Externe Mac-Grafikkarte Wolfe: Projekt wird weitergeführt

Im Sommer letzten Jahres sorgte das Projekt Wolfe für großes Aufsehen im Mac-Markt. Es handelt sich dabei um eine externe Nvidia-Grafikkarte, die per Thunderbolt-Schnittstelle mit dem Mac verbunden wird – für die Softwareunterstützung sorgen von den Wolfe-Machern entwickelte Treiber. Doch im Herbst machten die Erfinder einen Rückzieher – Hintergrund waren Unsicherheiten bezüglich der Thunderbolt-2-Zertifizierung.

Nun gibt es gute Nachrichten: Wolfe werde weitergeführt, eine neue Version mit Thunderbolt 3 und schnelleren Nvidia-Grafikkarten befinde sich seit einiger Zeit in der Entwicklung, teilten die Entwickler in dieser Woche mit. Die Schwierigkeiten mit der Thunderbolt-Zertifizierung konnten offenbar ausgeräumt werden. An älteren Macs mit Thunderbolt 2 soll sich Wolfe mittels eines Adapters betreiben lassen.

Wolfe: Externe Grafikkarte für den Mac

Wolfe: Externe Grafikkarte mit Thunderbolt-Anschluss für Macs.
Bild: Wolfepack.



Die Macher suchen derzeit nach Investoren. Ob es eine erneute Crowdfunding-Kampagne geben wird, ist unklar. Bei der ersten, zwischenzeitlich eingestellten Kampagne auf Kickstarter wurde das Finanzierungsziel weit übertroffen. Wolfe war ursprünglich mit den Nvidia-Grafikkarten GTX 950 und GTX 970 konzipiert. Nun sollen die schnelleren Modelle GTX 1050, 1060 und 1070 zum Einsatz kommen. Ob sich an den ursprünglich geplanten Preisen (ab 399 US-Dollar) etwas ändern wird, ist nicht bekannt.

Die Idee hinter dem Konzept: in den meisten Mac-Modellen setzt Apple schon seit mehreren Jahren nicht mehr auf Grafikkarten von AMD oder Nvidia, sondern auf die in Intel-Prozessoren integrierten Grafikchips. Zwar haben die Intel-GPUs zuletzt erhebliche Leistungssprünge gemacht, für aufwendige Spiele und 3D-Anwendungen braucht es jedoch nach wie vor mehr Grafikpower.

Wolfe: Externe Grafikkarte für den Mac

Wolfe im Heaven-Benchmarktest.
Bild: Wolfepack.



Wolfe ist eine Lösung für dieses Problem und stellt zusätzliche Grafikleistung bereit. Dazu werden ein oder mehrere Monitore direkt an die Wolfe-Box angeschlossen (via HDMI oder DisplayPort). Der Treiber ermöglicht ein Umschalten zwischen internem und externem Grafikchip. Nähere Informationen sind in einer FAQ zu finden.

Mit der BizonBox gibt es bereits seit einiger Zeit eine vergleichbare Lösung, die jedoch deutlich teurer ist (mit Grafikkarte ab etwa 1000 US-Dollar).