Erneuerbare Energien bei Cloud-Anbietern: Apple landet im Greenpeace-Ranking auf erstem Platz

11. Jan 2017 12:00 Uhr - Redaktion

Die Datenmengen, die durch das Internet bewegt werden, wachsen seit Jahren rasant. Dementsprechend werden immer mehr und leistungsstärkere Rechenzentren benötigt, die einen hohen Stromverbrauch verursachen. Vor diesem Hintergrund hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace untersucht, wie "grün" die Internet-Infrastruktur ist, d. h. in welchem Umfang erneuerbare Energien zum Betrieb der Rechenzentren zum Einsatz kommen.

Die Umweltschützer haben 15 Cloud-Computing- und Colocation-Anbieter unter die Lupe genommen. Auf dem ersten Platz landete Apple. Der kalifornische Computerpionier versorgt sich laut Greenpeace inzwischen zu 83 Prozent mit Strom aus regenerativen Quellen. Mit erheblichem Abstand folgen Facebook (67 Prozent), Google (56 Prozent), HP (50 Prozent), Salesforce (43 Prozent) und Microsoft (32 Prozent).

Besonders schlecht schneidet Amazon Web Services (AWS) ab, ein Unternehmen, das große Datenmengen von Betreibern wie Pinterest und Spotify hostet. Seine Rechenzentren beziehen 30 Prozent Strom aus Kohlekraft, 26 Prozent Atomstrom und 24 Prozent Strom aus Gaskraftwerken. Nur 17 Prozent stammt aus erneuerbaren Quellen. Greenpeace beanstandet zudem die mangelnde Transparenz bei der Frage, woher das Unternehmen seine Energielieferungen bezieht.

Greenpeace-Ranking

Apple ist bei erneuerbaren Energien Vorreiter.
Bild: Greenpeace.



"Schon jetzt verbrauchen Internetnutzer beim Streamen von Musik und Filmen gigantische Mengen an Strom. Wäre das Internet ein Land, so hätte es weltweit den sechstgrößten Stromverbrauch", so Niklas Schinerl, Greenpeace-Experte für Energie. Eine Hauptlast am Datenverkehr in den USA trägt laut Greenpeace der Streaming-Anbieter Netflix, mit 83 Millionen Abonnenten weltweit Marktführer. Die Filme und Serien von Netflix liegen ebenfalls auf den Servern von Amazon Web Services. "Wenn Amazon, Netflix und andere nicht schnell und konsequent auf Erneuerbare Energien umsteigen, werden sie zur Schmuddelecke im Klimaschutz", meint Schinerl.

Apples Angaben unterscheiden sich indes von den Greepeace-Zahlen. Man habe sich im Jahr 2015 zu 93 Prozent aus erneuerbaren Energien versorgt, heißt es auf der Umweltschutzseite von Apple. Die Apple-Rechenzentren werden demnach zu 100 Prozent mit sauberem Strom betrieben. Die vollständige Greepeace-Studie liegt als PDF-Dokument vor.