M1 Pro und M1 Max: Weitere Einzelheiten, erste Testwerte

21. Okt. 2021 13:30 Uhr - Redaktion

Mit der Vorstellung der neuen MacBook-Pro-Generation hat Apple die nächste Phase beim Wechsel der Prozessor-Architektur - weg von Intel x86 hin zu ARM64 - eingeläutet: Der M1 Pro und der M1 Max sind Hochleistungsvarianten des vor einem Jahr eingeführten M1. Gerüchten zufolge sollen die neuen Prozessoren auch in einem kommenden High-End-Modell des Mac mini verbaut werden. Zudem ist der Einsatz im Nachfolger des 27-Zoll-iMacs denkbar. MacGadget hat Einzelheiten zum M1 Pro und M1 Max zusammengetragen.

Der M1 Pro und der M1 Max teilen sich mit dem M1 die grundlegende Architektur, hochskaliert mit zusätzlichen CPU- und GPU-Kernen, zusätzlichem Schnittstellen-Controller sowie Unterstützung für mehr Arbeitsspeicher und mehr externe Bildschirme. Zudem gibt es erstmals Hardwarebeschleunigung für den ProRes-Videocodec. Gefertigt werden alle Varianten im 5-Nanometer-Verfahren. Ein Überblick:

M1
• 8 CPU-Kerne: 4x Effizienz, 4x hohe Leistung
• 7 oder 8 GPU-Kerne
• Bis zu 16 GB Arbeitsspeicher: LPDDR4x; Bandbreite 68 GB/s
• 16 MB System Level Cache
• 1 Video-Encode-Engine
• Unterstützung für 1 externen Bildschirm
• 16 Milliarden Transistoren

M1 Pro
• 8 oder 10 CPU-Kerne: 2x Effizienz, 6x oder 8x hohe Leistung
• 14 oder 16 GPU-Kerne
• Bis zu 32 GB Arbeitsspeicher: LPDDR5; Bandbreite 205 GB/s
• 32 MB System Level Cache
• 1 Video-Encode-Engine
• 1 ProRes-Beschleuniger
• Unterstützung für 2 externe Bildschirme
• 33,7 Milliarden Transistoren

M1 Max
• 10 CPU-Kerne: 2x Effizienz, 8x hohe Leistung
• 24 oder 32 GPU-Kerne
• Bis zu 64 GB Arbeitsspeicher: LPDDR5; Bandbreite 409 GB/s
• 64 MB System Level Cache
• 2 Video-Encode-Engines
• 2 ProRes-Beschleuniger
• Unterstützung für 4 externe Bildschirme
• 57 Milliarden Transistoren

(alle Varianten verfügen darüber hinaus über eine 16-Core-Neural-Engine sowie andere Komponenten wie Bildsignalprozessor, NVMe-Controller, Secure Enclave usw.)

 

M1 Pro
 
Der M1-Pro-Prozessor mit bis zu 10 CPU- und bis zu 16 GPU-Kernen.
Bild: Apple.

 

Der M1 Pro und der M1 Max sorgen im neuen MacBook Pro laut Apple für erhebliche Leistungsverbesserungen gegenüber den Intel-basierten Vorgängermodellen. Für Vergleichszwecke bietet sich auf dem Mac die Benchmark-Software Geekbench an. Für den M1 (8-Core-CPU, 8-Core-GPU) liegen folgende Werte (gerundet) vor:

• Single-Core-Punktzahl (CPU): 1700
• Multi-Core-Punktzahl (CPU): 7400
• Metal-Punktzahl (GPU): 21.100

Für den M1 Max sind inzwischen mehrere Ergebnisse in der Geekbench-Datenbank eingegangen. Der Stichprobenumfang ist zwar noch gering, dennoch geben die ersten Testwerte gute Anhaltspunkte. M1 Max (10-Core-CPU):

• Single-Core-Punktzahl (CPU): ca. 1750
• Multi-Core-Punktzahl (CPU): ca. 12.500
• Metal-Punktzahl (GPU): ca. 68.500 (wobei hier noch unklar ist, ob 24 oder 32 Core GPU)

Zum Vergleich die Werte des vorherigen 16-Zoll-MacBook-Pro in der Maximalausstattung (Core i9; Radeon Pro 5600M):

• Single-Core-Punktzahl (CPU): 1100
• Multi-Core-Punktzahl (CPU): 6800
• Metal-Punktzahl (GPU): 42.500

Einen aktuellen Xeon-Mac-Pro mit zwölf Kernen (Single-Core: 1100; Multi-Core: 11.800) lässt der M1 Max ebenfalls hinter sich, ebenso die Mac-Pro-Grafikkarte W5500X (Metal: 42.700). Am schnellsten 27-Zoll-Intel-iMac (Single-Core: 1250; Multi-Core: 9000; Metal: 58.800) zieht der M1 Max ebenfalls locker vorbei.

 

M1 Max
 
Der M1-Max-Prozessor mit 10 CPU- und bis zu 32 GPU-Kernen.
Bild: Apple.

 

Fazit: Es zeichnet sich anhand der ersten Messergebnisse ab, dass Apple mit dem M1 Pro und M1 Max nicht zu viel versprochen hat. Die Fortschritte hinsichtlich Leistung und Energieeffizienz gegenüber den Intel-basierten Vorgängermodellen sind signifikant. Dazu kommen exklusive Funktionen wie die ProRes-Beschleunigung sowie die längeren Akkulaufzeiten. 

Es sollte zudem nun endgültig klar sein, dass Apple-Silicon-Macs ohne AMD-Grafikkarten auskommen können - der M1 Max beweist eindrucksvoll, wohin die Reise geht. Für den nächsten Mac Pro sollen sich Apple-Prozessoren mit bis zu 128 GPU-Kernen in der Entwicklung befinden, die es mit AMDs 6er Serie aufnehmen können. Ob der Nachfolger des 27-Zoll-iMac und des Intel-Mac-Pro auf der M1-Reihe oder bereits auf der verbesserten M2-Serie basieren werden, wird sich im Laufe des nächsten Jahres zeigen.

Ein neues High-End-Modell des Mac mini im überarbeiteten Design mit M1 Pro/Max wird hingegen noch für dieses Jahr erwartet.

Kommentare

Ich finde es schön zu sehen, wie Apple das Thema Prozessoren Schritt für Schritt vorantreibt. Das wirkt auf mich alles sehr durchdacht und konsequent umgesetzt. Als Anwender habe ich Spaß und Freude daran, an dieser Entwicklung teilzuhaben. Was haben wir geschimpft im letzten Jahrzehnt über schleppende Mac Upgrades, verkorkste Systemaktualisierungen und die allgemein träge Entwicklung. Absolut kein Vergleich zu heute.

Und so startet der Mac nach über 35 Jahren noch mal so richtig durch. Wer hätte das vor 2 Jahren gedacht.

Es galt bisher die Regel: CPU plus dedizierte Grafikkarte = Workstation.

Diese Regel hat Apple nun über den Haufen geworfen und geschafft, was bisher undenkbar war: Ein System on a Chip mit CPU und einer Grafikpower, die man sonst nur von dedizierten Grafikkarten kannte. Und das bei einer Energie-Effizienz, die gnadenlos gut ist.

Apple wird die Synergien, die das SoC-Design mit sich bringt, natürlich die nächsten Jahre gnadenlos melken. Ich sehe auf absehbare Zeit nicht, wie Intel oder AMD hier auch nur etwas annähernd konkurrenzfähiges auf die Beine stellen können. Weder bei der Performance, noch bei der Skalierung, noch bei der Energie-Effizienz noch bei der Fertigung. Das Verhältnis Kaufpreis zu Leistung gewinnt auch klar zugunsten Apple.

Und in 12 Monaten stehen wir dann beim M2, der statt in 5nm dann in 4nm produziert wird, mit schnelleren Kernen und zusätzlichen Kernen und optimierten Co-Prozessoren. Mitsamt einem Mac Pro mit 20-30 CPU-Kernen und 128 GPU-Kernen als absolutes Topmodell. Es könnte schlimmer stehen um den Mac. ;-)

Ihr schreibt hier es  soll noch 2021 ein neuer Mac Mini kommen. Wie zuverlässig ist diese Ansage? Gurman meint, dass es damit erst 2022 soweit ist.