Neuer Mac mini: Weitere Benchmarks, Details zur RAM-Aufrüstung

07. Nov. 2018 14:15 Uhr - Redaktion

Zu Wochenbeginn hat Apple mit der Auslieferung der 2018er Mac-mini-Generation begonnen, seit heute ist der Desktop in den Ladengeschäften des Herstellers und vereinzelt bereits bei Fachhändlern verfügbar, zum Beispiel bei Comspot und Cyberport. Inzwischen sind weitere Einzelheiten zum neuen Mac mini bekannt geworden, sowohl zur nachträglichen Erweiterung des Arbeitsspeichers als auch zur Rechenleistung.

Der 2018er Mac mini hat zur Wochenmitte Eingang in die offizielle Performance-Übersicht der Benchmark-Software Geekbench gefunden. Erstmals gibt es Zahlen zum Basismodell mit Vierkern-Core-i3-Prozessor (3,6 GHz). Es erreicht demnach eine Single-Core-Wertung von knapp 4700 Punkten und eine Multi-Core-Wertung von rund 13.500 Punkten.

Aufgrund der momentan kleinen Stichprobenmenge gibt es allerdings noch Schwankungen, beispielsweise kam AppleInsider bei mehrfachen Testdurchläufen auf ca. 4770 Punkte (Single-Core) bzw. 14.200 Punkte (Multi-Core) im Durchschnitt. Die Testwerte dürften sich in den nächsten Wochen irgendwo in der Mitte einpendeln, je mehr Ergebnisse in die Geekbench-Datenbank hochgeladen werden.

 

Geekbench Single-Core

 

2018er Mac mini: Spitzenmodell mit hoher Single-Core-Leistung.
Bild: geekbench.com.

Um die Werte des neuen Mac-mini-Basismodells in Relation zu setzen: Der Vierkern-Mac-mini des Baujahr 2012 (Core i7 mit 2,6 GHz) kommt auf 3500 Punkte (Single-Core) und 11.500 Punkte (Multi-Core) – das war damals die Spitzenkonfiguration, die weit über 1000 Euro gekostet hat. Das 2018er Einstiegsmodell kostet bei Apple 899 Euro, im Handel dürften die Preise bald in Richtung 800 Euro tendieren.

Bereits der kleinste Mac mini der 2018er Baureihe kann es also mit vielen MacBook-Pro- und iMac-Modellen in puncto Performance aufnehmen, wie sich aus der Geekbench-Übersicht gut herauslesen lässt. Zum mittleren Modell (Sechskern-Core-i5 mit 3,0 GHz) liegen hingegen noch keine Testwerte vor.

Die neue Mac-mini-Spitzenkonfiguration (Sechskern-Core-i7 mit 3,2 GHz) platziert sich direkt in der Spitzengruppe - mit einer Single-Core-Punktzahl von rund 5700 führt der kompakte Desktop in diesem Bereich das Feld an. Mit einer Multi-Core-Punktzahl von ca. 24.300 gehört er zu den derzeit schnellsten verfügbaren Macs. Auch hier gibt es noch Streuungen bei den Ergebnissen, zum Beispiel kommt der Entwickler Marco Arment in seinen Tests auf eine Single-Core-Punktzahl von 5900 und eine Multi-Core-Punktzahl von 24.700. Auch hier werden sich die Werte noch in der Mitte einpendeln.

 

Geekbench Multi-Core

 

2018er Mac mini: Spitzenmodell bei Multi-Core-Performance oben dabei.
Bild: geekbench.com.

Wichtig zu wissen: Der Core i3 mit vier Kernen und 3,6 GHz verfügt über vier CPU-Threads (d. h. kein Hyper-Threading) und bietet keine Turbo-Boost-Taktratenerhöhung. Auch beim Core i5 mit sechs Kernen und 3,0 GHz fehlt Hyper-Threading (d. h. sechs CPU-Threads), dafür taktet die CPU per Turbo-Boost auf bis zu 4,1 GHz hoch. Der Core i7 mit sechs Kernen und 3,2 GHz unterstützt Hyper-Threading (d. h. er bietet zwölf CPU-Threads) und taktet auf bis zu 4,6 GHz hoch.

Details zur nachträglichen RAM-Aufrüstung

Der Arbeitsspeicher der neuen Mac-mini-Generation lässt sich nachträglich aufrüsten. Dazu stehen zwei SO-DIMM-Slots zur Verfügung, in die handelsübliche DDR4-Module eingebaut werden können. Es werden maximal 64 GB RAM unterstützt. Ob zwingend Module mit gleicher Kapazität verwendet werden müssen, oder ob zum Beispiel auch 1x 8 GB und 1x 16 GB funktionieren, ist noch nicht abschließend geklärt.

 

 

Apple empfiehlt in einem Support-Dokument, den Mac mini zwecks nachträglicher RAM-Erweiterung zu einem Apple-Ladengeschäft oder einem autorisierten Apple-Service-Provider zu bringen. Die User können aber auch selbst Hand anlegen, dies ist nicht mit einem Garantieverlust verbunden. Dazu müssen zehn Schrauben, der Lüfter und die Hauptplatine entfernt werden. Wichtig: Kommt es dabei zu Beschädigungen (abgerutschter Schraubendreher, elektrostatische Entladungen…), muss der Anwender die Reparatur aus eigener Tasche bezahlen. Daher ist die Prozedur nur technisch sehr versierten Nutzern zu empfehlen.

Wer sich dies nicht zutraut, sollte die Aufrüstung von einem Fachmann – dies kann auch eine kleine Apple-Reparaturwerkstatt um die Ecke sein – durchführen lassen, der sich damit auskennt und einen entsprechend eingerichteten Arbeitsplatz dafür besitzt. Dann wird zwar eine Servicepauschale fällig, aber man ist auf der sicheren Seite. Die Experten von iFixit dürften demnächst eine Video-Anleitung zum RAM-Upgrade veröffentlichen.

Zum Thema: Neuer Mac mini: Im Handel bereits mit Rabatten erhältlich, SSD-Speicherplatz günstig per USB erweitern.

Nachtrag (08. November): iFixit hat eine bebilderte Anleitung für das RAM-Upgrade beim 2018er Mac mini veröffentlicht. Demnach sind elf Arbeitsschritte und etwa zehn Minuten Zeit notwendig, um an die SO-DIMM-Steckplätze zu gelangen. Nochmals sei darauf hingewiesen, dass diese Prozedur nur von erfahrenen, technisch geübten Nutzern vorgenommen werden sollte. Wer sich das nicht zutraut, kann die Arbeitsspeicher-Aufrüstung bei einem Dienstleister gegen eine Servicegebühr durchführen lassen.

2. Nachtrag (08. November): Inzwischen gibt es auch ein erstes Video, dass die RAM-Erweiterung zeigt. Wir haben es in diesem Artikel eingebettet.

Kommentare

Mit dem Mac mini Upgrade 2018 hat Apple vieles richtig gemacht. Nach all der berechtigten Kritik an den Desktops in den letzten Jahren muss man das einfach anerkennen. Durch die höhere Rechenleistung werden wesentlich mehr Anwendungsgebiete abgedeckt als in der Vergangenheit. Die Geekbench Werte des i7 sind beeindruckend und selbst das kleinste Modell hat ordentlich Power. Der Mac mini lässt dem Nutzer fast alle Freiheiten und dank Thunderbolt 3 kann man in den kommenden Jahren moderne Grafikkarten anschließen und das System aktuell halten. Das Gesamtkonzept ist stimmig und wird seine Abnehmer finden.