Apple integriert VPN-ähnlichen Dienst in Safari via iCloud+

08. Juni 2021 14:00 Uhr - Redaktion

Unter dem Namen iCloud+ hat Apple mehrere Erweiterungen für den hauseigenen Online-Dienst vorgestellt. Die wichtigste Neuerung ist eine VPN-ähnliche Funktion (Private Relay) für den Web-Browser Safari. iCloud-Abonnenten werden iCloud+ ab Herbst ohne Aufpreis nutzen können.

"Private Relay ist ein neuer Dienst zum Schutz der Internetprivatsphäre, der direkt in iCloud integriert ist und es Anwendern ermöglicht, sicherer und privater im Internet zu surfen. Beim Surfen mit Safari verschlüsselt Private Relay den gesamten ausgehenden Datenverkehr des Geräts, sodass niemand zwischen den Benutzern und den aufgerufenen Websites auf die Daten zugreifen und sie lesen kann – nicht einmal Apple oder der Netzwerkanbieter.

 

iCloud
 
iCloud: VPN-ähnlicher Dienst für Abonnenten ohne Zusatzkosten.
Bild: Apple.

 

Alle Nutzeranfragen werden dann durch zwei separate Internetrelais gesendet. Das erste teilt Usern eine anonyme IP-Adresse zu, die ihrer Region zugeordnet ist, aber nicht ihrem tatsächlichen Standort. Das zweite entschlüsselt die Webadresse, die sie besuchen wollen und leitet sie weiter an ihr Ziel. Diese Trennung von Informationen schützt die Privatsphäre der Anwender, da keine einzige Organisation gleichzeitig identifizieren kann, wer die Benutzern sind und welche Seiten sie besuchen", ließ Apple verlauten.

Eine Neuheit gibt es auch für HomeKit-Überwachungskameras: "iCloud+ erweitert die integrierte Unterstützung für HomeKit Secure Video, sodass Benutzer mehr Kameras als je zuvor in der Home App hinzufügen können. Gleichzeitig erhalten sie einen durchgängig verschlüsselten Speicher für Videoaufnahmen zur Heimüberwachung, der nicht auf ihre Speicherkapazität angerechnet wird. HomeKit Secure Video stellt zudem sicher, dass die von den Überwachungskameras der Anwender erkannten Aktivitäten von ihren Apple Geräten zu Hause analysiert und verschlüsselt werden, bevor sie sicher in iCloud gespeichert werden."

Kommentare

aber leider nicht für alles andere (wurde mir im Artikel nicht deutlich genug betont, deshalb reite ich hier nochmal drauf rum).

Grundsätzlich ist dergleichen zu begrüßen, aber wenn das nur in Safari funktioniert und andere Programme leer ausgehen, dann ist das doch ziemlich halbherzig. Als ob andere Apps nicht auch online wären. Über die läßt sich dann immer noch viel zu viel Unfug treiben. Also , der Ansatz ist gut, aber bitte Systemweit zur Verfügung stellen.

Heißt das, ich muss erst nach icloud gehen und dann dort Safari starten?

Damit wäre das heutige Safari hinfällig. Oder habe ich etwas falsch verstanden?

Es ist ein Safari Feature für macOS, iOS und iPadOS. Wer für iCloud zahlt, kriegt es.

"VPN" in Anführungszeichen. Ein echter VPN-Dienst kann viel mehr.

Ich halte es eher für ein Gimmick, da heutzutage 99% aller Websites verschlüsselt (https) sind. Dazu kommt 2FA für viele Dienste und andere Sicherheitsmaßnahmen. Ich sehe keine Notwendigkeit für eine doppelte Verschlüsselung, wie sie Apple jetzt anbieten will.

Apple hätte lieber ankündigen sollen, dass alles bei iCloud in Zukunft Ende-zu-Ende-Verschlüsselt ist. DAS ist der große Knackpunkt.

Wobei natürlich mehr Leute was mit dem Begriff VPN anfangen können, als mit Web Proxy.

@MacRobin: Da geht es wohl nicht (nur) um die Verschlüsselung des Traffics, sondern um die Verschleierung der Quell- und Ziel-IPs. Das liegt ja sonst offen einsehbar im Traffic drin. Und damit soll vermutlich die Verknüpfung seitenübergreifender personenbezogener Daten durch weitere Dienstleister wie Google Ads und Facebook etc. verhindert werden.