Bereits seit Monaten steht hinter einer mit macOS Tahoe 26 kompatiblen Version des OpenCore Legacy Patcher ein großes Fragezeichen. Nun musste das Open-Source-Projekt einen weiteren Rückschlag verkraften: Der nächste führende Entwickler kündigte aus beruflichen Gründen seinen Rückzug an.
Nach Mykola Grymalyuk hat nun auch Dhinak G das Projekt in Richtung Apple verlassen. Beide Entwickler hatten das Patcher-Projekt in den letzten Jahren maßgeblich vorangetrieben und - im Zusammenspiel mit weiteren Programmierern, Unterstützern und Testern - dafür gesorgt, dass sich neuere macOS-Versionsreihen mit größtmöglichem Funktionsumfang auf älteren, nicht mehr von Apple unterstützten Intel-Macs nutzen lassen.
Mit macOS 27 endet das Patcher-Projekt ohnehin: macOS 27 enthält ausschließlich Code für Apple-Prozessoren (ARM-Architektur) und kann nicht auf Intel-basierten Systemen (x86-Architektur) genutzt werden. Ob der OpenCore Legacy Patcher 3.0 mit Unterstützung für macOS 26 noch fertiggestellt werden kann, ist inzwischen mehr als fraglich - es gibt weiter etliche technische Hürden, vor allem im Hinblick auf den Sicherheitschip T2, bei einem gleichzeitig stark ausgedünnten Entwicklerteam.

Bild: GitHub.
Das Patcher-Projekt hat eine Lücke geschlossen, die von Apple aufgerissen wurde: Computer, Desktops wie Notebooks, sollten in der heutigen Zeit eigentlich 10 Jahre lang Sicherheitsupdates erhalten. Bei Intel-Macs war aber zuletzt schon nach sieben oder acht Jahren Schluss (Beispiel: Auf dem letzten Intel-MacBook-Air von 2020 läuft maximal macOS 15, das nächstes Jahr aus dem Support fällt). In Zeiten immer länger werdender Nutzungszyklen einfach ein Unding - voll funktionsfähige Hardware wird praktisch zum Elektroschrott, weil sich die Internetnutzung wegen offener Sicherheitslücken, die vom Hersteller aufgrund von eigenwillig festgelegten Support-Grenzen nicht mehr behoben werden, eigentlich verbietet.
Auf Intel-Macs ist, wir haben es mehrfach erwähnt, Linux eine sehr gute Wahl. Apples Boot-Camp-Software zur Installation von Windows wird seit Jahren nicht mehr aktualisiert und ohne Boot Camp ist die Windows-Installation aufgrund des Gefrickels keinem Nutzer zu empfehlen (von den Qualitätsproblemen unter Windows ganz zu Schweigen). Linux ist zudem deutlich schlanker und flotter auf älterer Hardware als macOS und Windows, die beide unter der zunehmenden Bloatware-Seuche leiden (die Systeme werden immer überladener und fetter, zuletzt durch den völlig ausgeuferten "KI"-Hype; während sich in den Untiefen der Systeme die Bugs häufen).
Apple könnte die Thematik sehr elegant lösen: Es gibt grundsätzlich 10 Jahre lang Sicherheitsupdates für jeden Mac. Auf sehr alten Rechnern (8-10 Jahre) sollten zumindest noch Schwachstellen mit kritischem Schweregrad geschlossen werden, die beispielsweise aktiv ausgenutzt werden oder die Remote-Schadcode-Einschleusung ermöglichen. Dazu müsste der Konzern aber (endlich) einmal über seinen Schatten springen - am besten mit einer grundlegenden Qualitätsoffensive bei der Software mitsamt klar kommunizierter Support-Politik. Die Wahrscheinlichkeit dafür? Verschwindend gering (wozu auch, es läuft in puncto Umsatz und Gewinn schließlich blendend in Cupertino).
