Apple vermeldet Fortschritte beim iPhone-Recycling

13. Jan. 2020 16:00 Uhr - Redaktion

Vor rund drei Jahren hat Apple ein äußerst ambitioniertes Fernziel ausgegeben: Eines Tages sollen alle eigenen Produkte ausschließlich aus recycelten Materialien gefertigt werden. Auf neu gewonnene Rohstoffe aus dem Bergbau will der Computerpionier in Zukunft verzichten. Nun vermeldet das Unternehmen Fortschritte bei den eigenen Recycling-Bemühungen.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters nannte Apples Umweltschutzchefin Lisa Jackson weitere Details zum Recycling-Roboter Daisy. Daisy befindet sich am Apple-Standort im texanischen Austin und kann laut Jackson pro Stunde 200 alte iPhones zerlegen. Durch diesen Vorgang können 14 Rohstoffe, darunter auch das für Akkus erforderliche Lithium, von Recycling-Spezialfirmen aus den iPhone-Einzelteilen wiedergewonnen werden.

 

 

Wie viele Daisy-Roboter bei Apple im Einsatz sind, bleibt indes unklar. Der kalifornische Computerpionier verwendet bereits Aluminium, Zinn und Kobalt sowie seltene Erden in recycelter Form in seinen Produkten - der Einsatz wiedergewonnener Materialien soll in Zukunft schrittweise verstärkt werden.

"Daisy, die kürzer als 20 Meter ist, entfernt in vier Schritten einen iPhone-Akku mit einer Lufttemperatur von -80 Grad Celsius und entfernt dann Schrauben und Module, einschließlich des Haptikmoduls, aus dem das Gerät vibrieren lässt", schreibt Reuters.

Für iPhone 11, iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max wird das Vibrationsmodul Taptic-Engine laut Apple vollständig mit recycelten Seltenen Erden produziert. "Es ist das erste Mal überhaupt, dass recycelte Seltene Erden in einem Smartphone verwendet werden. Wir haben da einen guten Anfang gemacht, insbesondere wenn man bedenkt, welche Auswirkungen deren Abbau und Herstellung auf die Umwelt haben", sagte Apple-Manager Greg Joswiak im Herbst letzten Jahres.

Kommentare

Langfristig rechnet sich das wirtschaftlich, eine funktionierende Recycling-Kette. Denn der Bedarf wird in Zukunft drastisch steigen, bei begrenzten Ressourcen, und man muss kein Hellseher sein, um zu prognostizieren, dass eines Tages das Recycling günstiger sein wird als die Förderung. Das, was Apple macht, kann natürlich nur die Spitze des Eisbergs sein, aber ich finds schön, dass Apple da schon seit Jahren dran ist und das stückweise hochfährt. 👍