Apple-Chef Cook: Preiserhöhungen wegen stark gestiegener RAM-Kosten unvermeidlich

18. Juni 2026 09:00 Uhr - Redaktion

Unter den stark gestiegenen Kosten für Arbeitsspeichermodule und, in schwächerem Ausmaß, SSD-Laufwerke ächzt auch Apple. Bislang konnte der kalifornische Computerpionier diese Kosten auffangen, hauptsächlich aufgrund von langjährigen Lieferverträgen zu Festpreisen, starker Preissetzungsmacht und hohen Lagerbeständen. Doch nun muss Apple laut CEO Tim Cook reagieren: "Leider sind Preiserhöhungen unvermeidbar", sagte er dem Wall Street Journal.

"Wir tun unser Bestes, um die enormen Preiserhöhungen, die an uns weitergegeben werden, abzufedern, und wir haben versucht, unsere Kunden vor diesen Erhöhungen zu schützen, aber die Situation ist mittlerweile untragbar geworden. [...] Das Angebot ist knapp, gerade jetzt, wo die Verbraucher Geräte nachfragen und die Speicherhersteller massive Preiserhöhungen weitergeben", so Cook weiter.

Einen Zeitplan für diese Preiserhöhungen nannte der Apple-Chef nicht. Das Unternehmen könnte sie bereits zeitnah für bestehende Hardware oder im Rahmen der nächsten Produktankündigungen umsetzen. Wie stark die Preiserhöhungen ausfallen werden, bleibt abzuwarten. Cook vergleicht die Situation mit einer Jahrhundertflut: "In über 40 Jahren habe ich in keinem Bereich jemals so etwas gesehen."

 
John Ternus, Tim Cook
 
Tim Cook wird im September von John Ternus als CEO abgelöst.
Bild: Apple.

 

Aufgrund des KI-Hypes gibt es eine gigantische Nachfrage nach RAM- und SSD-Modulen: Die Preise steigen seit letztem Jahr kontinuierlich an, die Produktionskapazitäten der Hersteller sind vollständig ausgelastet. An der Ausweitung dieser Kapazitäten wird zwar intensiv gearbeitet, doch die Umsetzung dauert Jahre. Daher dürfte es noch längere Zeit dauern, bis sich die Verfügbarkeits- und Kostensituation verbessert.

Apple sei laut Cook bereit, mit Investitionen zu einer Entspannung der Situation beizutragen. Er stellte jedoch klar, dass Apple selbst keine RAM- oder SSD-Fabriken bauen wird. "Die Preise und das Angebot bei Speicherchips müssen für Verbraucherprodukte unbedingt wieder auf ein vernünftiges Niveau zurückkehren. Das ist das Entscheidende", so Cook.

Von den stark gestiegenen RAM-Kosten sind alle Hersteller betroffen. Andere Unternehmen haben bereits mit zum Teil drastischen Preiserhöhungen reagiert - weitere Anpassungen sind nicht ausgeschlossen. Auch auf den Gebrauchtmarkt hat die Situation Auswirkungen - die Nachfrage nach gebrauchten oder Refurbished-Geräten nimmt zu.

Nachtrag: Apple erhöht Preise für viele Produkte.

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