Apple: Neuer Mac Pro kommt erst 2019, Spezialabteilung für Pro-Bereich gegründet

06. April 2018 09:00 Uhr - Redaktion

Vor einem Jahr kündigte Apple einen neuen, modularen Mac Pro an. Nun gab das Unternehmen diesbezüglich ein Update: Demnach wird das System erst 2019 auf den Markt kommen. Zur Entwicklung neuer High-End-Macs wurde ein spezielles Team ins Leben gerufen, dem auch Profi-User angehören, um gängige Workflows stärker zu berücksichtigen.

Das Apple-Statement von Tom Boger, Senior Director of Mac Hardware Product Marketing, im Originalwortlaut:

"We want to be transparent and communicate openly with our pro community so we want them to know that the Mac Pro is a 2019 product. It’s not something for this year. We know that there’s a lot of customers today that are making purchase decisions on the iMac Pro and whether or not they should wait for the Mac Pro."

Boger bekräftigte die ursprüngliche Ankündigung vom April 2017, dass der neue Mac Pro modular aufgebaut sein wird:

"As we said a year ago working on modular was inherently a modular system and in looking at our customers and their workflows obviously that’s a real need for our customers and that’s the direction we’re going".

 
Mac Pro
 
Mac Pro: Nachfolger kommt erst 2019.
Foto: Apple.

 

Einzelheiten dazu nannte er nicht, aber es gilt als sicher, dass damit unter anderem PCIe-Erweiterungsslots und weitere interne Aufrüstmöglichkeiten gemeint sind. Apple begründet die lange Wartezeit damit, dass der kommende Mac Pro von Grund auf neu gedacht und konzipiert wird, unter Berücksichtigung der Anforderungen professioneller Mac-User. Im April 2017 stellte der kalifornische Computerpionier auch einen neuen Bildschirm in Aussicht und gab ein klares Bekenntnis zur x86-Prozessorarchitektur ab.

Trotz der seit mindestens fünf Jahren alle paar Monate wiederkehrenden Gerüchte über den angeblich "nahenden" Einsatz von ARM-Chips bzw. "Apple Custom Chips" in Macs sind sich viele IT-Experten sicher, dass Apple beim Mac weiterhin auf die x86-Plattform setzen wird, da eine Abkehr von x86 kaum technologische Vorteile, aber jede Menge Nachteile mit sich bringen würde. Ohne x86-Unterstützung bräuchte Apple einen neuen Mac Pro erst gar nicht zu entwickeln (nur einige Stichworte: Virtualisierung, Business-Einsatz, Software-Support, Workstation-grade CPUs, High-End-Grafikkarten usw.).

Was in diesem Zusammenhang aber durchaus denkbar wäre, ist eine Allianz zwischen Apple und AMD nicht nur im GPU-, sondern auch im CPU-Bereich, wo AMD zuletzt deutlich aufgeholt hat und zudem Partnern die Möglichkeit bietet, eigene x86-basierte Designs zu verwenden, so wie es beispielsweise bereits Sony und Microsoft bei ihren Konsolen tun. Ebenso sollte man bei dieser Thematik im Hinterkopf behalten, dass sich Apple häufig an Intels vergleichsweise hohen CPU-Preisen reibt und nicht wenige Insider sehen in der Lancierung von Gerüchten ein gezieltes Druckmittel vor dem Beginn von Verhandlungen über Konditionen.

Pro Workflow Team bei Apple

Um die Bedürfnisse professioneller Mac-User künftig stärker zu berücksichtigen, hat Apple eine Spezialabteilung namens Pro Workflow Team gegründet. Sie untersteht direkt dem Mac-Hardwarechef John Turnus und arbeitet eng mit den Entwicklungsteams zusammen. Für das Pro Workflow Team hat Apple mehrere Profi-User aus verschiedenen Bereichen (Videobearbeitung, Musikproduktion, visuelle Effekte, 3D-Animation...) engagiert und eingebunden. Das Ziel: Besser zu verstehen, wie Macs im professionellen Umfeld eingesetzt werden.

 
iMac Pro
 
iMac Pro: Bis 2019 der vorerst schnellste Mac.
Foto: Apple.

 

"We’ve gone from just you know engineering Macs and software to actually engineering a workflow and really understanding from soup to nuts, every single stage of the process, where those bottlenecks are, where we can optimize that. And to JT’s point because we build the hardware the firmware the operating system the software and have these close relationships with third parties we can attack the entire stack and we can really ferret out where we are we can optimize for performance", erläutert Boger.

Die Apple-Aussagen wurden gegenüber TechCrunch getätigt – das US-Magazin hatte die Gelegenheit, mit hochrangigen Managern der Mac-Abteilung im Apple-Hauptquartier in Cupertino zu sprechen. Der lange Artikel ist in jedem Fall lesenswert. Zwar ist weiterhin Geduld angesagt, was einen neuen Mac Pro mitsamt Peripherie angeht, die detailreichen Aussagen der Apple-Manager lassen jedoch durchaus den Schluss zu, dass sich der Hersteller dem Pro-Segment wesentlich ernsthafter widmet als zu Beginn des Jahrzehnts.

Kommentare

Ist es so schwer, ein Tower-Gehäuse zu bauen mit PCIe, SATA, M.2, RAM-Slots usw.?

Die wollen offenbar das Rad neu erfinden.

Immerhin: Das sonst so zugeknöpfte Apple zeigt sich erstaunlich offen.

Interessant auch dass jetzt Profis mit ins Boot geholt und ihre Workflows begutachtet werden.

Langsam bewegt sich der Tanker, aber er bewegt sich.

Also dann 2019. Das dürfte die Käsereiben-Preise in der Bucht weiter nach oben treiben.

Oder gleich ein iMac Pro, das kleinste Modell gibts inzwischen für deutlich unter 5000 €.

Genau... Die wollen offenbar das Rad neu erfinden, das ist genau das was ich befürchte.

Apple wird statt einem normalen Tower mit auswechselbaren Standardkomponenten irgendetwas proprietäres modular steckbares, möglichst teures, nach 1 Jahr schon wieder veraltetes, und dann nicht weiter aufrüstbares bringen. Sprich eine neue Absurdität wie der Mac Pro 2013.

Ich frage mich echt was da das Management von Apple treibt, seit 2013 ist da alles mehr als im Argen und das eigentlich absolut grundlos. 

Anyway, dass es erst 2019 soweit sein soll, ist ein klares Zeichen, dass das keine pragmatische Lösung sein wird, sondern dass Apple denkt sie müssen erneut etwas neues nie Dagewesenes bringen.

Well.. ich werde mir einen PC kaufen.

Wenn man im CG Bereich arbeitet, ist Apple im Pro Bereich leider kein Partner mehr.

...dass es was Proprietäres wird und dass man sich die Erweiterungen ähnlich dem iMacPro beim Kauf dazu konfiguriert und dann schnell über die 10.000 EUR rutscht, weil die einzelnen Komponenten so teuer sind. Was bringt ein Relaunch des MacPro von 2013? Wäre doch am Problem vorbei, oder nicht?

Hardware-Design ist ja schön und gut, aber bei Arbeitsmaschinen wie es die MacPros nun mal sein sollten, ist das doch nicht das vordergründige Kaufargument. Über das Industrial-Design der Käsereiben kann man sich ja auch streiten. Immerhin  wurde es fast 10 Jahre verwendet. Vielleicht  auch weil es eigentlich nicht so wichtig ist.

Also im Jahr 2019 gibt es einen neuen Mac Pro, der sich hoffentlich so auf oder umrüsten lässt wie man es von Windows PC's gewöhnt ist. 

Am besten noch mit einem schicken Design-Gehäuse, dass man schon direkt sieht, hier steht ein Profi-Gerät von Apple. Vor allem soll es optimal nutzbar sein und man sollte die meisten Komponenten (Speicher, SSD, Grafikkarte, Prozessor u. a. tauschen können. 

Meine Wunsch-Konfiguration beim Mac Pro 2019:

XEON-Nachfolge-Prozessor mit mindestens 5 GHz, 2 TB SSD, 64 GB RAM, Grafikkarte AMD VEGA Series mit 10 GB Grafikspeicher, Thunderbolt 3, 4 x USB-C, 2  USB 3.0 Anschlüsse, 2 x eSATA usw.

 

… helfen  mir heute nicht weiter. Du liebe Güte, "irgendwann im nächsten Jahr" – wir haben erst April! Was soll das? Und der Mini? Oder endlich was Brauchbares zwischen Mini und Pro?

Vor allem soll es optimal nutzbar sein und man sollte die meisten Komponenten (Speicher, SSD, Grafikkarte, Prozessor u. a. tauschen können. 

Thunderbolt 3, 4 x USB-C, 2  USB 3.0 Anschlüsse, 2 x eSATA usw.

Yep, genau das, abwärtskompatibel und trotzdem zukunftsweisend.  Das Design interessiert mich inzwischen nicht mehr. Mir fehlt das Arbeitsmittel, Schnullibulli ist nachrangig. Apple vergisst seine eigene Geschichte, Low-, Medium- und High-Range waren früher selbstverständlich. Luxusspielzeug wie ein iPhoneX ist offenbar lukrativer …

Ein Jahr später und man wird weiter vertröstet. Der neue Mac Pro wird vermutlich mit einem Fluxkompensator ausgestattet sein, wenn es soooo lange dauert, bis er fertig ist. Hoffentlich kommt dann auch ein wirklich durchdachtes & überzeugendes Konzept bei raus!!

Immerhin gibts jetzt den iMac Pro mit aktuellster Technik für diejenigen, die kein intern erweiterbares System benötigen. Ich saß neulich an einem iMac Pro, das Teil rennt wie sucht.

Bleibt nur zu Hoffen, dass sich jetzt endlich etwas beim Mac mini tut, der in vielen Szenarien professionell eingesetzt wird (wo es nicht primär auf eine ultrahohe Rechenleistung ankommt).

Interessant finde ich in dem Artikel die Aussagen zur Analyse von Workflows zum Aufspüren von Bugs.

This kind of workflow analysis has enabled Apple to find and fix problems that won’t be solved by throwing more hardware at them. An in-depth analysis of how workflow is affected by the whole stack of hardware and software has, Ternus says, helped them to really understand the pain points. He stresses that it’s not just Apple’s applications that they’re testing and working to help make better. Third-party relationships on this are very important to them and the workflow team is helping to fix their problems faster too.

Das find ich mal gut. 

Erst meckern alle das MacOS ein paar Macken zu viel hat, und deshalb Apple einlenkt und nun alles langsamer entwickelt, dafür bugbereinigt, und nun meckert man das alles so lange dauert. 

Also mir ist langsam + gut lieber, als schnell und bugs die mich nerven.

Und wer sich hinstellt und sagt "Design ist mir mittlerweile egal", der sollte sich besser ne öde und nervige Windows Kiste auf seinen Schreibtisch knallen. Denn dann bekommt er was er verdient hat: Mist.

Der aktuelle MacPro ist auf dem Stand von Dezember 2013 (siehe https://buyersguide.macrumors.com/#Mac_Pro)  und ist eben nicht modular. Die letzte Generation der erweiterteren MacPros, die "Käsereiben" gab es 2012. Schau mal auf eBay welche Preise die MacPros 2009, 2010, 2012 gerade erzielen. In Anbetracht des Alters kaum noch nachvollziehbar. Daran sieht man doch den Bedarf. Das ist potenzielle Kundschaft für Neugeräte, die es scheinbar vorzieht sich mit Gebrauchtgeräten zu versorgen. Dem durchschnittlichen PC-Käufer wäre das nicht zu vermitteln, dass man so viel Geld in 5 Jahre oder noch ältere Technik investiert. 

"Kleine Maus", das sehe ich ganz genauso. Ich muss leider beruflich auch mit Windows PCs arbeiten, auch mit Windows ultimate 7 (das ist einigermaßen stabil, wird aber nicht mehr gepflegt) und dem neueren Windows 10. Da ist mir macOS Sierra bzw. High Sierra unendlich lieber. Und auf meinem iMac (Baujahr 2015) läuft alles wie am ersten Tag. Natürlich muss man auch hier nachbessern, aber er läuft schnell und sicher und seit etwa 4 Jahren äußerst zuverlässig. Die Windowskisten können zwar leichter nachgerüstet werden, aber das muß auch so sein, sonst ginge gar nichts mehr ordentlich. Viele große Firmen haben das bereits erkannt und auf iMacs umgestellt. Zudem ist in Deutschland an den Unis immer öfter Macsoftware zu finden. Das bloß nebenbei. Apple hat wirklich etwas objektivere Kritik verdient finde ich und die dauernd kritisierte hardware von Apple ist schon ok.

 

Jeder Hackintosh-User weiß, wie man einen vernünftigen Mac baut. Die steinreichen Jungs im Apple Park tun mir einfach nur Leid. Geld macht vielleicht glücklich, aber auch schrecklich dumm.

So schwer kann es nicht sein. Inzwischen sind ja auch viele Standard-PC-Komponenten in Apple-Rechnern verbaut.

Es ist kein Meckern, wenn man bemnängelt, das ein Hersteller von Computern keine modernen Computer herstellt. Bis auf den iMac Pro sind ALLE Rechner veraltet, und wer mit damit arbeiten  muss kann sich nur alte Technik ins Büro stellen. Dafür ist der Krempal aber dann doch zu teuer. Ich zahle seit 25 Jahren gerne für funktionierende Technik und ein super Betriebssystem, aber genau das geht Jahren nicht mehr. Wenn ich tatsächlich eine Windows-Kiste kaufen muss (was mir hoffentlich erspart bleibt), dann nur weil ich brauchbaren Arbeitsrechner benötige, nicht weil ich das will. Was Apple derzeit bietet ist nicht "langsam + gut" sondern "desinteressiert und mies". Aber klar, 1100 Euro mit dem Verkauf eines einzigen Handys zu verdienen ist natürlich deutlich attraktiver. Was interessieren da die blöden Computer.

Hola,
vielleicht wirds ja wirklich ein großer Wurf... und dann stehen alle wieder beim Live-Stream mit feuchten Augen da, so, als ob Steve noch leben würde ;-)))

Eine eigene Task Force bezüglich Pro? Transparenz hinsichtlich Verfügbarkeit? Sind doch gute Nachrichten, jetzt müssen sie nur noch abliefern...

Wirklich langsame halbwegs aktuelle Macs gibt es nicht: wer für seine Aufgaben tatsächlich immer auf dem scheinbar neuesten Stand sein will, stellt sich halt einen PC auf den Schreibtisch und erfreut sich seines Daseins. Und kauft jedes Jahr einen Neuen.

Lasst sie doch einfach mal machen, rummäkeln kann man dann immer noch. Nach jahrelangem Stillstand kommt endlich Bewegung rein... alles wird gut ;-)))

Thunderbolt 4 mit DisplayPort 1.5 für unkomprimiertes 8K mit 60 Hz.

Xeon E5 oder E7 mit bis zu 24 Kernen.

PCIe 4.0.

WLAN 802.11ax.

USB 3.2.

M.2 Slots für SSDs.

Vieler dieser Technologien sind noch nicht ganz fertig. Ich denke, Apple wird mit dem neuen Mac Pro den Grundstein fürs nächste Jahrzehnt legen. Einen Schnellschuss wird es da nicht geben. Ob das System jetzt im Dezember 2018 kommt oder im April 2019, ist eher zweitrangig.

Wenn die Kiste NICHT der große Wurf wird, ist die Glaubwürdigkeit endgültig dahin. Der iMac Pro ist ein guter Zwischenschritt, aber beim Mac Pro muss binnen der nächsten 18 Monate eine Lösung her. Und Apple soll endlich mal offenlegen, wie es jetzt beim Mac mini weitergeht.

(Zitat KleineMaus): "Und wer sich hinstellt und sagt "Design ist mir mittlerweile egal", der sollte sich besser ne öde und nervige Windows Kiste auf seinen Schreibtisch knallen. Denn dann bekommt er was er verdient hat: Mist." (Ende Zitat)

Wenn Apple macOS vom Mac entkoppeln würde - so wie Microsoft die Mac-Installation von Windows per Boot Camp oder Parallels & Co erlaubt - dann hätten wir diese Diskussion nicht.

Und den Design-Fetischisten stünde es offen, bis 2019 auf die Geburt der "Apple Professional Beauty Queen" zu warten.

Aber etwas weniger zugespitzt: Ja, es bleibt zu hoffen, dass wir 2019 dann alle positiv überrascht werden ob so viel Genialität und dass die (bezahl - und erweiterbare!) Wunderkiste auf Anhieb ohne "Schluckauf & Husten" funktioniert.