Apple: Aperture läuft nicht unter kommenden Mac-Betriebssystemen

30. Apr. 2019 15:30 Uhr - Redaktion

Obwohl bereits vor vier Jahren eingestellt, ist die Fotosoftware Aperture noch immer bei vielen Anwendern im Einsatz und lässt sich auch unter dem aktuellen Betriebssystem macOS Mojave (weitgehend) problemlos nutzen. Mit dem Mojave-Nachfolger ist aber endgültig Schluss. Dies gab Apple nun bekannt.

Wie aus einem neuen Support-Dokument des Herstellers hervorgeht, wird Aperture unter künftigen Mac-Betriebssystemen nicht mehr lauffähig sein. Dies betrifft macOS 10.15, das in wenigen Wochen auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2019 in San Jose angekündigt wird, und nachfolgende Versionen.

 
Aperture
 
Fotosoftware Aperture: Nicht mit macOS 10.15 kompatibel.
Bild: Apple.

 

"Im Juni 2014 gab Apple die Einstellung der Entwicklung von Aperture bekannt. Seitdem hat Apple fünf wichtige macOS-Releases veröffentlicht. Aus technischen Gründen wird Aperture nach macOS Mojave in zukünftigen Versionen von macOS nicht mehr lauffähig sein. Um mit Ihren Aperture-Fotobibliotheken weiterarbeiten zu können, müssen Sie sie zu der in macOS enthaltenen Foto-App oder zu Adobe Lightroom Classic migrieren, teilte Apple mit.

In dem eingangs erwähnten Support-Dokument beschreibt das kalifornische Unternehmen die Migration von Aperture-Bibliotheken zu den Programmen Fotos und Lightroom Classic. Es gibt aber noch etliche andere Optionen für Mac-Anwender zur Entwicklung, Bearbeitung und Verwaltung von Fotos. Professionelle Lösungen sind beispielsweise Capture One Pro, PhotoLab oder Affinity Photo, aus dem Open-Source-Bereich empfehlen sich darktable, RawTherapee und digiKam. Für Nikon-Kameras gibt es das kostenlose Capture NX-D, weitere Lösungen sind Raw Power und Iridient Developer.

Kommentare

Schon vor 4 Jahren waren RAW-Entwickler anderer Anbieter Aperture zum Teil weit voraus, vor allem was die native Unterstützung von Kamera-Objektiv-Kombinationen, fortschrittliche Funktionen wie Perspektivkorrektur oder intelligentes Füllen und generell die Produktpflege angeht (Aperture-Updates waren in den letzten Jahren sowieso rar gesät). Dass Aperture sogar noch unter Mojave läuft, wer hätte das gedacht. Niemand muss sofort wechseln, für Mojave wirds noch bis Sommer 2021 Sicherheitsupdates geben.

[Gelöscht, da bezugnehmer Post offtopic.]

und was hat das mit einem sinnvollen Kommentar zu dem Artikel über Aperture zu tun?

Ich denke es ist schade wenn so ein ehemals gutes innovatives Tool aus dem Programm genommen wird, ohne dies vielleicht einem OpenSource Projekt zur Verfügung zu stellen.

 

 

Ciao 

Der Moment musste ja kommen - toll, dass es bisher noch fast perfekt gelaufen ist. 

Jetzt habe ich mal alle Anstrengungen zusammen gepackt und versucht, einen funktionierenden Workflow hinzubekommen.

Ich habe mich nach vielen Versuchen für Capture One entschieden. Es ist erst mal ein sehr gutes Programm vor allem für RAW-Fotografie. Die Migration von Aperture ist eine sehr gelungene Umsetzung, wie ich nun feststellte. Kleine Libraries hatte ich bereits öfter umgewandelt. Jetzt aber auch mal an die großen rangegangen: 40000 Fotos mit ca. 350GB Library-Größe in Aperture.

Es dauerte weniger als 2 Stunden, bis die gesamte Datei migriert war. Dabei ist standardmäßig nur die Referenzlösung vorgesehen, dh. die Originaldatei bleibt im Aperture Package (=library). Daher ist die neue Library recht klein: nur ca 6GB.

Es wird vieles übernommen, vor allem auch alle Bewertungen etc. Und alle Alben und sonstigen organisatorischen Details. 

Exportiert man nun diese Datei nochmals aus CaptureOne in eine neue CaptureOne Library, dann kann man auch die Originaldaten (ggfls. auch bereits die überarbeiteten in COne) mit übertragen. (Ich bevorzuge das, da mir die Verbindung zu Ordnern, wie in Lightroom zu unsicher ist. Falls man versehentlich den Ordner verschiebt oder auch nur umbenennt, fehlen die Originale. Das passiert bei in integrierten Originalen nicht.

Das Zeitverhalten ist ähnlich wie bei Aperture (öffnen einer Library). Das hat sich offenbar in der neusten Version 12 von Capture One deutlich gebessert. Alte Versionen brauchten deutlich länger.

Ein bißchen trauere ich dennoch Aperture hinterher. So fehlt hier das Stacking, was ein großartiges Tool ist und wohl in Lightroom ebenfalls vorhanden. Manche Abläufe sind auch holprig, was das User-Interface angeht. Aber es hält sich in Grenzen, die Vorteile in der Bildqualität wiegt alles auf. (nicht wohl ohne Grund ist das Programm ja bei HighEnd-Fotografen, Textil, Portrait oder Food, ganz obern angesiedelt.)

Insgesamt ist der Schrecken also nicht so groß, wie ich befürchtet hatte. Dazu kommt, das COne unglaublich gute Ergebnisse bringt. Da ich nur Raw fotografiere (32 und 50 Max mit Canon oder mit Magic 2) ist das einfache Bearbeiten (vor allem schnell) wichtig. Alles was COne nicht hat, kann man durch Einbindung anderer Programme in den Workflow schnell ergänzen. So mache ich mit Affinity Photo die 360Grad Bearbeitung oder auch mit TouchRetouch die Nadirbearbeitung.

Gern würde ich Erfahrungen von anderen Migranten hören, vor allem bei sehr großen Libraries. 

Übrigens: das kann man dann auch ohne weiteres unter anderen Betriebssystemen weiterarbeiten. 

 

BO-ZL 580

So etwas ist wirklich wertvoll & hilfreich. Daumen hoch!

(Ganz im Gegensatz zu den 0815-Offtopic-Bashing-Post von bestimmten Usern).

Mac-Nutzer haben wirklich die "Qual der Wahl", wenn es um Profi-Fotosoftware gibt. So viele Anbieter, so viele verschiedene Lösungen. Es steht gut um die Plattform.

leider ist mein iMac ein viertel Jahr zu alt um mit Mojave zu laufen. Daher werde ich auch Aperture noch eine Weile behalten können. Aber spätestens wenn ich dann einen neuen Mac brauche habe auch ich das Problem, was nehmen als Ersatz für Aperture? 

Ich bin kein Fotograf, habe aber doch so einige Bilder die verwaltet werden müssen und da war Aperture doch recht angenehm zu handhaben. Das bearbeiten und entwickeln der RAW Bilder erledige ich inzwischen mit DXO. Hat jemand Erfahrung mit einem alternativen Bilder-Verwaltungsprogramm?