Apple will Produkte in Zukunft ausschließlich aus recycelten Materialien herstellen

Apple hat seinen Umweltschutzbericht für das Geschäftsjahr 2016 (PDF) vorgelegt. Darin informiert das Unternehmen nicht nur über die zuletzt erzielten Fortschritte, sondern formuliert außerdem ein sehr anspruchsvolles Ziel für die (entfernte) Zukunft: Apple möchte erreichen, dass eines Tages alle eigenen Produkte ausschließlich aus recycelten Materialien gefertigt werden. Auf neu gewonnene Rohstoffe aus dem Bergbau will der Computerpionier dann verzichten.

"Traditionelle Lieferketten sind linear. Rohstoffe werden abgebaut, zu Produkten verarbeitet und landen nach der Verwendung oft auf Deponien. Dann beginnt der Prozess von vorne und mehr Rohstoffe werden für neue Produkte aus der Erde geholt. Wir glauben, unser Ziel sollte eine geschlossene Lieferkette sein, in der Produkte nur aus erneuerbaren Rohstoffen und recyceltem Material hergestellt werden", erläutert Apple.

Einen Zeitplan nannte das Unternehmen nicht. "Das ist ein ambitioniertes Ziel, für das mehrere Apple Teams, unsere Zulieferer und Recycling­spezialisten über viele Jahre hinweg kooperieren müssen – aber wir arbeiten bereits daran." Apple verweist außerdem auf die bereits laufenden Anstrengungen, beispielsweise in Form des in Eigenregie entwickelten Recyclingroboters Liam. Zwei Liam-Demontagelinien zerlegen jährlich 2,4 Millionen alte iPhones, deren Einzelteile der Wiederverwertung zugeführt werden.

Apple will eines Tages Produkte ausschließlich aus recycelten Materialien fertigen

Apple will eines Tages Produkte ausschließlich aus recycelten Materialien fertigen.
Bild: Apple.



Bei der Umstellung auf erneuerbare Energien vermeldet Apple weitere Fortschritte. Im vergangenen Geschäftsjahr hat sich das Unternehmen weltweit zu 96 Prozent aus grünem Strom versorgt – im Geschäftsjahr 2015 lag die Quote bei 93, im Geschäftsjahr 2014 bei 87 Prozent. Die verursachten Treibhausgase seien im Jahresvergleich um zehn Prozent zurückgegangen, so Apple weiter.

In 24 Ländern, darunter die USA, Deutschland und China, nutzt Apple inzwischen zu 100 Prozent erneuerbare Energien. Apples Rechenzentren werden bereits seit mehreren Jahren vollständig mit grünem Strom versorgt. Die Kalifornier drängen außerdem ihre Zulieferer, ebenfalls auf erneuerbare Energien umzusteigen. Sieben große Apple-Zulieferer wollen dieses Ziel bis Ende nächsten Jahres erreicht haben. Apple errichtet im großen Stil Solaranlagen – bis zum Jahr 2020 sollen diese eine Gesamtleistung von vier Gigawatt erreichen.

Über seine Umweltschutzbemühungen informiert der Hersteller auch auf dieser Web-Seite.

Kommentare

Ah, deswegen!?

Deswegen stellt Apple vermehrt Produkte her, die man "wegschmeissen" muss, wenn man RAM upgraden möchte. ;-)

Recycling ist kein Selbstzweck ...

Offenbar will Apple seine Kundschaft mit dem Schlagwort Recycling blenden. Hört sich so nett und ökologisch an. Aber so wenig wie Bio-Lebensmittel auch gleichzeitig ökologisch, sind es recycelte Materialien. Entscheidend ist der Verbrauch primärer Ressourcen wie Energie und Wasser. Auch der Verweis auf regenerierbare Energie verfängt nicht zwingend, siehe die Ökobilanzen von Biotreibstoffen oder PV-Strom. Aber der Hipster mit Bart wird Apple dafür feiern, weil das Spatzenhirn ja nicht so weit denkt.

100% ökologisch ist nur die Nutzung vorhandener Technik bis es nicht mehr geht. Da könnte Apple ansetzen, z.B. mit maximaler Reparaturfreundlichkeit. Aber das schadet dem Umsatz.

Richtig!

MacManiac schrieb:
Offenbar will Apple seine Kundschaft mit dem Schlagwort Recycling blenden. Hört sich so nett und ökologisch an. Aber so wenig wie Bio-Lebensmittel auch gleichzeitig ökologisch, sind es recycelte Materialien. Entscheidend ist der Verbrauch primärer Ressourcen wie Energie und Wasser. Auch der Verweis auf regenerierbare Energie verfängt nicht zwingend, siehe die Ökobilanzen von Biotreibstoffen oder PV-Strom. Aber der Hipster mit Bart wird Apple dafür feiern, weil das Spatzenhirn ja nicht so weit denkt.

100% ökologisch ist nur die Nutzung vorhandener Technik bis es nicht mehr geht. Da könnte Apple ansetzen, z.B. mit maximaler Reparaturfreundlichkeit. Aber das schadet dem Umsatz.

Recht hast Du ;-) Vielleicht könnte man noch hinzufügen, dass man sich angewöhnen sollte, nicht mehr von "Verbrauch" sondern schlicht Umwandlung zu reden. Wasser wird nicht wirklich "verbraucht", es wird nur für verschiedene Prozesse benutzt, oft von einem Aggregatzustand in den anderen verwandelt, z.B. beim Kochen (Was wiederum Energie benötigt - aber nicht "verbraucht") oder bei der Aufspaltung in Wasserstoff und Sauerstoff. Am Ende des Prozesses steht aber wieder: Wasser.

Das gleiche mit "Energie": Wind, Wellen, Wasserdruck stellen nur einen Zustand dar, der mit Hilfe von "Technologie" in eine andere Energieform verwandelt wird. Derzeit meistens in Elektrizität. Die Energie wurde aber zu keinem Zeitpunkt "verbraucht", sondern immer nur nutzbar gemacht, von der einen Energieform in einen anderen gebracht. Bildlich gesprochen war es der Wind oder die Sonne im August, die am Ende des Prozesses ein Produkt (Auch nichts anderes als die Summe von Atomen und Elektronen, gewürzt mit einer gehörigen Portion menschlicher Geisteskraft) hervorgebracht hat. Meinetwegen ein neuer Mac.

Entscheidend, und das hast Du schön formuliert, ist das was bei der Umwandlung an unerwünschten, aber niemals vermeidbaren Nebeneffekten anfällt. Das Wasser wird bei industriellen Prozessen verschmutzt, d.h. ist als Trinkwasser ohne Nachbehandlung nicht mehr zu gebrauchen, die Erdkruste wird zwecks Gewinnung von Rohstoffen aufgebrochen oder angebohrt, dabei gehen Lebensräume und Artenreichtum verloren, werden Gewässer verschmutzt, Menschen ausgebeutet etc.

Man könnte noch viel weiter gehen: Damit das Produkt „gekauft“ wird, müssen Strassen gebaut werden, Schiffe über das Meer oder Flugzeuge in den Himmel geschickt werden. Dabei werden natürlich auch wieder Energieformen von dem einen in den anderen Zustand verwandelt. Wiederum mit unerwünschten Nebeneffekten: Lärmbelästigung, Luftverunreinigung, Treibhausklima. Man spricht heute sogar von "Lichtverunreinigung", es gibt Gebiete auf der Erde wo 24 Stunden am Tag keine Nacht herrscht.

Was allerdings das Geld, den Mammon dieser Welt betrifft: Es ist überaus künstlich, an keinen echten Wert mehr gebunden und wird nach Gutdünken „emissioniert“, in den Wirtschaftskreislauf entlassen. Geld wird dazu gebraucht, Reichtümer, also greifbare Werte, wie Landbesitz, Edelmetalle etc. anzuhäufen.
Das ganze Wirtschaften auf der Erde ist ein künstlich angefachter, aufgeheizter Weltenbrand, der immer weiter mit „Brennstoffen“ gefüttert werden muss (Genannt „Wirtschaftswachstum“) und in regelmässigen Abständen unweigerlich zu Kriegen führt.

Echte Werte, wie gesundes Essen, eigene Gesundheit, ethisch richtiges Verhalten spielen im globalen Denken eine untergeordnete Rolle und werden für unechte Werte regelmässig geopfert. Der Mensch ist geistig schlichtweg noch nicht so weit, die Dimensionen seines Handelns vorausschauend abzuwägen.

Recycling gut, fehlt noch gute Reparierfähigkeit

Aufgelötetes Ram, aufgelötete SSD, aufgelötete Grafikkarte, aufgelötetes Netzteil.
Zugeklebte iMacs. Schon mal etwas von Schrauben gehört. Es muss nicht immer alles dem Design untergeordnet werden.
Heutzutage muss man ja beim geringsten Defekt, das gesamte Mainboard wegschmeissen und es durch ein neues ersetzen.
Wo bleibt da der Gedanke des Recyclings.
Hallo Apple, macht eure Rechner einfacher und modularer, so dass man defekte Teile einfach austauschen oder aufrüsten kann.
Das wäre mal ein guter Beitrag zum Umweltschutz.

Ein konsequenter Schritt!

Wenn man sich die aktuelle Apple Hardware im Computer-Bereich anschaut, ist das ein ganz logischer Schritt. So veraltet wie diese ist, muss Apple lediglich ein paar Jahre alte Windows-Hardware aufkaufen und ein komplett verkapseltes Recycling-Gehäuse darüberstülpen. Drapiert wird das Ganze dann mit einem echten, fauligen Apfel (echt öko!). Wir Apple Fans würden dafür sagenhaft viel Geld ausgeben und hätten aktuellere und grünere Apple Hardware denn je. Und wir könnten die Windows Nerds weiter belächeln mit ihren produktiven Kisten, die zwar wirklich effizient arbeiten können, aber dennoch weit hinter Apples und damit natürlich unserer Modernität und Coolness zurückfallen würden. Endlich kann ich Apples Visionen wieder erkennen. Da kauf ich doch glatt noch ein paar Aktien! Ich frage mal meine Tochter, ob ich mir ihren Windows-PC dafür leihen darf ... auf meinem Mac funktioniert die Depot Software leider nicht - er ist nämlich auch heute schon sehr öko.