Apple stellt neuen Mac mini mit M1-Prozessor vor

11. Nov. 2020 00:01 Uhr - Redaktion

Als erster Desktop-Rechner erhält der Mac mini den ARM-basierten M1-Prozessor von Apple. Die Kalifornier versprechen zwar deutliche Zuwächse bei der Rechen-, Grafik- und ML-Leistung und außerdem sanken die Preise (jetzt ab 778,85 Euro), es gibt jedoch fünf gravierende Rückschritte gegenüber der vorherigen Baureihe des Jahrgangs 2018.

Erstens: Den Mac mini mit M1-Chip gibt es maximal mit 16 GB Arbeitsspeicher - der Intel-Vorgänger unterstützt hingegen bis zu 64 GB RAM. Ein nachträgliches Aufrüsten ist aufgrund des SoC-Designs des M1-Chips nicht mehr möglich. Zweitens: Statt vier gibt es nun nur noch zwei Thunderbolt-3-/USB-C-Schnittstellen. Drittens: Die 10-Gigabit-Ethernet-Option wurde gestrichen. Viertens: Externe AMD-Grafikkarten können nicht genutzt werden. Fünftens: Es können nur noch zwei anstatt drei Bildschirme gleichzeitig betrieben werden. Eine Begründung für diese Änderungen gibt es nicht.

"Der M1 hat eine 8-Core CPU mit bis zu 3-mal schnellerer Leistung als bei der vorherigen Generation und beschleunigt anspruchsvolle Workloads spürbar, vom Kompilieren einer Million Zeilen von Code bis hin zum Erstellen von großen Musikprojekten mit mehreren Spuren. Eine 8-Core GPU liefert eine unglaubliche, bis zu 6-mal höhere Grafik­performance, mit der der Mac mini anspruchsvolle Aufgaben wie komplexes 3D Rendering ganz einfach erledigt. Aufgaben für maschinelles Lernen machen auch einen großen Sprung im Vergleich zur vorherigen Generation – mit einer bis zu 15-mal schnelleren Performance", erläutert Apple (der Hersteller vergleich gegenüber dem Core-i3-Vormodell).

 
 
Mac mini mit M1

 

Mac mini mit M1: Schneller, günstiger, mit WLAN 6, aber weniger Maximal-RAM, kein eGPU-Support,
kein 10GbE, weniger Schnittstellen.

Bild: Apple.

 

Der Mac mini mit M1-Chip ist aktiv per Lüfter gekühlt. Neu sind die Unterstützung für WLAN 6 (802.11ax) für schnellere Datenübertragungen im Funknetz und die Möglichkeit, Bildschirme mit höheren Auflösungen (bis zu 6K) anzusteuern. An Schnittstellen stehen 2x Thunderbolt 3/USB-C, 1x Gigabit-Ethernet, 1x HDMI 2.0, 2x USB-A, 1x Audio-Ausgang und Bluetooth 5.0 zur Verfügung.

Interessanterweise gibt es den neuen Mac mini nicht in Spacegrau, sondern nur in Silber. Das 2018er Intel-Modell in Spacegrau (mit Core i5 oder Core i7) verbleibt vorerst im Programm (ab 1227,25 Euro). Somit löst der Mac mini mit M1-Chip streng genommen nur den Intel-Mac-mini mit Core i3 ab.

Der Mac mini mit M1-Chip im Überblick:

• Apple M1 Chip mit 8‑Core CPU, 8‑Core GPU und 16‑Core Neural Engine, acht GB RAM, 256 GB SSD, 2x Thunderbolt 3, Gigabit-Ethernet. Preis: 778,85 Euro.

• Apple M1 Chip mit 8‑Core CPU, 8‑Core GPU und 16‑Core Neural Engine, acht GB RAM, 512 GB SSD, 2x Thunderbolt 3, Gigabit-Ethernet. Preis: 1003,05 Euro.

16 GB Arbeitsspeicher kosten 224,20 Euro Aufpreis. Die SSD-Aufpreise beginnen ebenfalls bei 224,20 Euro. Der Mac mini mit M1-Chip kann ab sofort bestellt werden und wird ab nächster Woche ausgeliefert. Das vorinstallierte Betriebssystem macOS Big Sur ist für den M1-Chip optimiert. Dazu Apple:

"macOS Big Sur wurde entwickelt, um das Potenzial des M1 Chips optimal zu nutzen, und ermöglicht dem Mac eine deutlich höhere Performance und noch viel mehr. [...] Der M1 Chip und macOS Big Sur arbeiten zusammen, um das ganze System reaktions­schneller zu machen. [...] All deine vorhandenen Apps funktionieren mit Rosetta 2 auch weiterhin. Und zum ersten Mal kannst du deine iPhone und iPad Apps direkt in macOS Big Sur öffnen."

Nachtrag: Macs mit M1-Chip unterstützen weniger externe Bildschirme, kein eGPU-Support.

Kommentare

Kommt dann im Frühjahr vielleicht noch ein neuer Spacegrau-Mini mit "M1+" Chip, der wieder 4 TB-Ports, 10GbE und mehr RAM bietet?

Anders kann ich mir die Situation ad hoc nicht erklären.

Ideen dazu?

… denke ich.
Wie zu erwarten war, werden zu Beginn nur Kunden mit geringen bis moderaten Leistungsansprüchen bedient.
In der geringeren Anzahl der Ports und der niedrigen RAM Maximalausstattung vermute ich eine hardware-spezifische Begrenzung. Daher würde ich in nächster Zeit keine weiteren Apple Silicon Macs erwarten.

Vielleicht kommen Mitte bis Ende 2021 dann erste iMacs, sofern dann ein "M2" Chip verfügbar sein sollte.
iMacs mit weniger Ports und geringerer RAM Ausstattung dürften nur wenige Käufer finden und sollten die aktuellen Spezifikationen tatsächlich eine hardwareseitige Begrenzung sein, dann würde dafür bereits eine neue Generation der Apple SoC nötig.

Interessanterweise könnte man Apples Statement zur fehlenden eGPU Unterstützung auch so interpretieren, dass diese lediglich bei diesen ersten M1-Macs nicht vorhanden ist, ggf. aber zu einem späteren Zeitpunkt bzw. mit der nächsten Generation kommt.

Denn für Pro-Apps ist die aktuelle Grafikleistung auch mit den angegebenen Zuwächsen immer noch viel zu gering.
Es fehlen bislang auch jegliche Angaben zum GPU-Speicher. Der dürfte sich aus dem RAM speisen, was die aktuellen 16 GB dann noch "magerer" wirken lassen.
Mit Cinema3D hausieren zu gehen, empfand ich schon als gewagt, da ich mir nicht vorstellen kann, dass der M1 in diesem Bereich auch nur ansatzweise nutzbringend sein kann. Der aktuelle mini ist ohne eGPU für 3D-Anwendungen zumindest völlig unbrauchbar.

Trotzdem ist es eine tolle Entwicklung, die für die Zukunft hoffen lässt. Zwar hätte ich mir für den mini auch ein Re-Design gewünscht, aber da hatte ich auch noch die Hoffnung auf einen, der höheren Ansprüchen genügt, als die aktuelle 2018er Intel Variante.

Jetzt kann man erstmal nur abwarten, bis die ersten benchmarks auftauchen und man die Leistungsfähigkeit der neuen Macs dann besser einordnen kann.

Für die allermeisten Anwender dürften die neuen M1 Macs allerdings bereits jetzt eine deutliche Verbesserung ggü. deren Vorgängerversionen sein.

hat mich auch gewundert.

Aber es wird sein, wie es immer ist, mit neuen Maschinen. Man sollte das erste Jahr bzw. die erste Revision abwarten und das lebt das alles länger und hat mehr Atem. Ansonsten teile ich Deine Ansichten @modonaut

Kommen noch 24" iMac und 16" MBP mit Apple Silicon in den nächsten Monaten.

Ich würde fast darauf wetten, dass es den M1 für diese Modelle in einer leistungsstärkeren Version geben wird. M1+ oder M1X oder wie auch immer er benannt sein wird.

Den M2 auf A15-Design erst Ende 2021 - wir kennen Apples Jahresrhythmus bei Chips inzwischen.

Ansonsten sehe ich es so, dass der M1 bei der Grafikleistung ein immenser Fortschritt ist gegenüber Intel, aber man im Mid-Range- und High-End-Bereich höchstwahrscheinlich weiter auf AMD setzen wird (allein schon wegen separatem VRAM und anderen High-End-Funktionen). Das war aber auch irgendwo zu erwarten.

Selbst wenn wir bei einem "M1+" von einer stärkeren GPU (10 Kerne?) ausgehen würden, wären aktuelle Radeon und Vega von AMD vorn und AMD hat ja schon die nächsten Modelle fast fertig. Insofern ließe das auch wieder für eGPU hoffen.

gelten die selben Beschränkungen: max. 16 GB RAM und nur zwei TB-Anschlüsse. Ich denke, das deutet darauf hin, das der M1 einfach nicht mehr kann. Für die Einstiegsmacs mag das reichen, für andere definitiv nicht. Da kommt bestimmt noch mehr, fragt sich nur wann? Richtig flotte Prozessoren, und die dann durch zu wenig RAM, fehlendes 10 GBE oder nicht ausreichende Anschlüsse ausbremsen ergibt nicht wirklich Sinn.

Dennoch, die Leistungsdaten machen Lust auf mehr, ich hoffe nur, das möglichst zeitnah weitere Prozessoren zur Verfügung stehen. Jetzt haben sie uns Appetit auf mehr gemacht, wer mag jetzt noch intel kaufen?

Es wurde ja schon spekuliert, das unterhalb des aktuellen Mac Pro ein kompakterer Pro kommen soll. Der könnte bald die Lücke zwischen Mac Mini und Mac Pro schließen. Unter diesem Aspekt würde der Mini Sinn machen, so wie e r jetzt ausgestattet ist.

Bei den Üblichen Update-Zyklen des Mini würde ich frühestens im Herbst 2021 und eher im Frühjahr 2022 mit einem neunen Modell rechnen.
Ein Desktop-Rechner zwischen Mini und Pro halte ich jetzt auch für wahrscheinlicher. Allerdings in brauchbarer Ausstattung nicht unter 2.500 €.

Wie lange wird man noch Mac minis mit Intel-CPU bekommen? Im Apple Store wird aktuell nur das Modell mit 3,0 GHz 6‑Core Intel Core i5 angeboten. Es gibt sicherlich vielfach Situationen, in denen neue Mac minis angeschafft werden sollen, aber zB wegen fehlender Software noch keine mit Apple-Chip. (Man würde hier vielleicht noch sehen wollen, wie viel schneller Rosetta 2 im Vergleich zum ersten Rosetta ist.)

Der aktuelle mini ist ohne eGPU für 3D-Anwendungen zumindest völlig unbrauchbar.

Ich denke, da wird ein ziemlicher Unterschied da sein, gerade bei diesen 2 Modellen. Bin aber auch nicht überzeugt, dass der neue Mini mein Schnittcomputer werden soll.

zusätzlich 8 GB Speicher und zusätzlich 256 GB SSD für nur 500€ Aufpreis?

Zusätzlich kann man den Speichen dann nicht weiter aufrüsten?

Behaltet euren Schrott.

Ich benutze Apple seit 1996, bin aber ernsthaft am überlegen umzusteigen.

I know that you believe you understand what you think I said, but I am not sure you realize that what you heard is not what I meant.
 

Es wäre sicher vermessen gewesen, wenn man gleich mit dem Wechsel Rechner erwartet hätte, die mit Workstation-nahen Leistungsdaten aufwarten können.
Wenn ich mit meiner Vermutung, dass sich CPU und GPU den RAM teilen, richtig liege, dann wird die RAM-Maximalausstattung hier erstmal für einige Zeit die Verwendung von wirklich leistungshungriger Software verhindern.
Denn 16 GB für CPU/GPU ist einfach arg knapp.
Da würde ich auch nicht mehr erwarten, dass 2D-Software à la Photoshop noch rund läuft, wenn man entsprechende Dateien zu bearbeiten hat.
Für den Video-Bereich sieht es sicher erstmal ähnlich aus.

Man darf ja nicht übersehen, dass alle Vergleiche, die Apple derzeit anstellt, Vergleiche mit den entsprechenden Intel-Vorgängern sind. Also mit Rechnern, die eben keinerlei Workstation-Ambitionen haben.

Dennoch lässt dieser Start hoffen. Und wenn es Apple gelingt, ihre SoC in dem Tempo weiter zu entwickeln, wie es bis heute schon gelungen ist und die vermuteten hardwarebasierten Beschränkungen dann auch immer weiter wegfallen, könnten am Ende der 2-Jahres-Planung durchaus Rechner präsentiert werden, die in den Bereich eines Mac Pro kommen könnten.

Bin jedenfalls sehr gespannt auf die ersten Berichte und Tests zu den Apple Silicon Macs.

Die bisher schon bescheidenen Anschlüsse wurde noch weiter verringert, ihre schlechte Zugänglichkeit beibehalten. Dazu kommen die gewohnt absurden Aufpreise für eine zeitgemäße Ausstattung mit Speicherplatz und RAM. Enttäuschend.