Neue MacBook-Pro-Modelle mit schnelleren Prozessoren und Thunderbolt-Schnittstelle

24. Febr. 2011 14:30 Uhr - sw

Apple hat heute eine neue MacBook-Pro-Generation auf den Markt gebracht. Fünf Modelle mit 13,3-Zoll-, 15,4-Zoll- oder 17-Zoll-Display sind ab sofort zu Preisen ab 1149 Euro bzw. 1399 Franken im Handel erhältlich. Die wichtigsten Neuerungen: Schnellere Intel-Prozessoren mit bis zu vier Kernen, eine Hochleistungs-Schnittstelle namens Thunderbolt, schnellere Grafikchips und eine höher auflösende Videokamera.

Neueste Prozessortechnik von Intel

Apple verbaut in den neuen MacBook-Pro-Modellen die aktuelle, im Januar von Intel vorgestellte "Sandy Bridge"-Prozessorarchitektur. Diese bietet gegenüber der Vorgängergeneration eine deutlich höhere Leistung. Erstmals kommen im MacBook Pro auch Vierkernprozessoren zum Einsatz. Apple setzt auf den Core i5 mit zwei Kernen (2,3 GHz), den Core i7 mit zwei Kernen (2,7 GHz) und den Core i7 mit vier Kernen (2,0, 2,2 oder 2,3 GHz). Je nach Ausführung stehen drei, vier, sechs oder acht MB L3-Cache zur Verfügung. Von den angestaubten Core-2-Duo-Prozessoren hat sich Apple im MacBook Pro verabschiedet.

Neue MacBook-Pro-Produktlinie

Apple verspricht für die neuen MacBook-Pro-Modelle eine deutlich höhere Rechenleistung
Bild: Apple.com


Die Taktung des Arbeitsspeichers wurde von 1066 auf 1333 MHz angehoben. Alle MacBook-Pro-Modelle werden serienmäßig mit vier GB Arbeitsspeicher geliefert. Der Arbeitsspeicher kann, wie bisher, auf bis zu acht GB erweitert werden.

Neue Hochleistungs-Schnittstelle: Thunderbolt

In puncto externer Schnittstellen hielt Apple jahrelang an USB 2.0 und FireWire 800 fest, obwohl diese schon etliche Jahre auf dem Buckel haben. Dies sorgte zuletzt für vielfache Kritik seitens der Anwender, die von Apple schnellere Schnittstellentechniken forderten. Nun hat der Hersteller die Antwort gegeben: Die Zukunft heißt Thunderbolt. Die Thunderbolt-Schnittstelle (früherer Codename "Light Peak") ermöglicht einen zwölfmal schnelleren Datendurchsatz als FireWire 800 und ist für alle Gerätetypen, wie beispielsweise RAID-Speichersysteme, Bildschirme oder Netzwerkhardware, ausgelegt. Bestehende Peripherie lässt sich über Adapter anschließen.

Thunderbolt-Schnittstelle

Thunderbolt: Neue Hochleistungs-Schnittstelle
Bild: Apple.com


Dazu Apple: "MacBook Pro ist der erste Computer auf dem Markt mit der bahnbrechenden Thunderbolt I/O Technologie. Von Intel in Zusammenarbeit mit Apple entwickelt, ermöglicht Thunderbolt die Erweiterbarkeit eines Notebook Computers wie es bisher in dieser Art noch nicht möglich war. Es bietet zwei bi-direktionale Kanäle für eine unglaubliche Datendurchsatz-Geschwindigkeit von jeweils bis zu 10 Gbps. Thunderbolt liefert PCI Express direkt an externe Hochleistungs-Peripheriegeräte wie RAID Arrays und kann FireWire- und USB Endverbraucher-Geräte sowie Gigabit Ethernet Netzwerke über Adapter unterstützen. Thunderbolt unterstützt außerdem den DisplayPort für hochauflösende Displays und arbeitet mit bestehenden Adaptern für HDMI-, DVI- und VGA-Displays. Frei verfügbar für die Implementierung in Systemen, Kabeln und Geräten, ist zu erwarten, dass Thunderbolt weithin als neuer Standard für leistungsstarke I/O-Technologie angenommen wird."

"Mehrere innovative Unternehmen wie Aja, Apogee, Avid, Blackmagic, LaCie, Promise, und Western Digital haben Produkte basierend auf der Tunderbolt Technologie angekündigt oder planen die Thunderbolt Technologie in künftigen Produkten einzusetzen. Intel arbeitet mit der Industrie zusammen um unter anderem Computer, Monitore, Storage-, Audio- und Video-Geräte, Kameras, Dockingstationen mit Thunderbolt Technologie anbieten zu können", teilte Intel mit.

Im neuen MacBook Pro hat Apple den Mini-DisplayPort und Thunderbolt zu einer gemeinsamen Schnittstelle kombiniert, d. h. dieser Anschluss dient sowohl zur Ansteuerung externer Displays als auch weiterer Hardware (beispielsweise im Zusammenspiel mit künftigen Thunderbolt-Hubs).

Nähere Informationen zu Thunderbolt sind auf dieser Web-Seite zu finden.

Schnellere Grafikprozessoren von AMD

Im 13,3-Zoll-MacBook-Pro kommt als Grafikprozessor der HD Graphics 3000 von Intel zum Einsatz, der bis zu 384 MB des Hauptspeichers für sich beansprucht. Tests haben gezeigt, dass der HD Graphics 3000 dem GeForce 320M, der in den 13,3-Zoll-Konfigurationen der Vorgängerserie zu finden ist, mindestens ebenbürtig ist. Zudem kann der GeForce 320M lediglich auf 256 MB Speicher zugreifen.

Neue MacBook-Pro-Produktlinie

Auch bei der Grafikleistung hat das MacBook Pro zugelegt
Bild: Apple.com


In den 15,4-Zoll- und 17-Zoll-Modellen setzt Apple weiterhin auf zwei Grafikprozessoren. Zum Einsatz kommen der HD Graphics 3000 und der AMD Radeon HD 6490M mit 256 MB VRAM bzw. der AMD Radeon HD 6750M mit 1024 MB VRAM. Laut Apple liefert der Radeon HD 6750M eine bis zu dreimal höhere Grafikleistung als der GeForce GT 330M von Nvidia der Vorgängergeneration. Standardmäßig ist der HD Graphics 3000 aktiv, bei Bedarf (d. h. bei Nutzung von grafikintensiven Anwendungen und Spielen) wird automatisch auf den Radeon HD umgeschaltet.

Bessere Videokamera, kürzere Akkulaufzeit

Statt eines SD- gibt es in allen Modellen nun einen SDXC-Speicherkartenslot. Die Auflösung der integrierten Videokamera wurde erhöht. Diese arbeitet nun mit einer Auflösung von bis zu 720p. "Das MacBook Pro verfügt nun über eine eingebaute FaceTime HD Kamera mit der dreifachen Auflösung des Vorgängermodells für klare Breitbild-Videotelefonate. [...] FaceTime kommt mit allen neuen MacBook Pro-Modellen und ist für andere Intel-basierte Macs für 79 Cent im Mac App Store erhältlich", so Apple.

Die Akkulaufzeit beträgt laut Apple bei allen Modellen bis zu sieben Stunden. Dies sind bis zu drei Stunden weniger als bei der Vorgängerserie.

Standardmäßig kommen im MacBook Pro weiterhin magnetische Festplatten mit 320, 500 oder 750 GB Speicherkapazität (5400 Umdrehungen pro Minute) zum Einsatz. Optional gibt es SSD-Laufwerke mit 128, 256 oder 512 GB sowie eine 500-GB-Festplatte mit 7200 Umdrehungen pro Minute.

UMTS-Technik sucht man im MacBook Pro weiterhin vergeblich.

Restliche Ausstattung unverändert

In puncto Displays gab es keine Veränderungen. Das 13,3-Zoll-MacBook-Pro bietet weiterhin eine Auflösung von 1280 mal 800 Bildpunkten. Beim 15,4-Zoll-MacBook-Pro sind es 1440 mal 900, beim 17-Zoll-MacBook-Pro 1920 mal 1200 Pixel. Gegen Aufpreis (100 Euro bzw. 120 Franken) ist das 15,4-Zoll-MacBook-Pro mit einem höher auflösenden Bildschirm (1680 mal 1050 Bildpunkte) erhältlich. Für 150 Euro bzw. 180 Franken Aufschlag gibt es ein mattes Display mit ebenfalls 1680 mal 1050 Pixeln. Auch für die 17-Zoll-Konfiguration wird ein mattes Display angeboten (Aufpreis: 50 Euro bzw. 60 Franken).

Neue MacBook-Pro-Produktlinie

Schneller, mit Thunderbolt-Schnittstelle: Die neue MacBook-Pro-Produktlinie
Foto: Apple


Gehäusedesign, Abmessungen und Gewichte blieben gegenüber der Vorgängergeneration unverändert. Gleiches gilt für die restliche Ausstattung: Multi-Touch-Trackpad, 8fach DVD-Brenner, zwei USB-2.0-Anschlüsse (drei im 17-Zoll-MacBook Pro), eine FireWire-800-Schnittstelle, Bluetooth 2.1+EDR, WLAN nach 802.11n, Gigabit-Ethernet, Audio-Eingang/Ausgang, Stereolautsprecher mit Subwoofer, Mikrofon und eine beleuchtete Tastatur. Im 17-Zoll-MacBook-Pro gibt es zusätzlich einen ExpressCard/34-Erweiterungssteckplatz.

Die neue MacBook-Pro-Produktreihe im Überblick

13,3-Zoll-MacBook-Pro
• Core-i5-Prozessor mit 2,3 GHz (zwei Kerne) und drei MB L3-Cache, vier GB Arbeitsspeicher, 320-GB-Festplatte, HD-Graphics-3000-Grafikprozessor. Preis: 1149 Euro bzw. 1399 Franken.

• Core-i7-Prozessor mit 2,7 GHz (zwei Kerne) und vier MB L3-Cache, vier GB Arbeitsspeicher, 500-GB-Festplatte, HD-Graphics-3000-Grafikprozessor. Preis: 1449 Euro bzw. 1749 Franken.

15,4-Zoll-MacBook-Pro
• Core-i7-Prozessor mit 2,0 GHz (vier Kerne) und sechs MB L3-Cache, vier GB Arbeitsspeicher, 500-GB-Festplatte, HD-Graphics-3000-Grafikprozessor und Radeon-HD-6490M-Grafikprozessor mit 256 MB VRAM. Preis: 1749 Euro bzw. 2099 Franken.

• Core-i7-Prozessor mit 2,2 GHz (vier Kerne) und sechs MB L3-Cache, vier GB Arbeitsspeicher, 750-GB-Festplatte, HD-Graphics-3000-Grafikprozessor und Radeon-HD-6750M-Grafikprozessor mit 1024 MB VRAM. Preis: 2149 Euro bzw. 2549 Franken. Core i7 mit 2,3 GHz (vier Kerne) und acht MB L3-Cache gegen Aufpreis (250 Euro bzw. 300 Franken).

17-Zoll-MacBook-Pro
• Core-i7-Prozessor mit 2,2 GHz (vier Kerne) und sechs MB L3-Cache, vier GB Arbeitsspeicher, 750-GB-Festplatte, HD-Graphics-3000-Grafikprozessor und Radeon-HD-6750M-Grafikprozessor mit 1024 MB VRAM. Preis: 2499 Euro bzw. 2899 Franken. Core i7 mit 2,3 GHz (vier Kerne) und acht MB L3-Cache gegen Aufpreis (250 Euro bzw. 300 Franken).

Nachtrag (10. März): Neue MacBook-Pro-Modelle unterstützen 16 GB RAM

Kommentare

Endlich werden die Macbooks wieder interessant. Schnellere CPUs und Thunderbolt - da kann man auf PCI Express getrost verzichten. Es wird sehr schnell einen Umschwung auf den Peripherie-Markt geben, ähnlich wie damals bei Firewire. Als Musiker und Tontechniker freue ich mich schon auf DSP-gestützte Hardware, die bisher Mac Pro & 17" Macbook Pro vorbehalten war. Es ist zu erwarten, dass die iMacs auch demnächst damit ausgerüstet werden. Und der Preis der Macbooks ist mehr als fair.

Ok, wenn jetzt die Macbook Pro schon aus dem Sack sind - wozu dann die Pressekonferenz am 2.3.? Das kann doch nur neue iPads bedeuten, oder?! ;-)

Hm, da hat sich wohl nichts getan. Muss ich mir doch ein 15 " kaufen.

Nun bin ich mal gespannt, wie lange es dauert, bis iPhone & Co Thunderbolt unterstützen.
Für Synchronisationen wäre das natürlich der Haaaammer. Schwups machts und die 30GB (und mehr) Songs und Filme sind geladen.

Leute vergessen immer wieder daß bei der Geschwindigkeit der Speicher mitmachen muß - 10 GBit pro Sekunde sind schön, aber wenn die Daten nach wie vor nur mit 20 Mbit pro Sekunde hochgeschaufelt werden wird es nicht schneller.

Erinnert mich an einen Kollegen der unbedingt einen N-Router wollte damit sein DSL16,000 Internet schneller wird - DSL16,000 sind 2 MB pro Sek max, da reizt er seinen alten 54 MBit Router (6,75 MB/sek) nicht annähernd aus …

Fassen wir zusammen:

Positiv:
- Schnellere CPUs
- Schnellere GPUs
- Thunderbolt
- Bessere Videocam

Negativ:
- Unveränderte Auflösungen (warum hat das 13er MacBook Air eine höhere Auflösung als das 13er MacBook Pro?)
- Kein USB 3.0 (bis sich Thunderbolt durchgesetzt hat bzw. bis ausreichend Peripherie da ist, werden noch Jahre vergehen; USB 3.0 wäre wichtig für den Übergang)
- Kein mattes Display für 13 Zoll
- Kein SSD-Startlaufwerk (hier lag die Gerüchteküche ja mal mächtig daneben, hätte ich mir aber dennoch gewünscht)

Unterm Strich ein gelungenes Upgrade. Endlich mal die modernste CPU-Technik in allen Modellen und mit Thunderbolt einen mutigen Schritt gewagt.

[quote=Hannes]- Kein USB 3.0 (bis sich Thunderbolt durchgesetzt hat bzw. bis ausreichend Peripherie da ist, werden noch Jahre vergehen; USB 3.0 wäre wichtig für den Übergang)[/quote]
USB 3.0 gleich überspringen!
Gibt ja ohnehin noch nicht soo viel Peripherie damit.
Wenn nicht mal mehr FW3200 implementiert wird, kann man USB 3.0 gleich weglassen. Ist zwar etwas schneller als FW3200, aber trotzdem weniger hittig.

sei zufrieden, sonst bräuchten wir ne Lupe als Dreingabe

[quote=meggow]Hm, da hat sich wohl nichts getan. Muss ich mir doch ein 15 " kaufen.[/quote]

Das wieder einmal typisch: es wurde furchtbar viel Wind um verhältnismäßig wenig Neues von Apple gemacht; aber nicht von Apple, sondern von den -auch selbsternannten- Experten und das alles aus "gut unterrichteten" Kreisen.
Aber, was ist an den neuen (und alten) Macs denn schon "PRO" ? Als erstes natürlich der Preis. Vielleicht auch noch die neuen Prozessoren und die Grafikleistung. Alles andere altbacken. Für die verlangten Preise bekommt man auch ein tolles Sony-, Dell- oder Levorno-Notebook, um nur stellvertretend diese drei zu nennen! Apple, ich fühle mich veräppelt !!!

Der Thunderbolt kommt ja fast einer Dockingstation nahe (wenn ich an Business DELL Rechner denke).
So könnte man mit nur einem Stecker Tastatur, Monitor und ext. Festplatte anschließen.
(oder was auch immer, es gehen ja bis zu 6 Geräte)

So eine Dockinstation habe ich bei den MacBook Pro´s immer vermisst, mit Thunderbolt ist das Thema (beinahe) erledigt.

Ich freue mich!