Bericht: Apple verschiebt angeblich geplante macOS- und iOS-Features, legt Fokus auf Qualität und Performance

30. Jan. 2018 15:00 Uhr - Redaktion

Nicht nur macOS, sondern auch iOS hatte bei der Einführung neuer Releases in den letzten Jahren regelmäßig mit mittleren bis schwerwiegenden Problemen zu kämpfen - Folgen des von Apple selbst auferlegten Zwangs, jährlich neue Betriebssysteme zu veröffentlichen. Neuesten Gerüchten zufolge will der Hersteller heuer diese Spirale durchbrechen.

Wie Axios unter Berufung auf informierte Kreise schreibt, soll Apple mehrere für iOS 12 geplante Features auf das nächste Jahr verschoben haben, um sich verstärkt der Verbesserung von Qualität und Performance zu widmen. Entsprechende Pläne habe Software-Entwicklungschef Craig Federighi vor kurzem den Mitarbeitern verkündet, heißt es in dem Bericht.

Demnach waren für iOS 12 unter anderem eine Überarbeitung des Home-Screens und grundlegende Verbesserungen für Core-Apps wie Mail, Kamera und Fotos geplant. Diese Änderungen sollen erst 2019 umgesetzt werden. Zwar werde auch iOS 12 einige Neuerungen enthalten, doch der Schwerpunkt soll auf der Verbesserung der Softwarequalität liegen.

 
macOS High Sierra
 
macOS: Alle zwei Jahre ein neues Release würde vollkommen ausreichen.
Bild: Apple.

 

Sofern der Bericht zutrifft, wäre dies eine gute Nachricht. Es wäre dann anzunehmen, dass dies auch macOS mit einschließt - schließlich verläuft die Entwicklung von macOS und iOS Hand in Hand. iOS 11 hatte zur Veröffentlichung im September mit etlichen Problemen zu kämpfen, die Apple mit vielen Updates bis in den Dezember hinein abgestellt hat. Auch iOS 10 war zu Beginn recht fehlerbehaftet.

Analog die Situation beim Mac in den letzten Jahren: Bei OS X Mavericks streikte anfangs der E-Mail-Client, OS X Yosemite hatte massive Probleme mit WLAN-Verbindungen, die erst Monate später ausgeräumt wurden. Bei OS X El Capitan hat Apple die USB-Unterstützung komplett überarbeitet. Auch dabei haben sich viele Fehler eingeschlichen, die zu Problemen mit vielen USB-Geräten führten. Es folgte macOS Sierra mit erheblichen PDF-Problemen. Im Herbst reiht sich macOS High Sierra mit der halbgaren APFS-Implementierung und gravierenden Sicherheitsfehlern ein.

Das Problem sind die kurzen Entwicklungszyklen bei Apple. Jedes Jahr ein neues OS lässt den Entwicklern kaum Zeit, Fehler zu finden und zu beheben und um das System zu optimieren. Nur wenige Monate nach Release widmet sich der Großteil des Entwicklungsteams bereits der Nachfolgeversion. Eine nachhaltige Strategie ist dies nicht. Alle zwei Jahre ein neues OS-Release und zwischendrin ein mittelgroßes Update würde aus Sicht vieler Experten vollkommen genügend.

Nachtrag (18:15 Uhr): Bloomberg stützt den Bericht von Axios unter Berufung auf eigene Quellen. Zudem soll auch bei macOS in diesem Jahr verstärkter Fokus auf Qualität und Performance gelegt werden. "The company told its software engineering groups about the change this month, one of the people said. The shift will also affect this year’s update to Mac computer software, but to a lesser degree, the person said, adding that planned upgrades to Apple Watch and Apple TV software won’t be affected", schreibt die Nachrichtenagentur.

Kommentare

geschehen noch Zeichen und Wunder...

Es ist auch höchste Zeit, dass Apple evtl. endlich ein wenig Einsicht zeigt.

Das ist doch eine völlig einfache, nachvollziehbare und logische Entwicklung. Zuerst müssen sie mal einen neuen Finder, neues Filesystem, Grafikintegration und was noch rasch anstoßen und dann sich Zeit nehmen, es zu konsolidieren. Das war doch schon immer so, auch in der Vergangenheit. z.B. Prozessorumstieg. Nur war Apple damals nicht so wichtig, dass jeder Kaffeesatzjournalist seinen Senf dazugibt und alles Mögliche hineininterpretiert.

Sieht mir eher nach einem halbherzig von Apple selbst gestreutem Gerücht aus. 

....  das mitterweile fast so scheisse ist, wie ich Eclipse in Erinnerung habe. Die Zahl der Bugs, der komplett bescheuerten Fehlermeldungen (Swift) und Missing Features (hallo Android Studio/AppCode) ist zahllos. Aber es ist ja wichtiger Swift immer noch penetrant in der Community weiter zu entwickeln (nicht vorhandene ABI Stabilität), als die Entwickler in eine alltagstaugliche Umgebung zu transformieren. Das Problem haben nicht nur wir 3rd Party Entwickler, sondern auch die Apple-interne Entwicklung.