Apple: Schutz gegen Missbrauch bei neuem Rückgaberecht

14. Jan. 2015 13:00 Uhr - sw

Zum Jahreswechsel hat Apple in Europa ein Widerrufsrecht für Käufe im iTunes-Store, in den App-Stores und im iBooks-Store eingeführt (mehr dazu hier). Wie nun bekannt wurde, schützt sich das Unternehmen mit einem Mechanismus gegen Missbrauch.

Wie berichtet, können seit kurzem Apps, Songs, E-Books, Filme und andere Inhalte bis zu 14 Tage nach dem Kauf ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden – gegen volle Erstattung des Preises. Diese Regelung ist dafür gedacht, dem Kunden bei Problemen (zum Beispiel wenn eine App nicht funktioniert, sich ein Film nicht abspielen lässt oder versprochene Inhalte fehlen) schnell und unkompliziert den Kaufpreis zurückzuerstatten.

iTunes

iTunes-Store: Neues Rückgaberecht mit Schutz vor Missbrauch.
Bild: Apple.



Doch sie öffnet auch die Tür für Missbrauch. Beispielsweise können zu Ende gespielte Spiele, komplett angehörte Alben oder angeschaute Filme einfach wieder gegen Preiserstattung zurückgegeben werden, obwohl eigentlich gar kein Grund für einen Widerruf vorliegt. Solchen Missbrauchsversuchen schiebt Apple mit einem Mechanismus einen Riegel vor.

Kunden, die zu häufig von dem Widerrufsrecht Gebrauch machen, kann Apple dieses Recht bei künftigen Käufen verweigern. In diesem Fall erscheint vor dem Kauf ein Hinweis, dass das Produkt nicht zurückgegeben werden kann, wenn es erworben wird. Wer dem nicht zustimmt, kann das Produkt nicht kaufen. Diese Regelung steht im Einklang mit geltendem EU-Recht.

Unklar bleibt, nach wie vielen Rückgaben in einem bestimmten Zeitraum dieser Hinweis erscheint. Kunden sollten daher mit dem neuen Widerrufsrecht vorsichtig umgehen und es nur in begründeten Fällen ausüben.

Kommentare

sowohl das Rückgaberecht als auch den Mechanismus gegen Mißbrauch.

Nach EU-Recht kann man DVDs, Software etc. nicht zurückgeben wenn Sie benutzt wurden. Deswegen kann man ja in der Regel DVDs beim Kauf versiegeln lassen, falls man sie evtl umtauschen möchte.

Die Regelung von Apple ist mir deshalb ziemlich suspekt. Ich hätte überhaupt kein Problem damit, wenn der Anbieter nicht trotzdem Provision an Apple zahlen müsste.

So finde ich es eine absolute Zumutung für die Entwickler. Apple verlangt Provisionen für Artikel, die sie nicht verkaufen konnten. Geht's noch?