Akai, Apogee, Avid, Blackmagic, M-Audio, Motu, Native Instruments und Reason informieren über Kompatibilität mit macOS Big Sur und ARM-Macs (Update)

20. Nov. 2020 16:00 Uhr - Redaktion

Sowohl das neue Betriebssystem macOS Big Sur als auch die ersten Macs mit Apple-Prozessoren sorgen momentan und wahrscheinlich auch in den nächsten Monaten für viel Arbeit bei den Herstellern von professionellen Hard- und Softwarelösungen. Inzwischen haben sich etliche namhafte Anbieter zur Kompatibilität geäußert. Wir geben einen Überblick.

Akai: Noch keine Kompatibilität mit macOS Big Sur.

Apogee: Hardware wie Symphony Desktop, Duet, ONE, HypeMiC und MiC+ sowie alle Plug-ins sind bereits mit macOS Big Sur und ARM-Macs kompatibel, zum Teil über die Rosetta-Umgebung. Bei anderen Produkten laufen noch die Tests und Anpassungen, zudem weist Apogee auf verschiedene bekannte Probleme hin.

Avid: Die Notationssoftware Sibelius ist unterstützt bereits macOS Big Sur, das Musikproduktionsprogramm Pro Tools und andere Avid-Software soll demnächst folgen. Schlechter sieht es mit der Unterstützung von ARM-basierten Macs aus: "Noch nicht unterstützt" heißt es dazu von Avid.

 
macOS Big Sur
 
macOS Big Sur: Hersteller arbeiten an der Anpassung ihrer Produkte.
Bild: Apple.

 

Blackmagic: Die Videoproduktionssoftware DaVinci Resolve wird beginnend mit der im Betatest befindlichen Version 17.1 volle Unterstützung für macOS Big Sur bieten und native auf Macs mit Apple-Prozessoren laufen. Zu anderen Produkten hat Blackmagic noch keine Kompatibilitätsinformationen herausgegeben.

M-Audio: Noch keine Unterstützung für macOS Big Sur.

Motu: Die meisten Audio-Interfaces sind noch nicht mit macOS Big Sur kompatibel, gleiches gilt für Digital Performer und Software-Instrumente. Die Anpassungen und Tests laufen jedoch.

Native Instruments. "Wir führen derzeit Tests mit der Release-Version von macOS 11 (Big Sur) durch, um die Kompatibilität unserer Soft- und Hardware-Produkte so schnell wie möglich zu gewährleisten", teilte das in Berlin ansässige Unternehmen mit. Für viele Produkte gibt es bereits grünes Licht. Zur nativen Unterstützung von ARM-Macs hat sich Native Instruments noch nicht geäußert.

Reason Studios: Die Musiksoftware Reason ist ab Version 11.3.4 für macOS Big Sur zertifiziert, bei anderen Produkten läuft die Anpassung. An der nativen Unterstützung von ARM-Macs wird ebenso gearbeitet.

Nachtrag (17:00 Uhr): Auch von Atto (Big-Sur-Unterstützung für etliche Produkte ist bereits gegeben; ARM-Support kommt), Universal Audio (aktuell keine Kompatibilität mit macOS Big Sur und ARM-Macs), Ableton (Live wird unter macOS Big Sur noch nicht offiziell unterstützt, läuft jedoch bereits) gibt es Informationen zum Thema.

Kommentare

Wieso beginnen diese Hersteller erst ab dem offiziellen Release einer neuen OS-Version mit Portierungen und Tests?

Sollte man seine Testcases nicht automatisiert haben und bereits mindestens ab RC1 losjagen (können)?

Denke ich naiv und mache mir die Sache zu einfach oder sitzen die Hersteller den Prozess tatsächlich bis zum Release aus und kümmeln deshalb hinterher? Mir ist zwar bewusst, dass es sich teils um komplexe Softwareprodukte handelt, aber gerade dann bzw. deshalb sollte der Prozess doch hochautomatisiert sein. Oder ist deren Codebase tatsächlich so sch****, wie sich anhand der Anpassungsgeschwindigkeit vermuten lässt? Das kann doch kein nennenswerter Aufwand sein, von einem Release zum nächsten seine Software anzupassen, wenn man seine Development-Prozesse im Griff hat. Immerhin ist es deren Geschäftsgrundlage, lauffähige Werkzeuge verkaufen zu können ...

Die Umstellung von 32bit auf 64bit war ja nun keine Entschuldigung wert, sie war ein ganzes Jahrzehnt zuvor angekündigt. Der Wechsel der Prozessorarchitektur ist jetzt ein Grund. Aber dahingehend gibt es von Apple Unterstützung.

Wie gesagt, verstehe ich es (aus Kundensicht) nicht.

die Konkurrenz ist doch genauso schnarchig. Es ist jedes Jahr dasselbe, wenn es von Apple ein neues OS gibt. Zahlreiche Softwarefirmen bringen in der Woche in der das neue OS erscheint ebenfalls neue Versionen raus, und der Kram läuft. Besonders die Musikindustrie fällt da unangenehm auf. Man ist versucht zu sagen: "The same procedure as last year?";  "The same procedure as every year".

Hab mal gehört (ob da was dran ist kann ich nicht beurteilen) das die deshalb immer so lang warten, weil Apple (vermutlich einmal vor hundert Jahren) relativ spät noch was wichtiges geändert hat. Bevor sie ihren Kram zweimal anfassen müssen wird lieber gewartet. Vielleicht ist aber in den diversen Programmen inzwischen auch dermassen viel Müll und Altlasten drin, die sie von Jahr zu Jahr übernehmen, das es deswegen so lange dauert? 

Ich hab zuweilen den Eindruck, je älter eine Softwarefirma ist desto schlimmer ist es. Programmierer kommen und gehen, dokumentieren ihren Code unzureichend, und dann wird immer nur alles mitgeschleppt statt das mal ordentlich aufgeräumt wird. Ist bei abodobe doch auch nicht anders. 

Ich entwickle selbst und kann bestätigen, dass es schwierig ist, den richtigen Zeitpunkt für eine Anpassung an ein neues System anzugehen. Kenne auch die Musikszene ganz gut.

1. Es ist ja nicht so, daß eine OS Beta fertige Software ist und man passt die eigene Software darauf an, sondern man arbeitet gegen ein bewegliches Ziel. Das kostet wahnsinnig viel Zeit, ist Trial and Error. Und dann kommt Apple - wie im Fall von iOS dieses mal - und stellt von heute auf morgen ohne Vorwarnung die x.0 ins Netz. Danke auch. Die Big Sur Beta war fast durchgend einen mittlere Katastrophe, besonders am Anfang.

2. Gerade bei den Audio Plug-ins sind das viele kleine Firmen, die sich auch noch um mehrere Plattformen kümmern müssen. Entwickler laufen nicht gerade wie Freiwild herum, sondern sind schwer zu bekommen und noch schwerer zu halten.

3. Dass viele Künstler im dieser Covid Zeit nicht gerade viel Geld haben sich Software zu kaufen dürfte auch klar sein.

4. Wir haben hier ja eine 2-fache Umstellung: Big Sur und ARM. Ein Musiker ist es gewohnt sein macOS frühestens mit dem Release des nächsten großen OS Updates zu aktualisieren. Es hilft ja nichts, wenn nur einzelne Komponenten funktionieren. Ich erinnere mich noch gut on die Umstellung auf OS X, die ein echtes Grauen war. Als das funktionierte, kam die Umstellung auf Intel. Noch mal von vorne.

Wer unbedingt einen M1 Rechner als DAW benutzen will, kann Logic benutzen - das wird vermutlich ganz gut laufen.

Alle anderen werden sich jetzt auf die gebraucht billiger werdenden Intel Highend Macs stürzen und erst mal mit Catalina weiterarbeiten. Warum auch nicht.

Danke, brainray2. Derartige Einblicke hinter die Kulissen macht es für uns normale User etwas verständlicher.

Ich hoffe dann doch, dass die Zeit der großen Umstellungen vorbei ist. Es gibt ja auf absehbare Zeit eigentlich nichts mehr zum umstellen, oder? Alles modern, Apple Silicon ist da.