmten Bereichen, in denen die modernen Werkzeuge (lassen wir den eigentlich irreführenden Marketing-Begriff "KI" mal weg) enorme Vorteile bringen, werden sie sich durchsetzen - in vielen Fällen reden wir aber von eher (unnützen) Spielereien mit wenig bis gar keinem Produktivitätsgewinn. Es geht der Branche hauptsächlich darum, die beiden "magischen" Buchstaben auf möglichst viele Produkte draufzukleben, um Neuanschaffungen auszulösen (auf alter Hardware läuft "KI" natürlich meist nicht oder eher schlecht als recht - wen "überrascht" es).
Zweitens lässt sich gerade bei Apple-Produkten viel Geld sparen. Wer nicht direkt auf apple.com kauft, sondern im Fachhandel, spart im Regelfall bis zu 15 Prozent auf den originalen Apple-Preis, zum Teil auch mal bis zu 20 Prozent - vor allem bei Zubehör. Refurbished-Apple-Produkte sind auch eine gute Option, ebenso gebrauchte Apple-Geräte, die man im Idealfall im Familien-, Kollegen- oder Freundeskreis weitergibt bzw. (ver-) kauft.
Drittens: Einfach Nutzungszyklen verlängern! Wir sehen es gerade bei älteren Intel-Macs, wie diese mit einer frischen Linux-Installation aufblühen - mehr Leistung, längere Akkulaufzeit, Konzentration auf das Wesentliche, Softwareupdates ohne Grenzen. Und bei Apple-Silicon-Rechnern tut es auch ein M1/M2 noch wunderbar im Jahr 2026 (und 2027, 2028...).
Eigentlich wäre Käuferstreik bei Neuware sogar aktiver Verbraucherschutz: Die Branche hat die exorbitant gestiegenen RAM-, SSD- und Chip-Preise durch den massiv forcierten KI-Hype mitsamt gigantischem Rechenzentren-Aufwuchs selbst verursacht - und nun soll der Anwender dafür blechen? Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass immer mehr Nutzer inzwischen gelangweilt-gereizt auf "KI" reagieren und zunehmend Begriffe wie "AI Slop" und "AI Bloatware" die Runde machen. Die Hersteller haben es einfach übertrieben - sollen sie die Suppe doch selbst auslöffeln.
Nachtrag: Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters begründet Apple die Preiserhöhung wie folgt:
"Noch nie haben wir erlebt, dass die Preise für Komponenten so stark und so schnell gestiegen sind. Bislang haben wir unsere Kunden vor diesen Preissteigerungen geschützt, doch nun sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir die Preise für eine Reihe von Produkten anheben müssen, darunter auch die heutigen Preiserhöhungen für iPad und Mac. Wir wissen, dass dies keine erfreulichen Nachrichten sind, und arbeiten unermüdlich daran, Lösungen zu finden."
