Wie lassen sich die vor vielen Jahren eingestellte Apple-Fotosoftware Aperture und das Musikprogramm iTunes unter modernen macOS-Versionen nutzen? Die Antwort auf diese Frage hört auf den Namen Retroactive. Bei Retroactive handelt es sich um eine kostenlose, quelloffene Software, die Aperture und iTunes so modifiziert, dass diese Anwendungen ab macOS Catalina 10.15 eingesetzt werden können.
Hintergrund: Aperture und iTunes basieren weitgehend auf 64-Bit-Code, nur einzelne Komponenten laufen im 32-Bit-Modus. Diese 32-Bit-Bestandteile werden von Retroactive durch 64-Bit-Komponenten ersetzt, so weit dies möglich ist. Ergebnis: Aperture und iTunes laufen auch auf modernen macOS-Versionen (auf Apple-Silicon-Macs via Rosetta 2).
Nun gibt es gute Nachrichten: Vor kurzem ist die Version 3.0 von Retroactive mit Unterstützung für macOS Sequoia 15, macOS Tahoe 26 und macOS 27 Golden Gate erschienen - eigentlich hatte der Entwickler Tyshawn Cormier das Projekt bereits im Jahr 2024 eingestellt und auf GitHub archiviert. Allerdings dürfte es sich nun wirklich um das finale Update handeln, da Rosetta 2 laut Apple im nächsten Jahr mit der Systemversion 28 aus macOS entfernt werden wird.

Bild: Tyshawn Cormier.
Retroactive 3.0 ist nicht notarisiert, d. h. die Nutzung muss einmalig über die Systemeinstellungen => Datenschutz & Sicherheit freigegeben werden. Wie immer gilt bei derartigen Hacks: Nutzung auf eigene Gefahr! Es gibt keine Garantie, dass ein modifiziertes Aperture unter macOS Sequoia 15 oder macOS Tahoe 26 stabil genug für eine ernsthafte Nutzung läuft. Wer es ausprobieren möchte, sollte vorher eine vollständige Sicherung seiner Daten vornehmen.
"Mit Retroactive können Sie Aperture, iPhoto und iTunes auf macOS Golden Gate, macOS Tahoe, macOS Sequoia macOS Sonoma, macOS Ventura, macOS Monterey, macOS Big Sur und macOS Catalina ausführen. [...] Alle Funktionen von Aperture sollten verfügbar sein, mit Ausnahme der Wiedergabe von Videos, des Exports von Diashows, des Fotostreams und der iCloud-Fotofreigabe. Wenn RAW-Fotos nicht geöffnet werden können, müssen Sie diese erneut verarbeiten. [...] Alle Funktionen sollten unter iTunes 12.9.5 funktionieren", so die Selbstbeschreibung des Projekts.
Die technischen Hintergründe erläutert der Autor in seinem Blog.
