"UltraFine 5K Display": In USA sofort lieferbar, in Europa kaum zu bekommen, Problemberichte häufen sich (Update)

24. Jan. 2017 16:00 Uhr - Redaktion

Einen Monat nach dem Verkaufsstart des "UltraFine 5K Display" lässt sich die Liefersituation des hochauflösenden 27-Zoll-Bildschirms mit einem Wort treffend beschreiben: unübersichtlich. Während die Gemeinschaftsentwicklung von LG und Apple in den USA sofort verfügbar ist, gibt es in Europa mehrwöchige Lieferzeiten, die sich von Land zu Land unterscheiden – in der Schweiz wird das Produkt gar nicht erst angeboten.

Die Lieferzeit für das "UltraFine 5K Display" liegt in Großbritannien bei zwei bis drei Wochen, in Frankreich bei zwei bis vier Wochen, in Deutschland bei vier bis sechs Wochen und in Österreich bei satten sechs bis acht Wochen. Im Schweizer Apple-Online-Shop fehlt von dem Monitor jede Spur.

Die Gründe für dieses Verfügbarkeitschaos sind unklar. Zwar beliefert Apple seinen Heimmarkt USA gerne bevorzugt, aber normalerweise erhalten auch andere wichtige Märkte regelmäßig neue Lieferungen begrenzt verfügbarer Produkte. Die enorme Diskrepanz zwischen der USA- und der Europa-Verfügbarkeit des "UltraFine 5K Display" ist äußerst ungewöhnlich.

Beim kleineren Modell "UltraFine 4K Display" (21,5 Zoll) ist die Situation ähnlich: in den USA bei Apple auf Lager, in Europa mehrwöchige Lieferzeiten, in der Schweiz nicht im Angebot. Allerdings ist das bei diesem Produkt eher zu verschmerzen, da am Markt alternativ zahlreiche 4K-Bildschirme anderer Hersteller sofort verfügbar sind. 5K-Displays sind jedoch noch rar gesät – zumal Apple den Monitor bis Ende März mit einem Rabatt anbietet.

UltraFine 5K Display

"UltraFine 5K Display": in Europa mehrwöchige Lieferzeiten.
Bild: LG.



Unterdessen mehren sich die Beschwerden von Nutzern des "UltraFine 5K Display". Sie berichten unter anderem über Schwierigkeiten beim Beenden des Ruhezustands, sporadischen Ausfällen der Bilddarstellung sowie von Verbindungs- und Stabilitätsproblemen im Zusammenspiel mit dem neuen MacBook Pro. Allerdings ist anzumerken, dass es auch Anwender gibt, die nach eigener Aussage mit dem Thunderbolt-3-Bildschirm keinerlei Probleme haben. Es dürfte sich dabei um typische Kinderkrankheiten eines neuen Produkts handeln, die nach und nach per Softwareupdates behoben werden. Ob das gestern veröffentlichte macOS 10.12.3 diesbezüglich Besserung bringt, ist noch nicht bekannt.

Die Softwarequalität wird bei Apple-Produkten immer mehr zum Thema, die jüngsten Negativbeispiele sind verschiedene Probleme mit der neuen MacBook-Pro-Generation (die jedoch inzwischen weitgehend mit macOS 10.12.2 und macOS 10.12.3 ausgeräumt sein dürften), der Ärger mit der PDF-Engine von macOS Sierra und nun die von etlichen Usern gemeldeten Schwierigkeiten mit dem "UltraFine 5K Display". Auch mit OS X Yosemite (WLAN-Probleme) und OS X El Capitan (Schwierigkeiten mit der USB-Unterstützung) gab es zu Beginn enorme Probleme.

Vor diesem Hintergrund unsere klare Empfehlung: mit dem Kauf eines neuen Produkts (bzw. der Installation eines neuen Betriebssystems) sollte grundsätzlich erst zwei bis drei Monate gewartet werden, bis die diversen Kinderkrankheiten beseitigt wurden. Dies gilt nicht nur für Computer, Tablets oder Smartphones, sondern auch für Zubehör, Fernseher, Spielkonsolen oder andere frisch eingeführte Elektronikprodukte. Dies schont die Nerven und oftmals auch den Geldbeutel, da die Preise nach einiger Zeit meist deutlich sinken.

Nachtrag (25. Januar): Die Behauptung eines Users bei Reddit, wonach Apple die Bewertungsfunktion für das "UltraFine 5K Display" abgeschaltet hat, ist offenbar unzutreffend: es waren nach Informationen von MacRumors in der Vergangenheit keine Rezensionen für das Produkt möglich, erst jetzt wurde die Kommentarfunktion freigeschaltet. Unser Artikel wurde entsprechend aktualisiert.

Das Verfügbarkeitschaos geht indes weiter, auch in Deutschland und in Großbritannien beträgt die Lieferzeit jetzt sechs bis acht Wochen, während das "UltraFine 5K Display" in Frankreich plötzlich binnen weniger Tage lieferbar ist. Problemberichte im Zusammenhang mit dem Bildschirm gibt es auch weiterhin, wobei einige User Verbesserungen seit der Installation von macOS 10.12.3 bemerkt haben.

Kommentare

funktionieren, finde ich es ein absolutes Trauerspiel, daß Apple es nicht mehr schafft, den Geräten ein eigenständiges Design zu geben. Es wäre ja wohl kein Problem gewesen bei LG Displays passend zum iMac etc zu ordern. Die restliche Produktpalette wird ja auch von Auftragsfertigern produziert. Wahrscheinlich wollen Sie uns darauf vorbereiten, daß auf den Macs irgendwann auch LG draufsteht, sie auch Plastik sind und 100,-- Euro billiger werden.