Apple kündigt HomePod mini für unter 100 Euro an

14. Okt. 2020 00:01 Uhr - Redaktion

Apple geht im Segment der intelligenten Lautsprecher den nächsten Schritt: Der heute angekündigte HomePod mini ist mit 96,50 Euro deutlich günstiger als das erste HomePod-Modell und soll dadurch größere Nutzerkreise erreichen. Der knapp neun Zentimeter hohe HomePod mini kommt Mitte November in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, den USA und weiteren Ländern in den Handel. Die Computational-Audio-Technik soll zusammen mit dem S5-Chip eine hohe Tonqualität gewährleisten.

Der HomePod mini kann ab dem 06. November in den Farben Weiß und Spacegrau vorbestellt werden, die Auslieferung startet ab dem 16. November. Ob bzw. wann der neue intelligente Lautsprecher auch in Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern angeboten wird, dazu äußerte sich Apple heute nicht. Zur Inbetriebnahme und Verwaltung wird ein Gerät mit iOS/iPadOS 14 benötigt.

"Der HomePod mini bietet ein unglaublich sattes und detailgetreues akustisches Erlebnis, wobei Computational Audio für maximale Leistung sorgt. Um trotz des kompakten Designs einen voluminösen Klang zu erzielen, arbeitet der Apple S5 Chip im HomePod mini mit fortschrittlicher Software zusammen. So werden einzigartige Charakteristika der Musik analysiert und komplexe Abstimmungsmodelle angewendet, um die Lautheit zu optimieren, den Dynamikbereich anzupassen und die Bewegung des Treibers und der passiven Tieftöner in Echtzeit zu steuern. Der von Apple entwickelte Treiber mit voller Bandbreite wird von einem Neodym-Magneten und einem Paar kraftaufhebender passiver Tieftöner angetrieben und ermöglicht tiefe Bässe und knackige hohe Frequenzen.

 
HomePod mini
 
Der neue HomePod mini kostet weniger als 100 Euro.
Bild: Apple.

 

Der HomePod mini nutzt die gleichen akustischen Prinzipien, die den großartigen Sound des HomePod möglich machen. Er verfügt über einen von Apple entwickelten akustischen Wellenleiter, der den Schallfluss nach unten und am unteren Ende des Lautsprechers nach außen lenkt und so ein beeindruckendes 360°-Hörerlebnis ermöglicht. Auf diese Weise können Nutzer den HomePod mini fast überall im Raum hinstellen und gleichmäßigen Sound genießen. Ein Ring aus drei Mikrofonen hört auf 'Hey Siri' und ein viertes, nach innen gerichtetes Mikrofon hilft dabei, den vom Lautsprecher kommenden Schall zu isolieren, um die Stimmerkennung bei gleichzeitiger Musikwiedergabe zu verbessern", so Apple.

Ebenfalls neu ist die Funktion Intercom, mit der Familienmitglieder schnell miteinander in Verbindung treten können. "Eine Person kann eine Intercom-Nachricht von einem HomePod an einen anderen senden — egal, ob in einem anderen Raum, einer bestimmten Zone oder mehreren Räumen im ganzen Haus — und ihre Stimme wird automatisch auf dem dafür vorgesehenen HomePod-Lautsprecher abgespielt. Intercom funktioniert mit iPhone, iPad, Apple Watch, AirPods und CarPlay, sodass jeder im Haushalt Intercom-Benachrichtigungen erhalten und Intercom-Nachrichten senden kann, sei es vom Garten aus oder auf dem Heimweg", erläutert Apple.

 

 

Außerdem verfügt der neue intelligente Lautsprecher über die vom ersten HomePod-Modell bekannten Funktionen wie Touch-Bedienfeld, Siri-Sprachsteuerung mitsamt Siri-Kurzbefehlen, musikalische Wecker, enge Verzahnung mit anderen Apple-Geräten, Ambient Sounds und Smart-Home-Steuerung. Die direkte Anbindung an Musikdienste wie Pandora und Amazon Music soll in den nächsten Monaten ergänzt werden. Zwei HomePod minis lassen sich für die Stereo-Wiedergabe koppeln.

Zur Ausstattung gehören darüber hinaus WLAN 802.11n, Bluetooth 5.0 und der U1-Chip.

Nachtrag (14. Oktober): Das erste HomePod-Modell bleibt zum unveränderten Preis im Programm. Ein Funktionsvergleich beider Modelle ist auf dieser Web-Seite zu finden. Wichtig: HomePod und HomePod mini lassen sich für die Stereo-Wiedergabe nicht koppeln - dies geht nur mit 2x HomePod oder 2x HomePod mini. Das erste HomePod-Modell erhält via Softwareupdate bald die neue Funktion "Heimkino mit Apple TV 4K", mit der sich ein oder zwei HomePods mit Apple TV für die Surround-Sound-Wiedergabe (Dolby 5.1, 7.1 und Atmos) koppeln lassen.

Kommentare

Am großen HomePod hat mich nicht nur der Preis gestört, auch die Größe. Ich hab einfach keinen Platz dafür. Bei den kleinen könnte ich mir vorstellen 2 zu kaufen um Stereo zu haben. Aber erst mal einen probieren.

Das ist eine richtige Überraschung, das hätte ich nicht erwartet. Ich finde den HomePod mini fast spannender als das iPhone 12.

Ist Computational Audio nicht ein Sakrileg?

Ich meine, man möchte die Musik doch möglichst nah am Original und unverfälscht hören??

@mac_only: Es hängt von der Zielgruppe ab.

Der HomePod mini zielt auf Gelegenheits-, Nebenbei- und "unverfälschter Klang ist (mir) an diesem Ort nicht so wichtig"-Hörer. Er ist augenscheinlich dazu entworfen, sich möglichst elegant und unauffällig in die Wohnlandschaft einzufügen und dabei unterhalb einer gewissen Preis-Schmerzschwelle zu bleiben. Reiner Klang ist dem untergeordnet. Einen Musik-Puristen oder -Schaffenden wird man damit wohl eher nicht hinter dem Ofen hervorlocken - es sei denn, um abzuhören, wie das eigene Material auf diesem Lautsprecher klingt. Computational Audio dient dabei eher dem Zweck, aus der geringen Größe das maximal mögliche an subjektiv "angenehmem Klang" herauszuholen, weniger dem, objektiv originalgetreu zu klingen oder verschiedene Geschmäcker der Hörer zu bedienen.

Flapsig: Genelecs wird man sich wohl eher nicht auf dem Klo installieren. Der HomePod mini macht dort aber sicher eine gute Figur.

Die Antwort auf die Fragen stammt daher von Fettes Brot: "Jein." 😉

@Moranaga Die Frage nach dem unverfälschten Klang.... Ich habe jahrelang im Tonstudio gearbeitet und habe mich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Es gibt den unverfälschten Klang nicht. Jede Box zeichnet, jeder Raum, jedes Instrument,.... Vergleiche mal einen Bösendorfer mit einem Steinway und sag mir dann, wie ein Flügel "tönen muss". Es gibt ab einem gewissen Niveau nur persönliche Präferenzen - ist mit einem guten Whisky: die einem mögen's mild, die anderen rauchig.

Aber davon abgesehen hast Du natürlich IMHO recht: Zuhause liegt die Entscheidung irgendwo zwischen Lieblingsklang und Design/Platz. Ich habe bereits HomePods, bin begeistert und werde mir die Kleinen auf alle Fälle anhören - für den musikalischen Snack zwischendurch ;-).

// Am großen HomePod hat mich nicht nur der Preis gestört, auch die Größe. Ich hab einfach keinen Platz dafür. Bei den kleinen könnte ich mir vorstellen 2 zu kaufen um Stereo zu haben. Aber erst mal einen probieren. //

Nehmen da zwei kleine nicht mehr Platz weg als ein HomePod. Ich bin irritiert.

Wenn das einzige Werkzeug das man kennt ein Hammer ist, dann sieht alles wie ein Nagel aus.

eines meiner Lieblingsthemen. Du findest viele Angebote mit: jetzt 45% mehr Bass. Da sitzen Musiker mit den Engineers und Produzenten tagelang im Regieraum und tüfteln einen Klang aus. Das interessiert annähernd niemanden im Alter meiner Kids. Die sagen mir, egal, mir gefällt es so. Die Klangästhetik hat sich definitiv gewandelt mit Boomboxen und Maxi Auto Anlagen. Ich würde überspitzt sagen: unverfälschter Klang war Seventies, evtl. noch Eighties. Da war es ein Ideal, danach einfach nur OldSchool.

Zum HomePod. Der Grosse klang wirklich angenehm, habe ihn aber nie stereo gehört. Der Kleine dürfte allein vom Volumen Probleme bekommen. Ist aber wahrscheinlich auch nicht schlechter als bei den Heimstereos, wo die Boxen aus ästhetischen oder platzsparenden Gründen direkt nebeneinander stehen.

Ich finde es sehr spannend, was da alles an Technik drinsteckt in dem kleinen Teil.

Allerdings nutze ich Siri nicht, Apple Music auch nicht. Damit falle ich wohl aus der Zielgruppe.

Wer kennt vergleichbare Lautsprecher mit WLAN+AirPlay um die 100 €?