Nicht ständig auf das Smartphone schauen, abends wieder häufiger zu einem Buch statt Streaming greifen oder ein paar Tage bewusst keine Social-Media-Feeds öffnen – beim sogenannten Digital Detox wird für einen begrenzten Zeitraum auf die Nutzung einzelner oder aller digitaler Medien, Anwendungen oder Geräte im Privatleben verzichtet. Diese digitalen Auszeiten helfen dabei, Stress zu reduzieren und die Entspannung zu fördern.
Rund ein Viertel der Deutschen (27 Prozent), die normalerweise digitale Anwendungen und Geräte nutzen, haben sich für 2026 eine solche digitale Auszeit vorgenommen. Im Schnitt soll sie drei Tage dauern. Zwölf Prozent wollen im neuen Jahr nur für einen Tag digital fasten, neun Prozent für mehrere Tage. Weitere vier Prozent planen eine Woche Digital Detox, nur zwei Prozent mehr als eine Woche. Damit sinken die Ambitionen das zweite Jahr in Folge leicht: 2025 waren es noch 36 Prozent, die für durchschnittlich sechs Tage verzichten wollten, 2024 noch 41 Prozent für durchschnittlich eine Woche. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
"Digitale Anwendungen begleiten heute viele durch den ganzen Tag. Gerade deshalb kann eine bewusste Pause helfen, Routinen zu hinterfragen und wieder mehr Klarheit darüber zu gewinnen, wie und wofür wir digitale Geräte nutzen wollen", sagt Dr. Sebastian Klöß, Experte für Consumer Technology beim Bitkom. "Auch schon kurze Offline-Zeiten können guttun. Wer seinen Medienkonsum langfristig verändern möchte, kann zudem auf Apps und Systemeinstellungen setzen, die Nutzungszeiten transparent machen oder bestimmte Inhalte zeitweise einschränken."

Bild: Apple.
Beim iPhone lässt sich eine Nutzungsbegrenzung mit der Funktion "Bildschirmzeit" umsetzen, die Apple auf dieser Web-Seite ausführlich vorstellt (auch für iPad und Mac verfügbar). Es lassen sich Apps und Mitteilungen für einen bestimmten Zeitraum blockieren, wenn sich der Anwender eine Auszeit gönnen möchte.
Die wenigsten verzichten dabei komplett auf alles Digitale: Nur fünf Prozent derjenigen, die sich eine digitale Auszeit nehmen wollen, planen, komplett auf alle digitalen Geräte und Anwendungen zu verzichten. Ganz vorne auf der digitalen Fastenliste stehen stattdessen Spiele und soziale Netzwerke: 55 Prozent wollen auf Gaming, also zum Beispiel Video- und Computerspiele oder Gaming-Apps, verzichten. Knapp die Hälfte (48 Prozent) will sich eine Auszeit von sozialen Netzwerken nehmen. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen liegt Social Media mit 61 Prozent sogar ganz vorne auf der Digital Detox Liste.
Jeweils 42 Prozent wollen bewusst auf Online-Shopping beziehungsweise auf bestimmte Geräte wie Smartwatch oder Smartphone verzichten, ebenfalls 42 Prozent auf Messenger wie WhatsApp und Signal, und rund ein Drittel (32 Prozent) will Streaming-Dienste wie Amazon Prime oder Netflix für mindestens einen Tag bewusst ausgeschaltet lassen. Auf private Mails wollen nur sechs Prozent der Detoxer verzichten.
