Apple erinnert erneut an auslaufende 32-Bit-Unterstützung in macOS

12. April 2018 12:00 Uhr - Redaktion

Seit der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC 2017 ist klar: 32-Bit-Software auf dem Mac befindet sich auf dem Abstellgleis. Nachdem im Januar bereits eine erste Änderung im Mac-App-Store umgesetzt wurde (neu eingereichte Programme müssen zwingend den 64-Bit-Betrieb unterstützen), informiert Apple nun über weitere Schritte. 32-Bit-Programme werden sich jedoch auch mit macOS 10.14 noch nutzen lassen.

Wie der Hersteller in einem neuen Support-Dokument erläutert, wird beginnend mit macOS 10.13.4 beim ersten Start einer 32-Bit-Anwendung eine Warnmeldung eingeblendet, die auf die fehlende 64-Bit-Unterstützung hinweist und das erwähnte Dokument verlinkt. Bei weiteren Programmstarts erscheint diese Meldung nicht. Apple bekräftigte das zur WWDC 2017 abgegebene Statement. Darin heißt es:

"High Sierra is going to be the last macOS release to fully support 32-bit apps without compromises. In the next major release after High Sierra, we're going to aggressively start warning users if apps are not compatible for 64-bit."

 
Warnung beim Start von 32-Bit-Programmen
 
Warnung beim ersten Start von 32-Bit-Programmen unter macOS 10.13.4.

 

Demnach wird sich 32-Bit-Software auch noch unter macOS 10.14 nutzen lassen, jedoch möglicherweise mit einigen Einschränkungen und/oder einer verschärften Warnmeldung (zum Beispiel bei jedem Programmstart). Mit dem für das Jahr 2019 erwarteten macOS 10.15 fällt die 32-Bit-Unterstützung dann voraussichtlich weg.

Im Mac-App-Store gibt es eine schärfere Vorgehensweise: Neue Software muss, wie eingangs erwähnt, bereits seit Januar den 64-Bit-Betrieb unterstützen, bei Updates für bestehende Programme und Spiele gilt dies ab Juni.

Dass Apple eines Tages die 32-Bit-Unterstützung einstellen wird, ist wenig überraschend und war eine zu erwartende Entwicklung. Sowohl die Mac-Hardware als auch das Betriebssystem sind schon seit vielen Jahren für den 64-Bit-Betrieb optimiert. Der Wegfall des 32-Bit-Supports entschlackt macOS wie auch Software, da die überflüssigen 32-Bit-Routinen weggelassen werden können. Bei iPhone und iPad wurde die 32-Bit-Unterstützung mit iOS 11 beendet.

Welche Programme auf dem eigenen Mac im 64-Bit- oder 32-Bit-Modus laufen, lässt sich wie folgt herausfinden: Mit gedrückter Alt-Taste das Apfel-Menü aufrufen => den Menübefehl "Systeminformationen" wählen => in der linken Spalte in der Kategorie "Software" den Punkt "Programme" auswählen. Die Spalte "64-Bit" zeigt mit Ja/Nein an, ob eine Anwendung den 64-Bit-Betrieb unterstützt. Eine Sortierung ist durch Klick auf den Spalten-Titel möglich.

Auch etliche Apple-Programme unterstützen den 64-Bit-Betrieb noch nicht, darunter Compressor und der DVD-Player. Die allermeisten aktuellen Anwendungen liegen heutzutage allerdings als 64-Bit-Version vor. Problematisch ist der Wegfall des 32-Bit-Supports vor allem im Bereich der Spiele sowie der Plug-ins für Audio-, Video- und Office-Anwendungen. Noch nicht angepasst wurden beispielsweise die Plattform Steam sowie viele Spiele von Feral Interactive und Aspyr Media.

Wer zwingend auf 32-Bit-Software angewiesen ist, verbleibt einfach bei macOS High Sierra bzw. macOS 10.14. Apple bietet bekanntlich für ältere Systemversionen noch zwei Jahre Sicherheitsaktualisierungen an.

Kommentare

32 Bit ist heutzutage einfach nicht mehr zeitgemäß. Die Entwickler hatten viele Jahre Zeit, auf 64 Bit umzustellen. Wer das bisher noch nicht gemacht hat, muss nun handeln - oder er verliert Kunden. Mit Xcode geht das doch heute relativ flott von der Hand. 2019 ist also Schluss - und das ist auch gut so. Das System wird schlanker & optimiert.