Studie: Großteil des Umsatzes mit iOS-Apps geht an ein Prozent der Entwickler

11. Mai 2016 17:45 Uhr - sw

Die Marktforschungsfirma Sensor Tower hat eine Studie zum iOS-App-Store vorgelegt. Demnach wurden im ersten Quartal dieses Jahres in den USA 94 Prozent der Umsätze mit iOS-Apps von nur einem Prozent der Hersteller erwirtschaftet. Konkret haben den Analysten zufolge 623 Entwickler etwa 1,34 Milliarden Dollar an Umsätzen mit ihren Apps generiert. Dazu gehören bekannte Unternehmen wie Supercell, Spotify, Netflix, HBO und Machine Zone.

Auf die übrigen knapp 62.000 Hersteller entfällt laut Sensor Tower der Restumsatz von gerade einmal 85,8 Millionen Dollar. Sensor Tower hat für die Untersuchung die Charts des US-iOS-App-Stores ausgewertet. Zwar sind die Angaben der Marktforscher nur Schätzungen, dennoch dürften sie die Diskussion um den Zustand des iOS-App-Stores weiter anheizen. Ein häufig geäußerter Kritikpunkt lautet, dass es vor allem kleinere Entwickler schwer hätten, sich zu behaupten, da ihre Apps kaum gefunden würden.

Mac-App-Store

App-Stores: Die Auffindbarkeit von Apps steht immer wieder im Zentrum der Kritik.
Bild: Apple.



Tatsächlich werden die Charts meist von den größeren Herstellern dominiert, deren Apps sehr bekannt sind und die über Werbebudgets verfügen. Gerüchten zufolge denkt Apple über bezahlte Suchergebnisse in seinen App-Stores nach. Damit würden die Softwarehersteller die Möglichkeit erhalten, ihre Apps bei Suchabfragen nach bestimmten Begriffen gegen Bezahlung prominent zu platzieren. Allerdings besteht die Gefahr, dass davon wieder nur die größeren Hersteller profitieren könnten, da diese über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen. Kleinere Entwickler haben neben den Entwicklungskosten oftmals kein Budget für Werbung.

Generell ist das Thema Auffindbarkeit von iOS-Apps ein Problem angesichts von inzwischen über 1,8 Millionen Softwaretiteln. Seit Ende letzten Jahres ist Apples Marketingchef Phil Schiller für die App-Stores zuständig. Es ist davon auszugehen, dass unter seiner Leitung neue Ansätze entwickelt werden, von denen einige bereits auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2016 in San Francisco vorgestellt werden könnten.

Eine konkrete Verbesserung scheint es bereits zu geben: MacGadget erreichen immer mehr Zuschriften von Entwicklern, die von deutlich kürzeren Review-Zeiten im Mac-App-Store berichten. Statt bis zu zwei Wochen dauert es offenbar inzwischen nur noch ein bis zwei Tage, bis ein eingereichtes Programm bzw. ein Update von Apple im Mac-App-Store freigegeben wird.

Kommentare

Naja, 99% der Apps sind auch einfach nur Schrott. Da braucht man sich nicht zu wundern. Zudem fehlen dem App Store grundlegende Funktionen. Die guten "App Store Apps" wie AppZapp und Co. wurden eiskalt rausgeschmissen, weil Apple ja nichts duldet, was besser sein könnte.