Apple-Mitbegründer Steve Wozniak kritisiert iPhone 4S

17. Jan. 2012 19:00 Uhr - sw

Steve Wozniak ist mit dem Sprachassistenten Siri des iPhone 4S unzufrieden. Die Qualität der Siri-Ergebnisse habe sich im Vergleich zum iPhone 4, für das Siri als eigenständige App angeboten wurde, verschlechtert, sagte der Apple-Mitbegründer dem Online-Magazin Daily Beast. Die Siri-App auf einem iPhone 4 würde korrekte Antworten auf Fragen wie "Wie lauten die Namen der fünf größten Seen in Kalifornien" oder "Nenne mir Primzahlen größer als 87" nennen, während das im iPhone 4S integrierte Siri auf diese Fragen nur Immobilienangebote liefere.

Zugleich lobte er den Sprachassistenten des Mobilbetriebssystems Android. "Ich habe eine niedrigere Erfolgsrate mit Siri als mit der Spracherkennung von Android", so Wozniak. Als Beispiel nannte er den Sprachbefehl "Rufe das Lark Creek Steak House an". Sein Android-Smartphone würde den Befehl anstandslos ausführen, Siri hingegen reagiere nicht darauf. Auch für die GPS-Navigation von Android fand er lobende Worte.

Wozniak kritisiert zudem die Akkuleistung des iPhone 4S. Die Akkuladung des Smartphones würde sich sehr schnell verringern, woraufhin er einige Funktionen abgeschaltet habe, um die Akkulaufzeit zu verlängern.

Trotzdem sei das iPhone sein primäres Smartphone, sagte Wozniak. Es habe ein schönes Design und sei einfach zu bedienen. Allerdings sei Android nicht wesentlich komplizierter als ein iPhone. "Wer bereit ist, ein wenig Zeit zu investieren, um Android zu verstehen – und ich hasse es, das zu sagen -, dem bietet es mehr", meint Wozniak.

Kommentare

Android hat stark aufgeholt und ist ein offeneres System als iOS.

Die Akkuproblematik beim iPhone 4S nervt - das ist mit das wichtigste Kriterium bei einem Mobilgerät und hier hat Apple seine Hausaufgaben nicht gemacht (Standbyzeit etc.).

Die Android-Navigation ist in der Tat sehr nett!

Siri nutze ich nicht - für mich ein unnützes Gimmick.

... mir ist manchmal nicht ganz klar, was er immer solche Statements abegeben muss, teilweise zu politisch unpassenden Zeiten.

Mir ist relativ Wurst, ob eine System offen ist, solange es gut funktioniert. Android Phones haben dieses Kriterium für meinen Geschmack nicht erfüllen können. AUch die Abhängigkeit von Systemupdates vom Hersteller ist unschön, zumal es meistens nach einem Jahr vorbei ist.

Windows Mobile finde ich deutlich gelungener als Android. Da kann man das Gefühl bekommen MS hat tasächlich mal eine Idee gehabt.

aber Android hat mit Version 4.0 mächtig aufgeholt. Außerdem gibt es inzwischen richtig schicke Android Smartphones.

Apple muss mehr tun und auch häufiger Updates herausbringen. iOS 5 gibt es seit drei Monaten und bislang ist lediglich ein einziges Update dafür erschienen. Das ist vor allem in Sachen Sicherheit problematisch, denn es werden ja bekanntlich ständig Sicherheitslücken entdeckt. Aber auch regelmäßige anderweitige Bugfixes sind sehr erwünscht.

Android hingegen ist in Sachen Updatefrequenz vorbildlich.

[quote=Hannes]Die Akkuproblematik beim iPhone 4S nervt - das ist mit das wichtigste Kriterium bei einem Mobilgerät und hier hat Apple seine Hausaufgaben nicht gemacht (Standbyzeit etc.).
[/quote]

Ich habe letzte Woche bei AppleCare angerufen und gesagt, dass mein iPhone4S bei durchschnittlicher Nutzung (kein Vieltelefonierer!) nach einem Tag schon wieder an die Ladeschale muss. Parallel habe ich noch ein dienstliches iPhone4S welches immerhin 3 Tage Standby hat, bei nahezu ähnlichen Settings. Daraufhin hat man mir sofort ein Gerätetausch angeboten, welchen ich auch wahrgenommen habe.

Das Austauschgerät kommt jetzt mit gleichen Einstellungen und Apps (Restore aus der iCloud) auf 4,5 Tage Standby!! Damit bin ich jedenfalls sehr zufrieden.
Ich glaube daher nicht, dass das Akkuproblem von einem Softwareproblem ausgelöst wird bzw. mit einem Patch behoben werden kann.

[quote=raven].... Apple muss mehr tun und auch häufiger Updates herausbringen. iOS 5 gibt es seit drei Monaten und bislang ist lediglich ein einziges Update dafür erschienen. Das ist vor allem in Sachen Sicherheit problematisch, denn es werden ja bekanntlich ständig Sicherheitslücken entdeckt. Aber auch regelmäßige anderweitige Bugfixes sind sehr erwünscht.

Android hingegen ist in Sachen Updatefrequenz vorbildlich.[/quote]

Wo gibt es denn das Android 4.0 (immerhin ebenfalls seit Oktober 2011 freigegeben)? Habe noch kein Gerät in der Hand gehabt wo es drauf war... überall nur Android 2.3.... Und auch bei diesen Geräten kommen die aktuellsten 2.3er Versionen gar nicht an.

Ursache ist wohl das von Google freigegebene Sicherheitsupdates erst noch durch die Entwicklung der Gerätehersteller und Mobilfunktprovider durchmüssen - entweder verzögert das ungemein oder die Update versickern dort sogar ganz --- das ist nicht optimal.

Das Thema Sicherheit kann man man realistisch betrachtet bei Android komplett vergessen, gerade wegen der Offenheit. Ich kenne kein Unternehmen, das auch nur im Ansatz daran denken würde, seine Mitarbeiter mit Android-Phones auszustatten, gerade wegen der Sicherheitsaspekte. Dass Apple auch nicht gerade schnell ist, ist natürlich nicht rühmlich - aber wenigstens funktionieren die Updates völlig reibungslos.

"Woz" muss man zu gute halten, dass er das sagt, was er denkt. Und jetzt wo Steve Jobs tot ist, muss er wohl noch weniger Rücksicht nehmen ... Trotzdem irrt Woz, was die Bedienungsfreundlichkeit angeht. Als gewiefter "Technie" wird er mit jedem System umgehen können und die Unterschiede nur als marginal empfinden. Viele haben eine schlechtere Auffassungsgabe - und denen kommt das iPhone sehr wohl "gelegener".