Nur noch zur Miete: Projektmanagementsoftware Merlin führt Abo-Modell ein

15. Juni 2018 16:00 Uhr - Redaktion

Vor etlichen Jahren hat Adobe mit der Creative Cloud Mietmodelle für Software hoffähig gemacht. Seitdem sind zahlreiche Hersteller auf diesen Zug aufgesprungen – was die zum Teil emotional-kontrovers geführten Debatten unter Anwendern weiter befeuert hat. Nun wechselt auch ProjectWizards die Seiten – die Projektmanagementsoftware Merlin gibt es ab sofort nur noch im Abo.

Für Merlin Project 5 verlangt der Anbieter 149 Euro pro Jahr und Nutzer bzw. 99 Euro beim Upgrade von Version 4. Eine Dauerlizenz zum Kauf gibt es nicht mehr. Die geplante Namensänderung hin zu Merlin Project Pro – um das Produkt stärker von der Einstiegsvariante Merlin Project Express abzugrenzen – wurde zurückgenommen. Merlin Project 4.x gab es zum Kauf für 259 Euro als dauerhafte Lizenz.

Das ab OS X El Capitan lauffähige Merlin Project 5 bietet gegenüber Merlin Project 4 unter anderem eine überarbeitete Benutzeroberfläche sowie einen neuen Stileditor und ergänzt eine Kanban-Tafel, einen Ressourcenpool (projektübergreifendes Planen aller Ressourcen) und Gruppierungen.

 

Merlin Project 5
 
Die Kanban-Ansicht von Merlin Project 5.
Bild: ProjectWizards.

 

Der Hersteller über die Kanban-Ansicht: "Sammeln Sie in der neuen Kanban-Ansicht Ihre Aufgaben als Karten in der linken Spalte. Wenn Sie diese Karten im weiteren Verlauf weiter nach rechts schieben, landet der Vorgang schlussendlich in der ‚Erledigt‘-Spalte. Greifen Sie auf vorgefertigte Kanban-Tafeln zurück, oder teilen Sie das Board nach eigenen Anforderungen auf. Gleiches gilt für das Layout der Karten.

Merlin Project 5 geht aber noch einen Schritt weiter: Wenn Sie einen Vorgang in der Kanban-Tafel in die ‚Erledigt‘-Spalte bewegen, füllt sich auch der Fortschrittsbalken in Ihrem Gantt-Diagramm. Umgekehrt geht das genauso: Ändern Sie die prozentuale Erledigung Ihrer Vorgänge in der Strukturansicht, wandern die Karten im Kanban-Board auf zauberhafte Weise nach rechts."

Eine 30-Tage-Demoversion ist verfügbar. Häufig gestellte Fragen beantwortet der Entwickler auf dieser Web-Seite.

Kommentare

Rechnen wir mal durch...

14,90€ für Software A
9,90€ für Software B
12,80€ für Software C
19,90€ für Software D
4,40€ für Software E
.
.
.
7,49€ für Software F
================

   175,60€ pro Monat
2.107,20€ im Jahr

Nach 5 Jahren: 10.536,00€

Sorry, aber da kaufe ich doch lieber Alternativen einmalig für 37,50€ oder 199€ und haben dann nach 5 Jahren immer noch nur 236,50€ bezahlt.

Abo ist schlichter Wahnsinn. Aber anscheinend können die meisten nicht rechnen, oder schwimmen in Geld, bzw nicht und sind froh das mtl. abstottern zu können. Den selben Abzockversuch hat man mit 3D Max gemacht. Heute bekommt man mehr Leistung in Form von: Blender 3D kostenlos. Heute gibt es so viele kostenlose Software, da braucht man vielleicht nur noch 2-3 Programme kaufen, bevorzugt von Apple (denn da bezahlt man für Updates 5 Jahre lang: 0€).

Deshalb probiert man es wie bei den Handyspielen ... 1€ (Abo für einen Bruchteil des eigentlichen Kaufpreises), das man erst gar nicht auf die Idee kommt eine "teure" Software zu schmähen und sich anstatt dessen OpenSource zu installieren.

Ich schicke voraus ich verstehe die Beweggründe der Softwareentwickler. Berechenbare Einnahmen, Planbarkeit der Entwicklung, Mitarbeiter etc. das alles ist nicht mehr an mehr oder weniger große Einnahme alle 2 Jahre oder so gebunden.

Das verstehe ich absolut.

Was ich nicht verstehe ist der Gedanke der Entwickler, dass ihre Software die einzige wäre, deren sich ein Benutzer bedient. Hat jemand wirklich nur 2 bis 3 Programme die er verwendet ist alles gut. Was aber wenn jemand 50, 100, 500 Programme hat? 

Man nimmt den Usern jede Möglichkeit seine Investitionen in Software selbst zu steuern, wann ich was kaufe, wo ich wann ein Upgrade durchführe, welches Upgrade ich nicht will, weil z.B. die technische Umsetzung nicht in meinen Workflow passt.

All das nimmt man den Benutzern weg. Man zeigt dem User so richtig schön den Mittelfinger! Macht ihn zum Konsumvieh - friss oder stirb. Das versteh ich nicht, wie die Entwickler so dermaßen kurzsichtig sein können und nicht kapieren, dass sich das nie ausgehen wird. Es wird ein Fiasko für die Softwareindustrie und die User werden, wenn diese Modelle weiter vorangetrieben werden.

Und genau das wird passieren...

Ich bin dabei, mich von Dreamweaver CS 6 zu verabschieden und arbeite mich in Goldfish 4 gerade ein.

Diese Abzocke ist einfach unanständig. Die Rechnung, die Kleine Maus aufmacht, ist wohl da nicht ganz falsch.

 

Mich erinnert das alles mit den Abos immer sehr an die Situation als der MacAppStore (MAS) eingeführt wurden. Damals hatte ich längere Diskussionen mit div. Entwicklern (u.a. den Pixelmator-Machern), in denen ich warnte, dass es ein Fehler sei, sein Produkt nur im MAS anzubieten. 

Alle haben gesagt: "Nein, das wird super, der einzige Weg, nur Vorteile..."

Und wo stehen wir heute???

In den Zeiten vor MAS und Abo hatten wir eine gesunde Softwarelandschaft am Mac, Webseiten die von der Vorstellung neuer Software lebten, Bundles und und und...

Und wo stehen wir heute?

 

In meinen Augen ist der Preis die „Preisfrage“.
Ich benutze „Parcel" seit einigen Jahren und seit 2 Jahren die „Premiumversion“, welche 3.—/Jahr kostet, unbeschränkte Lieferungen listet und andere Geräte synchronisiert hält. Die App selbst kostet nichts. Auf keinem der Geräte. Da stimmt für mich Preis-Leistung. Die Standardversion ist auf 3 Sendungen beschränkt. Das finde ich etwas wenig. Habe dem Entwickler vorgeschlagen auf 5 zu erhöhen. 
Ich finde die Software superpraktisch und benutze sie gerne. Der Preis von rund  —.25/Monat finde ich absolut fair.

Wenn ich aber für eine Software -zig Moneten oder gar hunderte pro MONAT ausgeben soll, muss sich das rechnen.

Aktuell kosten Profi-Softwaren zw. 50 (zB Affinity) und knapp 1000 Kröten (QuarkXpress, Filemaker usw).
Eine Laufzeit/Lebenszeit von 5 Jahren gerechnet wären das zw 10 (Affinity) und 200 (Quark/FM) PRO JAHR.

Für die meisten Software-User, die eine entsprechende Software benötigen, würde es keine Rolle spielen, ob man alles aufs Mal oder gestückelt zahlt, denke ich. Sofern der Preis stimmt.

Bei einer Software die zum Kauf 200 Mäuse kostet (<40/J) und dann plötzlich 150/Jahr, stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut nicht mehr. Da verliert man als Kunde das Vertrauen und fühlt sich abgezockt.

Und als Gelegenheits-Nutzer, der ab-und-zu darauf zurückgreift, fühlt man sich ausgesperrt. Eine Software 10 Jahre zu benutzen statt 5, wenn sie das tut was man braucht, um damit die (einst teuren Anschaffungs-)Kosten zu relativieren/rechtfertigen, kann man mit vielen Abo-Modellen nicht. 

ZAHLE ODER VERGISS ES. Heisst es dann.
Oder eben: Friss oder stirb.

Parcel ist vorbildlich. Die gratis-Version kann „das Wichtigste“. Zusatzkomfort bekommt man für einen wirklich kleinen finanziellen Beitrag. Bei einem solchen Modell stimmts.

Für Apple-Music: 13.—/Mt stimmt der Preis ebenfalls, wenn man im Schnitt 1 Album/Monat neu lädt. Was man ja schnell mal macht, weil man es bei Nichtgefallen wieder löschen kann. 

iCloud-Speicher 200GB 3.—/Mt ist grenzwertig, da man inzw 500GB SSDs für 120.— erhält. Das entspricht bei einer Lebensdauer von 5 Jahren etwa 2.—/Mt. Wobei eine Platte bei geringer Nutzung durchaus einiges länger hält.  

Das so meine Gedanken zu Abo-Modellen.
firlefanz