macOS: Wann endet die Unterstützung für Intel-Macs?

01. März 2024 15:00 Uhr - Redaktion

In etwas mehr als drei Monaten, Anfang oder Mitte Juni zur Entwicklerkonferenz WWDC24, wird Apple die nächste Hauptversion des Mac-Betriebssystems ankündigen. Über die Neuerungen von macOS 15 ist aus der Gerüchteküche bislang nichts zu hören. Spannend dürfte es aber bei den Systemanforderungen werden. Dabei steht folgende Frage im Mittelpunkt: Wann endet die Unterstützung für Intel-Macs?

Mit den letzten Hauptversionen hat Apple die Systemanforderungen schrittweise angehoben. Bei der Einführung von Ventura 13 blieben Macs der Jahrgänge 2014, 2015 und 2016 auf der Strecke, mit macOS Sonoma 14 werden die 2017er Modelle von iMac (mit Ausnahme des iMac Pro), MacBook und MacBook Pro nicht mehr unterstützt.

Vor diesem Hintergrund ist es gut möglich, dass mit macOS 15 die Unterstützung für den iMac Pro (2017) und für Hardware des Baujahres 2018 eingestellt wird. In diesem Fall würde macOS 15 dann nur noch auf einer Handvoll Intel-basierter Modelle (der Jahrgänge 2019 und 2020) laufen - jedenfalls offiziell, denn es gibt schließlich noch den OpenCore Legacy Patcher, mit dem sich ein neueres macOS auf nicht mehr von Apple unterstützten Rechnern installieren lässt.

 
macOS Sonoma
 
Welche Mac-Baureihen bleiben beim Sonoma-Nachfolger macOS 15 auf der Strecke?
Bild: Apple.

 

Folgt dann mit macOS 16 im Jahr 2025 der Schlusspunkt für Intel-Macs? Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt natürlich reine Spekulation, jedoch sei daran erinnert, dass Apple bereits beim Wechsel von PowerPC- auf Intel-Prozessoren vor zwei Jahrzehnten die Unterstützung für die vorherige Architektur früher als erwartet beendete (OS X Snow Leopard 10.6 lief nur noch auf Intel-Macs).

Im August 2020 stellte Apple den letzten Mac mit Intel-Prozessor - einen aktualisierten 27-Zoll-iMac - vor. Nur wenige Monate später folgte die Einführung der ersten Apple-Silicon-Macs. Seitdem liegt der Fokus des kalifornischen Herstellers voll und ganz auf den Modellen mit hauseigenen Prozessoren. Dies lässt sich auch daran erkennen, dass immer mehr macOS-Neuerungen einen M-Chip voraussetzen. Seit Sommer 2023 verkauft Apple keine Intel-Macs mehr - mit der Ankündigung des Mac Pro M2 Ultra wurde das 2019er Vorgängermodell mit Xeon-Prozessoren vom Markt genommen.

Apple erklärte im Jahr 2020, als die Umstellung auf hauseigene Prozessoren bekanntgegeben wurde, dass Intel-Rechner noch "einige Jahre lang" neue macOS-Hauptversionen erhalten werden. Präzisiert wurde diese Angabe nie, Anwender werden so im Unklaren gelassen. Früher oder später, ob nun mit bereits mit macOS 16 im Jahr 2025 oder erst mit macOS 17 im Jahr 2026, wird die Versorgung mit neuen macOS-Hauptversionen für die Intel-Modelle jedoch enden, das lässt sich als Fazit festhalten.

Nachtrag: In diesem Kontext kam die Frage auf, wie lange M1-Macs noch neue macOS-Hauptversionen erhalten werden. Die M1-basierten Macs wurden im Zeitraum Ende 2020 bis Frühjahr 2022 auf den Markt gebracht. Wenn man davon ausgeht, dass Apple einen Mac in etwa mit sechs bis sieben neuen macOS-Hauptversionen (die jährlich erscheinen) versorgt, dann dürften M1-Macs noch bis ins Jahr 2027 hinein an Bord sein. Gibt es für ein Mac-Modell keine neuen macOS-Hauptversionen mehr, erscheinen in der Regel noch zwei Jahre lang Sicherheitsupdates für das Gerät (und anschließend noch jahrelang aktualisierte Malware-Definitionen).

Eigentlich sollten für einen klassischen Computer, Desktops wie Notebooks, mindestens zehn Jahre an Softwareversorgung obligatorisch sein - die Nutzungszyklen sind einfach länger als etwa bei einem Smartphone oder Tablet. Zum Glück sind in der EU bereits verbraucherfreundliche Änderungen auf dem Weg, die die Hersteller beim Software-Support stärker in die Pflicht nehmen. Mehr dazu in "Verbraucherschützer fordern Update-Pflicht für gesamte Lebensdauer von Produkten".