Entwickler kritisieren Apple wegen fehlerhafter PDF-Unterstützung in macOS Sierra

Bereits zur Markteinführung von macOS Sierra gab es mehrere gravierende Probleme mit der PDF-Unterstützung, die unter anderem im Zusammenhang mit der Fujitsu-Software ScanSnap aufgetreten sind. Zwar hat Fujitsu zwischenzeitlich mit Updates reagiert, doch das aktuelle Mac-Betriebssystem hat weiterhin mit PDF-Problemen zu kämpfen. Die Ursache liegt in der PDF-Engine PDFKit, die Apple für macOS Sierra umgeschrieben hat – dabei ist offenbar einiges schiefgelaufen.

Apple wolle durch die Neukonzipierung von PDFKit die PDF-Unterstützung von macOS und iOS angleichen, zitiert Tidbits den Devonthink-Chefentwickler Christian Grunenberg. Das Problem sei jedoch, dass die neue PDFKit-Version noch lange nicht fertig, zu früh veröffentlicht worden und ein "Work in Progress" sei. Apple habe ohne Rücksicht auf die Abwärtskompatibilität Funktionen gestrichen, während andere Features fehlerhaft implementiert wurden, so Grunenberg. Mit dem im Dezember veröffentlichten Betriebssystemupdate macOS 10.12.2 habe sich die Situation sogar noch verschlimmert, es seien weitere Bugs hinzugekommen.

Betroffen sind alle Programme, die Apples PDF-Engine nutzen, darunter Devonthink, Vorschau, Skim, Bookends, EndNote und EaglerFiler. Noch harscher geht der Bookends-Entwickler Jon Ashwell mit Apple ins Gericht: auf Bug-Reports habe Apple bislang nicht reagiert, macOS 10.12.2 sei schlichtweg ein "Desaster". Man sei von Apple aufgefordert worden, Bookends zu Testzwecken zur Verfügung zu stellen, seitdem habe man nichts mehr von dem Unternehmen gehört. EagleFiler-Autor Michael Tsai nannte es einen schlimmen Zustand, dass eine grundlegende Funktionalität derartig lange fehlerbehaftet sei, gerade in einem Bereich wie PDF, wo Apple in der Vergangenheit geglänzt habe.

macOS Sierra

macOS Sierra: Massive Probleme mit PDF-Unterstützung, heftige Kritik von Entwicklern.
Bild: Apple.



Die Probleme äußern sich unter anderem in Datenverlusten, Programmabstürzen und nicht mehr funktionierenden PDF-Werkzeugen. Ob das in der Entwicklung befindliche Betriebssystemupdate macOS 10.12.3 diesbezüglich Besserung bringt, bleibt abzuwarten. Anwendungen, die eine eigene PDF-Engine verwenden, wie etwa PDFpen, sind davon nicht betroffen.

Softwarequalität bei Apple ist seit längerer Zeit ein Problem

Gravierende Probleme mit neuen Mac-Betriebssystemen haben seit einigen Jahren eine unrühmliche Tradition. Bei OS X Mavericks streikte anfangs der E-Mail-Client, OS X Yosemite hatte massive Probleme mit WLAN-Verbindungen, die erst Monate später ausgeräumt wurden. Bei OS X El Capitan hat Apple die USB-Unterstützung komplett überarbeitet. Auch dabei haben sich viele Fehler eingeschlichen, die zu Problemen mit vielen USB-Geräten führten. macOS Sierra reiht sich in diese Liste nun mit PDF-Problemen ein.

Apples selbst auferlegter Zwang, jedes Jahr eine neue Betriebssystemversion auf den Markt bringen zu müssen, dürfte bei der Thematik eine große Rolle spielen. Für die Marketing-Abteilung ist dies natürlich toll, Fakt ist aber auch, dass bei einem derartig schnellen Release-Zyklus nur wenig Zeit für Feinschliff und Fehlerkorrekturen bleiben. Ob sich Apple mit jährlichen macOS-Upgrades einen Gefallen tut, ist vor diesem Hintergrund mehr als zweifelhaft. Die allermeisten User könnten sicherlich darauf verzichten – alle zwei Jahre ein neues OS wäre mehr als ausreichend.

Aufgrund der PDF-Probleme von macOS Sierra können wir unsere Standard-Empfehlung nur nochmals erneuern: besonders auf beruflich/geschäftlich genutzten Macs sollte mehrere Monate mit dem Upgrade auf eine neue Betriebssystemversion gewartet werden, im Idealfall ein halbes Jahr, bis vier oder fünf Updates erschienen sind.

Oder man beherzigt die alte Grundregel: never change a running system! Apple versorgt eine Systemversion bekanntlich drei Jahre mit Sicherheitsupdates. Für OS X Yosemite läuft die Unterstützung voraussichtlich im September aus, für OS X El Capitan im Herbst 2018.

Kommentare

Design ist wichtiger als Funktion - leider :-(

Tja, das kann man eigentlich seit 10.7 beobachten:

OS X ist nur noch eine riesige Baustelle:

- Internet-Konten zu migrieren ist Glücksache
- Internet-Konten werden teilweise fehlerhaft angezeigt, unter bestimmten Bedingungen lassen sich Konteneinstellungen nicht ändern oder korrigeren
- Der Schlüsselbund bei Verwendung von Network-Homes wird zerstört
- SMB und ACLs sind auch in Sierra immer noch unzuverlässig
- die gesamte Bedienoberfläche wird immer unlogischer, immer mehr versteckte "aktive Ecken" die man sich merken muss, sonst findet man Funktionen nicht, iTunes empfinde ich mittlerweile als unbedienbar
- die ganze 3D-Touch-Geschichte ist ein Schritt in die falsche Richtung
- der Schlüsselbund mit seinen "Lokalen Objekten" ist völliger, unlogischer Blödsinn
- der "sanfte" Zwang in die iCloud an allen Ecken im System geht mir nur noch auf den Keks
- ...

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal ernsthaft darüber nachdenke auf Linux zu wechseln, aber leider sind mir die neuen MacBooks mit Touchbar viel zu teuer. Aber Dell soll auch tolle Laptops machen und der Linux-Support ist wohl perfekt. Naja, noch warte ich.

Meine Meinung.

Linux ist keine Alternative...

...da immer noch eine völlige Frickelei, es gibt kaum Linux-Versionen von Mac-Software. Wie soll man damit ernsthaft arbeiten?

Das neue MacBook Pro finde ich gar nicht mal so schlecht, gerade Touch Bar finde ich einen Schritt in die richtige Richtung (da Touch im Bildschirm selbst null Sinn macht - nach 3 Min hat man einen Krampf im Arm). Leider ist das neue MBP nur halb zu Ende gedacht. Wegfall von MagSafe ist ein Fehler und dass Apple nicht mal einen USB-C auf USB-A Adapter belegt, ist schlichtweg eine Frechheit. Preise sind zu hoch - wie inzwischen generell bei allen Apple Produkten. Kann man nur auf die 2nd Gen des MBP warten, die dann etwas hoffentlich günstiger sein wird.

Viel schlimmer ist Apples krasse, nicht nachvollziehbare Vernachlässigung der Desktop Sparte. Wie kann es sich ein Premium Hersteller wie Apple erlauben, ein Vorzeige-/Flaggschiff Produkt wie den Mac Pro mit vier Jahre alter Technik anzubieten? Das ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten.

Ich bezweifle, ob bei Apple noch die richtigen Leute an den Hebeln der Macht sitzen. Desktops werden krass vernachlässigt, die Apple Watch ist ein hässlicher Flop, Apple Music wird mit Macht in den Markt gedrückt, Spotify ist aber immer noch die klare Nr. 1. Das iPad Pro ein völlig überteuertes Spielzeugprodukt - jeder mit klarem Verstand kauft sich für die Kohle ein MacBook.

Mir fehlt weiterhin ein erweitererbarer Desktop Mac. Wo ich bei Bedarf ne schnellere Graka reinbauen, RAM beliebig erweitern kann und Platz für zwei Platten ist. Dass Apple sowas nicht gebacken kriegt, ist ein weiterer Treppenwitz.

Ein Tim Cook hat wohl im Leben noch nie professionell am Mac gearbeitet oder sich mal Profi-Workflows aus Video, Grafik, Audio oder Business angeschaut. Anderes kann ich mir diese fast schon epische Ignoranz nicht erklären.

Es könnte so viel mehr im Mac Bereich gehen, wenn Apple nur endlich den Arsch hochkriegen würde.

Wie auch vorgestern auf Heise.de... - (k)eine Lösung

Habe ich mal hier ausgearbeitet.

http://www.mnott.de/how-to-workaround-the-fucked-up-pdfkit-in-sierra/

HTH,

M

Fehler betreffen PDFs mit OCR-Ebenen

Es scheint mir ratsam, darauf hinzuweisen, dass die PDF-Unterstützung in macOS Sierra nicht grundsätzlich schadhaft ist oder gar fehlt – natürlich kann man weiterhin problemlos PDFs via Druck-Dialog erzeugen –, sondern dass meines Wissens nur eine spezielle Art von PDF-Dokumenten betroffen ist, bei denen eine OCR-Ebene über einem gescannten Bild liegt. Diese Text-Ebene wird offenbar beschädigt, wenn man die Seiten eines mehrseitigen Dokuments umsortiert.

Dass die OCR-Ebene auch beschädigt würde, wenn zusätzliche Markierungen (z.B. Hervorhebungen) angebracht werden, konnte ich in eigenen Tests nicht bestätigen; in meinen Tests blieb die OCR-Ebene intakt.

Unklar blieb mir in der bisherigen Berichterstattung auch, ob die PDFKit-Fehler sich (aufgrund der erwähnten programm-internen Workarounds – nicht auswirken, wenn man ausschließlich die Vorschau.app benutzt.

Qualität und Apple, Feuer und Wasser

Jetzt also das PDF Problem. Unabhängig davon ist Siera relativ langsam. Auf meinem iMac 21, aus dem Jahre 2015, sehe ich fast ständig, bei einfachsten Aünforderungen an das OS, wie Finderfenster öffnen oder Druckbefehl erteilen, den Beachball.
Alles was Apple auszeichnete, exzellente Softwarequalität, sehr stabile Betriebssysteme, hochwertige Hardware, all das hat, aus meiner subjektiven Sicht, extrem nachgelassen. Apple macht mir keinen Spass mehr. Ich nutze Apple Rechner seit 1995, jetzt denke ich ernsthaft über einen Umstieg nach. Vielleicht Windows 11. Mal sehen was sich im Jahre 2017 ergibt.

Auf normal Deutsch!

Das letzte OS X was einwandfrei funktioniert hat war 10.6.8!

Nachher kam nur noch Schrott und der Kunde wird zum Beta-Tester bombardiert!

Wir leben in eine Freie Marktwirtschaft, der Kunde entscheidet mit sein Kauf, irgendwann kauft er kein Apple Produkt mehr in dann ist Apple bald wieder "back to the future" in die Mitte der 90er Jahre, mit den Vorteil das die Portokasse mit 200 Milliarden gefüllt ist, aber dies ist auch schnell aufgebraucht!

Nein...

...vielleicht eine spezielle Korruption. Aber allgemein ist PDFKit so buggy, dass einen ganzen Haufen anderer Programme nicht mehr vernünftig laufen. Etwa Skim.

Klasse Anleitung…

… auch in Bezug auf VirtualBox zur Virtualisierung von OS X. Nette neben Infos an der Stelle!
Vielen Dank.

mnott schrieb:
Habe ich mal hier ausgearbeitet.

http://www.mnott.de/how-to-workaround-the-fucked-up-pdfkit-in-sierra/

HTH,

M