Das Pro Display XDR feiert in diesen Tagen den sechsten Geburtstag: Im Dezember 2019 führte Apple den High-End-Monitor ein. Die technischen Daten waren damals beeindruckend: Das Pro Display XDR bietet auf 32 Zoll eine Auflösung von 6K (6016 mal 3384 Pixel bei 218 ppi) und zeichnet sich durch 576 lokale Dimmzonen mitsamt eines von Apple entwickelten Timing Controller Chips (TCON), eine Helligkeit von bis zu 1600 Nits, einen weiten Betrachtungswinkel sowie ein Kontrastverhältnis von 1.000.000.000:1 aus.
Im Jahr 2025 ist das Pro Display XDR in unveränderter Form weiterhin zu haben, an den Preisen hat sich nichts geändert. Apple verlangt für das sechs Jahre alte Produkt 5499 Euro mit Standardglas und 6499 Euro mit Nanotexturglas (plus 1099 Euro für den Standfuß). Es handelt sich beim Pro Display XDR um die Kategorie der Referenzmonitore, wie sie in der professionellen Bildbearbeitung, Fotoentwicklung und Videoproduktion zum Einsatz kommen. Bei diesen Displays sind andere Maßstäbe anzulegen als bei herkömmlichen Monitoren für die breite Masse der Anwender.
Auch heute ist das Pro Display XDR noch ein gutes Gerät für die beschriebenen Einsatzzwecke, jedoch nicht mehr auf dem Stand der Technik und für den aufgerufenen Preis schlichtweg zu teuer. Die Beschränkung auf eine Bildwiederholrate von 60 Hz, veraltete Thunderbolt-3-Schnittstellen und eine herkömmliche LED-Beleuchtung sprechen diesbezüglich eine klare Sprache, zudem ist eine Auflösung von 6K heutzutage nichts besonderes mehr.

Bild: Apple.
Warum hat Apple also das Pro Display XDR nicht längst aktualisiert? Apples Zögerlichkeit bei High-End-Hardware ist fast schon legendär. Bestes Beispiel ist der Mac Pro, bei dem sich zwischen den Jahren 2013 und 2019 nichts tat. Auch heute wirkt der "aktuelle" Mac Pro von 2023 (mit M2 Ultra) fast schon antiquiert. Der iMac Pro wurde sang- und klanglos eingestellt, Final Cut Pro hinkt gegenüber Premiere Pro und DaVinci Resolve inzwischen deutlich hinterher, im letzten Jahrzehnt dauerte es bei den damals angebotenen Displays ebenfalls oft lange Zeit, bis Apple aktualisierte Modelle herausbrachte.
Fakt ist, dass Apple im Jahr 2025 ein Hersteller von Hardware für die breite Masse der Anwender ist und Produkte wie Mac Pro und Pro Display XDR nur Feigenblätter sind, die lediglich von einer ganz kleinen Zielgruppe nachgefragt werden. Eine Zielgruppe, die der Mac Studio mit seinem deutlich besseren Preis-/Leistungsverhältnis deutlich eingedampft hat. Fakt ist auch, dass die meisten Anwender auf die reichhaltige Auswahl an Bildschirmen anderer Hersteller zugreifen, die meist deutlich kostengünstiger und in puncto Technik aktueller sind.
Wird es also im Jahr 2026 Neuigkeiten in puncto Mac Pro und Pro Display XDR geben? Oder macht sich Apple hier ehrlich und stellt beide Produkte einfach ein, da der Entwicklungsaufwand die geringen Stückzahlen nicht mehr rechtfertigt? Die Zeit wird es zeigen. Auf die Gerüchteküche ist kein Verlass mehr, chronisch unzuverlässig sind die meisten "Prognosen" der selbst ernannten "Insider" und "Analysten" nicht erst seit diesem Jahr.
Fazit: Zwar wird viel über "Aushängeschilder" wie den Mac Pro oder das Pro Display XDR geredet, gearbeitet wird aber meistens mit anderer (aktueller) Hardware wie Mac Studio, MacBook Po oder Mac mini Pro im Zusammenspiel mit Monitoren etwa von Samsung, LG oder ASUS, die den eigenen Bedarf vollends decken. Dennoch darf man gespannt sein, wie Apple das Dilemma bei Mac Pro & Co. (zögerliche Aktualisierungen drücken die ohnehin niedrigen Stückzahlen, häufigere Aktualisierungen mitsamt hohem Kostenaufwand für die Entwicklung vergrößern die Zielgruppe nicht wirklich) auflösen und vor allem erklären wird.
