Apple kündigt macOS Sequoia 15 an - Systemanforderungen angehoben

10. Juni 2024 21:00 Uhr - Redaktion

Apple hat heute die nächste Hauptversion (15) des Mac-Betriebssystems vorgestellt. Sie hört auf den Namen Sequoia (benannt nach dem Nationalpark in Kalifornien) und erscheint im Herbst. Zu den Neuerungen gehören eine Passwort-App, die Steuerung eines iPhones mit dem Mac, ein optimierter Spielemodus, ein neuer Modus für die Fensterorganisation und eine Moderatorenvorschau für Videokonferenzen. Schlechte Nachrichten gibt es erneut in puncto Systemanforderungen.

macOS Sequoia 15 läuft auf folgenden Macs:

• iMac ab Baureihe 2019.
• iMac Pro (2017).
• MacBook Air ab Baureihe 2020.
• MacBook Pro ab Baureihe 2018.
• Mac Pro ab Baureihe 2019.
• Mac Studio ab Baureihe 2022.
• Mac mini ab Baureihe 2018.

Gegenüber macOS Sonoma 14 werden folgende Modelle nicht mehr unterstützt:

• MacBook Air Baureihe 2018.
• MacBook Air Baureihe 2019.

Diese beiden MacBook-Air-Modelle verbleiben offiziell bei macOS Sonoma 14, das noch bis zum Herbst 2026 mit Safari- und Sicherheitsupdates versorgt wird. Weshalb der iMac Pro von 2017 und ein MacBook Pro von 2018 noch von macOS 15 unterstützt werden, ein nur fünf Jahre altes MacBook Air von 2019 (das bis Frühjahr 2020 verkauft wurde) jedoch nicht mehr, bleibt das Geheimnis von Apple - der Hersteller nennt dafür keine Begründung.

macOS Sequoia 15 ist ab sofort als Betaversion für Entwickler (Build 24A5264n) verfügbar und wird im Herbst in der Finalversion (15.0) erscheinen. Mitglieder des Betatestprogramms werden Sequoia laut Apple ab kommendem Monat ausprobieren können.

 
macOS Sequoia
 
macOS Sequoia 15: Nicht für MacBook Air von 2018 und 2019.
Bild: Apple.

 

Zu den Neuerungen von macOS Sequoia 15: Die von Apple angekündigte Passwort-App ist an sich keine Neuheit. Es gibt bereits seit Beginn des modernen macOS das Programm Schlüsselbundverwaltung zu diesem Zweck, außerdem seit einiger Zeit eine entsprechende Kategorie in den Systemeinstellungen. Die neue Passwort-App ist also alter Wein in neuen Schläuchen. Apple teilte mit:

"Mit macOS Sequoia kommt auch Passwörter, eine neue App, die auf dem Schlüsselbund basiert, der vor über 25 Jahren eingeführt worden ist. Sie macht es noch leichter, auf Passwörter, Passkeys, WLAN Passwörter und andere Anmeldedaten zuzugreifen – alles an einem Ort. Die iCloud Synchronisierung wird mit einer sicheren durchgehenden Verschlüsselung geschützt. Die App Passwörter funktioniert großartig mit Safari und synchronisiert sich reibungslos zwischen den Apple Geräten der Nutzer sowie mit Windows Geräten über die iCloud für Windows App."

Die Verzahnung von Mac und iPhone wird mit macOS 15 noch ein wenig enger. Dazu Apple: "macOS Sequoia macht die Integration mit iPhone Mirroring noch magischer. Damit haben Nutzer vollen Zugriff auf ihr iPhone und können damit interagieren – direkt auf ihrem Mac. Das Hintergrundbild und die Symbole werden genau wie auf dem iPhone angezeigt und man kann zwischen den Seiten auf dem Home­screen hin- und herstreichen oder wichtige Apps öffnen und nutzen.

Nutzer können auch die Tastatur, das Trackpad und die Maus auf dem Mac verwenden, um mit dem iPhone zu interagieren und sogar Audio kann wiedergegeben werden. Inhalte können per Drag & Drop reibungslos zwischen iPhone und Mac bewegt werden. Das iPhone bleibt dabei gesperrt, sodass niemand darauf zugreifen oder sehen kann, was passiert. Es funktioniert auch großartig mit StandBy: Es bleibt sichtbar, sodass man Informationen auf einen Blick sehen kann. Zusätzlich können Anwender die Mitteilungen vom iPhone direkt auf ihrem Mac sehen und darauf reagieren."

 
macOS Sequoia
 
macOS Sequoia 15: iPhone mit dem Mac steuern.
Bild: Apple.

 

Weitere nennenswerte Neuheiten in macOS 15: "Verbesserungen am Spielmodus sorgen für eine flüssigere Bildrate und fortschrittliche Features beim Energiemanagement steigern die Performance für die gesamte Mac Produktfamilie.

Nutzer können besser organisiert bleiben, indem sie Fenster auf neue Weise in einem Layout anordnen, das für sie am besten funktioniert. Wenn man ein Fenster an den Rand des Displays zieht, schlägt macOS Sequoia automatisch eine Position auf dem Schreibtisch vor. Nutzer können ihr Fenster durch Loslassen direkt ablegen oder Kacheln schnell nebeneinander oder in Ecken platzieren, um noch mehr Apps im Blick zu behalten. Mit neuen Tastatur- und Menü-Kurzbefehlen kann man Kacheln noch schneller organisieren.

Die neue Moderatorenvorschau macht Präsentationen einfacher, indem sie Nutzern anzeigt, was sie teilen möchten, bevor sie es tun. Sie funktioniert mit Apps wie FaceTime und Zoom. Nutzer können auch großartige integrierte Hintergründe verwenden, zum Beispiel eine Auswahl an Farbverläufen und System-Hintergrundbilder, oder eigene Fotos laden. Hintergrundbilder können bei Videoanrufen in FaceTime oder in Apps anderer Anbieter wie Webex genutzt werden.

Apple Karten führt noch mehr Möglichkeiten ein, um die Welt zu erkunden, darunter kuratierte Wanderungen und eigene Wanderrouten. Ab diesem Herbst finden Nutzer tausende Wanderungen in allen 63 Nationalparks der USA, gefiltert nach Länge, Höhe und Art der Route, und man kann diese speichern, um sie zu verwenden, wenn man offline ist.

Fotos zeigt jetzt Sammlungen, die die Mediathek der Nutzer praktisch nach Themen sortieren, und kommt mit einem wichtigen Update, um schnell die gewünschten Ergebnisse zu erhalten. Mit der aktualisierten Rechner App können Anwender vorherige Berechnungen im Verlauf anzeigen und beim Tippen sehen.

Der Kalender zeigt Ereignisse und Aufgaben aus der App Erinnerungen an und macht es leicht, im Laufe des Tages Aufgaben anzuzeigen, zu bearbeiten und abzuschließen. Mit der aktualisierten Monatsansicht ist es einfacher, Ereignisse und Erinnerungen für den ganzen Monat auf einen Blick zu sehen.

Safari macht es jetzt mit Highlights noch einfacher, Informationen im Internet zu finden, zum Beispiel Wegbeschreibungen, Zusammenfassungen oder Quick Links, um mehr über Menschen, Musik, Filme oder Fernsehsendungen zu erfahren. Ein überarbeiteter Reader bietet jetzt noch mehr Möglichkeiten, Artikel ohne Ablenkungen zu lesen, und ermöglicht eine optimierte Darstellung des gelesenen Artikels mit einer Zusammenfassung sowie einem Inhaltsverzeichnis für längere Artikel. Wenn Safari ein Video auf der Seite erkennt, kann man es mit dem Viewer im Vordergrund platzieren und erhält gleichzeitig vollen Zugriff auf die Wiedergabesteuerung des Systems, einschließlich Bild-in-Bild."

Unter dem Namen "Apple Intelligence" startet im Herbst zunächst nur als US-Beta und nur auf Apple-Silicon-Macs die "KI"-Implementierung des Unternehmens mit Anbindung an den Chatbot GPT.

Nachtrag: Apple hat inzwischen die Versionsanmerkungen für Entwickler zu macOS 15 bereitgestellt. Darin ist unter anderem zu lesen: "Die Unterstützung für DirectoryService-Plug-ins wurde entfernt. Entwickler sollten auf Platform SSO umsteigen. Die Unterstützung für veraltete Quick Look Generator-Plugins wurde entfernt. Um Vorschauen und Miniaturansichten für Ihre benutzerdefinierten Dateitypen bereitzustellen, migrieren Sie zu Quick Look Preview Extension und Thumbnail Extension API."

2. Nachtrag: Neben einem optimierten Spielemodus für höhere Leistung gibt es auch Performance-Verbesserungen für die Grafik-Engine Metal. Dazu Apple: "Mit der neuen Metal Residency Set API können Sie den Unified Memory von Apple Silicon schneller als je zuvor für die GPU zugänglich machen. Gruppieren Sie verwandte Ressourcen in Sets und machen Sie sie gemeinsam resident.

Apple Silicon unterstützt hardwarebeschleunigtes Raytracing [M3 und höher]. Die neue Metal-Raytracing-Unterstützung für den direkten Statuszugriff sorgt für mehr Leistung, da zusätzliche Kopien der Schnittmengenergebnisse vermieden werden. Außerdem können Sie bei der Portierung von Shadern die Vorteile von Zeilen-Hauptmatrix-Layouts nutzen."

Zudem gibt es Verbesserungen für das Game Porting Toolkit und Metal Shading. Details dazu unter developer.apple.com.

3. Nachtrag: Die neue Funktion iPhone Mirroring (Steuerung eines iPhones via Mac mitsamt Datenaustausch) hat die folgenden Systemanforderungen: "Verfügbar auf Mac-Computern mit Apple Silicon und Intel-basierten Mac-Computern mit einem T2-Sicherheitschip. Voraussetzung ist, dass Ihr iPhone und Ihr Mac mit derselben Apple ID unter Verwendung der Zwei-Faktor-Authentifizierung angemeldet sind, dass sich Ihr iPhone und Ihr Mac in der Nähe befinden und Bluetooth und Wi-Fi aktiviert sind und dass Ihr Mac nicht AirPlay oder Sidecar verwendet." Es wird von Apple nicht explizit erwähnt, aber es ist anzunehmen, dass auf dem iPhone die neue Systemversion 18 laufen muss.

4. Nachtrag: Für die allermeisten Anwender, die Macs tagtäglich für ihre Arbeit einsetzen, sind vor allem die Punkte Stabilität, Zuverlässigkeit und Qualität entscheidend und nicht irgendwelche Gimmick-Features, die vollmundig in Apple-Präsentationen angekündigt werden. macOS Sonoma ist diesbezüglich eine Enttäuschung, da mehrere Updates für die Versionsreihe 14.x für erhebliche Probleme sorgten, die zum Teil noch immer bestehen (unerklärliche Kernel Panics, Bluetooth-Probleme, WLAN-Aussetzer, das Debakel mit Mail-Plugins, dazu uralte Finder-Bugs usw. etc. pp.). Probleme, die bei identischer Konfiguration unter macOS Ventura 13 größtenteils nicht auftreten.

Apple hat die Bereiche Stabilität, Zuverlässigkeit und Qualität bei der Ankündigung von macOS Sequoia 15 mit keiner einzigen Silbe erwähnt. Statt mit der Thematik offen umzugehen, etwas Selbstkritik zu üben und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation einzuleiten, wird stur am Einjahresrhythmus festgehalten. Und genau dieser Einjahresrhythmus tut dem Betriebssystem nicht gut. Das System wird immer komplexer und damit fehleranfälliger, die Apple-Entwickler bräuchten dringend mehr Zeit für Qualitätstests und Fehlerkorrekturen anstatt ständig auf die Uhr schauen zu müssen, weil das Marketing drängelt.

Schon jetzt laufen die Arbeiten an macOS 16 (bei dem dann wohl die Intel-Macs abgeschossen werden) und man muss sich ernsthaft fragen, in welchem Zustand die Version 15.0 in 3 Monaten auf den Markt kommen wird. Glücksspiel macOS-Updates: Es kann alles gut gehen, es kann aber auch den eigenen Workflow zerschießen. Nicht, dass es bei anderen Anbietern (Microsoft, Google) besser wäre, aber das kann für einen selbst ernannten Premium-Hersteller wie Apple mit Premium-Preisen doch kein Anspruch sein?

5. Nachtrag: macOS Sequoia 15: Ein letztes Hurra für den OpenCore Legacy Patcher?

6. Nachtrag: macOS Sequoia 15: Verbesserungen für das Virtualisierungs-Framework.