Apple: Öffentlicher Betatest von macOS High Sierra angelaufen

Apple hat zum Wochenende den öffentlichen Betatest von macOS High Sierra gestartet. Mitglieder des Betatestprogramms können sich ab sofort Build 17A291m des Betriebssystems herunterladen. Von einer Installation auf produktiv genutzter Hardware rät MacGadget dringend ab, da beispielsweise das neue Dateisystem APFS noch nicht fertig ist (Probleme gibt es unter anderem im Zusammenhang mit Time Machine) und die meisten Anwendungen noch nicht angepasst wurden.

Es kann daher im täglichen Betrieb zu gravierenden Problemen bei der Nutzung der Vorabfassung von macOS 10.13 kommen. Wer das neue Betriebssystem testen möchte, sollte dies auf einer freien Partition, einem externen Laufwerk oder einem Zweitsystem, das nicht für geschäftliche Zwecke eingesetzt wird, tun. Die Teilnahme am Apple-Betatestprogramm ist kostenlos und erfordert die Registrierung via Apple-ID. In jedem Fall sollte vor der Installation von macOS High Sierra ein vollständiges Backup angelegt werden.

Beim Aufspielen von macOS High Sierra besteht die Möglichkeit, das Laufwerk auf das moderne Dateisystem APFS umzustellen – unter Beibehaltung aller Daten. Es kann jedoch weiterhin HFS+ genutzt werden, eine nachträgliche Konvertierung zu APFS ist ebenfalls möglich (über die macOS-Wiederherstellung => Festplattendienstprogramm). Betatester haben die Möglichkeit, über das Tool Feedback-Assistant (siehe Dock bzw. Programme-Ordner) Fehler zu melden und Verbesserungsvorschläge einzureichen. Dabei sollten möglichst detailreiche Problembeschreibungen übermittelt werden, damit die Apple-Entwickler einen Fehler reproduzieren können.

macOS High Sierra

macOS High Sierra: Auch Endnutzer können jetzt die Betaversion testen.
Foto: Apple.



macOS High Sierra ist ein auf Feinschliff, Leistung und Technologie getrimmtes Release in der Tradition von OS X Snow Leopard und OS X El Capitan. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören das moderne Dateisystem APFS, Unterstützung für externe Grafikkarten (eGPU), Integration des Video-Codecs HEVC alias H.265, iCloud-Dateisharing, die stark verbesserte Version 2.0 der Grafikengine Metal mit Unterstützung für Virtual-Reality-Lösungen und der Web-Browser Safari 11, der eine verbesserte Performance bietet und das automatische Abspielen von Videos blockiert.

APFS ist für SSDs und große Datenmengen optimiert und zeichnet sich durch eine höhere Performance gegenüber HFS (die sich beispielsweise beim Duplizieren von Dateien im Finder bemerkbar macht) und Funktionen wie native Verschlüsselung, Anlegen von Snapshots und Clones sowie robusten Schutz von Daten bei Stromausfällen oder Systemabstürzen aus. HEVC bietet eine um bis zu 40 Prozent höhere Effizienz als der Vorgänger H.264, während beim iCloud-Dateisharing Links für andere Nutzer erzeugt werden.

macOS High Sierra mit eGPU

macOS High Sierra unterstützt externe Grafikkarten.
Foto: Apple.



Die eGPU-Unterstützung befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase, sie ermöglicht die Nutzung von AMD- und Nvidia-Grafikkarten in externen PCIe-Erweiterungsgehäusen, die per Thunderbolt an den Mac angebunden werden. Dadurch lässt sich die Leistung älterer Systeme und von Macs, die lediglich über einen Intel-Grafikchip verfügen, deutlich steigern (mehr dazu hier).

Mit Metal 2.0 wird der Mac zur Virtual-Reality-Plattform, außerdem bietet die neue Version der Grafikengine sowohl Leistungsoptimierungen als auch zusätzliche Funktionen für die Entwicklung bzw. Portierung von Spielen auf den Mac. Im Verbund mit externen Grafikkarten wird der Mac als Spieleplattform deutlich attraktiver. Weitere Einzelheiten zu macOS High Sierra haben wir in einem separaten Artikel zusammengefasst.

Nachtrag (12:45 Uhr): Der neue Build 17A291m steht inzwischen auch Mitgliedern des Entwicklerprogramms zur Verfügung (als "Beta 2 Update 1"), er behebt eine Vielzahl an Fehlern.