Im Frühjahr hat Apple mit macOS Tahoe 26.4 eine neue Sicherheitsfunktion für das Terminal eingeführt. Damit soll der Schutz vor Schadsoftware, die via Terminal auf den Mac gelangt, verbessert werden. Beim Einfügen kopierter Befehle ins Terminal gibt es seitdem eine Warnmeldung, außerdem wurde der XProtect-Scan auch auf Copy & Paste ins Terminal ausgeweitet - bestätigte Malware wird am Ausführen gehindert.
Nun hat der Hersteller ein Support-Dokument bereitgestellt, das den neuen Schutzmechanismus näher beschreibt. Darin heißt es: "Wenn Ihr Mac das Einfügen eines Terminal-Befehls oder eines Skripts blockiert: Diese Warnung wird angezeigt, wenn Sie das Terminal nicht regelmäßig verwenden und den Befehl von einer Website, einem Chat-Agenten oder einer Messaging- bzw. E-Mail-App kopiert haben.
Betrüger nutzen diese Kanäle, um Nutzer dazu zu bringen, schädliche Befehle in das Terminal einzufügen, um Ihren Mac zu beschädigen oder Ihre Privatsphäre zu gefährden. Diese Warnung soll sicherstellen, dass Sie nicht dazu verleitet werden, einen Befehl auszuführen, mit dem Sie nicht gerechnet haben.
Wenn auf Ihrem Mac die Warnmeldung 'Malware erkannt, Einfügen blockiert' oder 'Schädliches Skript blockiert' dargestellt wird. Diese Warnmeldungen erscheinen, wenn macOS feststellt, dass ein Befehl oder ein Skript bekannte Malware enthält, und diesen bzw. dieses blockiert."

Bild: Apple.
Apple geht damit gegen einen zuletzt immer häufiger genutzten Angriffsvektor für die Einschleusung von Schadsoftware aller Art vor. Gut möglich, dass der Hersteller den neuen Sicherheitsmechanismus mit dem in der Entwicklung befindlichen macOS Golden Gate 27 verfeinern wird.
Einen 100prozentigen Schutz gibt es - wie immer - nicht: Erstens können Nutzer unter macOS (wie auch unter Linux, Windows und Android) grundsätzlich alles installieren, was sie wollen (auch unter Umgehung bestehender Sicherheitsfunktionen), zweitens erkennen Mechanismen wie XProtect immer nur bereits bekannte Malware.
Was das Terminal angeht, so sollten es nur erfahrene, technisch versierte Nutzer einsetzen, die wissen, was sie tun und welche Befehle sie ausführen. Für alle anderen gilt besser: Finger weg vom Terminal (und schon gar nicht sollte man dort irgendetwas per Copy & Paste eingeben, wozu man von irgendwelchen dubiosen/unbekannten Web-Seiten, Personen oder Kanälen aufgefordert wird).
