Apple versorgt sich ab sofort vollständig mit grünem Strom

10. Apr. 2018 10:45 Uhr - Redaktion

Apple hat bei seinen Umweltschutzbemühungen einen weiteren Meilenstein erreicht: Der Mac- und iPhone-Hersteller wird jetzt weltweit zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie versorgt. Dies gilt global für alle Ladengeschäfte, Büros, Rechenzentren und Standorte von Apple in insgesamt 43 Ländern. Die Kalifornier konnten den Anteil mit grünem Strom in den vergangenen Jahren schrittweise steigern. Im Geschäftsjahr 2014 lag die Quote bei 84 Prozent, 2015 bei 93 Prozent und 2016 bei 96 Prozent.

Apple betreibt derzeit weltweit 25 Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien mit einer Gesamtleistung von 626 Megawatt. Im Jahr 2017 wurden 286 Megawatt Solarstrom erzeugt, ein neuer Rekord. Außerdem befinden sich 15 weitere Projekte im Bau. Nach deren Fertigstellung werden über 1,4 Gigawatt saubere erneuerbare Energie in elf Ländern erzeugt.

"Gemeinsam mit seinen Partnern entwickelt Apple weltweit Projekte für erneuerbare Energien. Dies erhöht die Möglichkeiten der Energieversorgung nicht nur auf lokaler, sondern auch auf regionaler und sogar nationaler Ebene. Apple arbeitet mit Energieunternehmen zusammen, um neue regionale Projekte für erneuerbare Energien zu entwickeln, die sonst nicht möglich wären. Dazu gehört ein breites Spektrum an Energiequellen, das von Solarmodulen und Windparks bis hin zu neuen Technologien wie Biogas-Brennstoffzellen, Mikro-Wasserkraftanlagen und Energiespeichertechnologien reicht", so Apple.

 
Die Solaranlage auf den Dächern des Apple Park in Cupertino
 
Die Solaranlage auf den Dächern des Apple Park in Cupertino.
Bild: Apple.

 

Die Rechenzentren des Computerpioniers werden bereits seit 2014 vollständig mit grünem Strom betrieben. Nun gilt dies für den Gesamtkonzern. Zu den Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien gehört Apples neuer Hauptsitz in Cupertino. Der Apple Park wird zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie aus verschiedenen Quellen betrieben, darunter eine 17-Megawatt-Solaranlage auf dem Dach und Vier-Megawatt-Biogas-Brennstoffzellen, gesteuert von einem Mikronetz mit Batteriespeichern. Wenn wenig Strom benötigt wird, wird Energie in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Apple verweist zudem auf seine Bemühungen, auch die Zulieferer vollständig mit grünem Strom zu versorgen. Dazu wurden in sechs Provinzen Chinas Projekte zur Erzeugung von mehr als 485 Megawatt Wind- und Solarenergie gestartet, um die Emissionen in der Produktionskette zu reduzieren. Laut Apple haben sich neun weiterer Zulieferer verpflichtet, ihre gesamte Apple-Produktion mit 100 Prozent sauberer Energie zu betreiben, wodurch sich die Gesamtzahl dieser Lieferanten auf 23 erhöht.

Nächstes großes Ziel von Apple: Alle Produkte sollen eines Tages ausschließlich aus recycelten Materialien hergestellt werden. Über seine Umweltschutzbemühungen informiert das Unternehmen auf dieser Web-Seite.

Kommentare

Aus diesem Artikel und auch aus dem Originalartikel wird nicht eindeutig klar, auf was sich diese Aussage bezieht. Wenn innerhalb eines Jahres mindestens so viel erneuerbare Energie erzeugt wird, wie über das Jahr auch verbraucht wird, so hat Apple nur eine grüne Energiebilanz. Das schaffen viele andere Unternehmen auch - allein dadurch, dass entsprechend große PV- und/oder Windparks betrieben werden. Ohne den Einsatz zusätzlich steuerbarer erneuerbarer Erzeugung und ausreichend großen Speichern wird in diesem Fall aber trotzdem noch auf konventionelle Stromerzeugungsanlagen zurückgegriffen. Man versorgt sich also nicht vollständig mit grünem Strom; auch der Zukauf von Grünstromzertifikaten ändert hierbei nichts - denn in diesem Fall verbrauchen nur andere bilanziell mehr konventionellen Strom.

Von "vollständig" grüner Versorgung kann man erst sprechen, wenn zu jedem Zeipunkt (auch im Sekundenbereich) auch immer mindestens soviel erneuerbare Energie erzeugt wird, wie man auch gerade verbraucht. Die technische Umsetzung ist definitiv schwierig und teuer - aber im Rahmen einer solchen Pressemeldung sollte hier klar zwischen "vollständig" und "ausgeglichener Bilanz" unterschieden werden.

Fundierte Sachkenntnis und Differenzierung.

Allein: man könnte Apple auch mal dafür loben, dass sie das Thema angepackt und relativ erfolgreich umgesetzt haben. Und natürlich geht man damit an die Öffentlichkeit: schautrauwem...

So lange, wie es keine autarke und vom sonstigen Netz abgekoppelte Energieversorgung gibt, hängt Apple ebenfalls an den total veralteten Meilern in den USA und an anderen Standorten. Speisen sie allerdings mehr ein, als sie entnehmen, ist das ein verantwortlicher Schritt in die richtige Richtung

Ob das so stimmt?!? Apple hat z.B. definitiv keinen Einfluss auf die Stromlieferungen in den Ladengeschäften, wenn es sich hierbei um Mietobjekte handelt. Und das ist die Regel. Also kann es sich da eigentlich nur um eine Bilanz handeln, wie es schobbi richtig nennt. Dann wiederum macht eine Prozentangabe keinen Sinn. Apple könnte sich so z.B. zu "130%" mit erneuerbarer Energie versorgen. 

Abgesehen davon finde ich Apple noch lange nicht "grün", solange in diesem Maße noch fix verklebte, unreparierbare Wegwerf-Hardware hergestellt wird.

Aber immerhin: Es ist ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung. 

Ich denke, es sollte weniger das Ziel sein, dass sich ein einzelnes Unternehmen wirklich zu 100% mit erneuerbarer Energie versorgt, sondern den Gesamtverbrauch der Menschheit an nicht erneuerbarer Energie zu reduzieren. Die Synergie- und Hebeleffekte sind da viel größer.

Wenn Apple tagsüber per Solarpanels mehr Energie erzeugt als sie verbrauchen und den Rest dafür ins Netz einspeist, kann damit der fossile Energieverbrauch der anderen Netznutzer zurückgefahren werden. Das bringt unter dem Strich mehr, auch wenn Apple dafür nachts zB selber Energie aus dem Netz ziehen muss.

Aufgrund dieses Egodenkens haben wir nämlich ähnliches Problem in Deutschland: Häuslebauer A lässt sich Solarpanels auf seinem Dach montieren, die ineffizient sind, weil sein Dach schlecht ausgerichtet ist. Sein Nachbar, Häuslebauer B hat ein optimal ausgerichtetes Dach, aber kein Geld für Solarpanels. Wenn A seine Panels auf dem Dach von B montiert hätte, wäre die Gesamteffizienz besser. Wenn man dieses Beispiel des Kleinen hochskaliert auf Windparks, BHKW-Anlagen etc., wird klar, dass Energiekonzepte auf Basis erneuerbarer Energie nicht als isolierte Egotrips entwickelt werden sollten.

Wenn Apple also rein rechnerisch zu 100% erneuerbare Energie nutzt, bingt das u.U. mehr, als wenn sie eine Lösung entwickeln würden, die konsequent auf die 100%ige Deckung des reinen Eigenbedarfs ausgelegt wäre.

Apples Aufgabe ist es, attraktive, leistungsstarke Produkte für Nutzer herzustellen, nicht die Welt zu (verschlimm-) bessern.

Apple auf Abwegen...