Apple stellt neuen Mac Pro vor: Xeon-Prozessoren mit bis zu 28 Kernen, bis zu 1,5 TB RAM, acht PCIe-Slots, High-End-Grafik

04. Juni 2019 00:01 Uhr - Redaktion

Apple hat zur Entwicklerkonferenz WWDC 2019 in San Jose den lange erwarteten neuen Mac Pro vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine absolute High-End-Workstation, die vom Nutzer erweitert und aufgerüstet werden kann: Zum Einsatz kommen neueste Xeon-W-Prozessoren von Intel mit bis zu 28 Kernen und 56 Threads, es gibt acht Erweiterungssteckplätze für PCIe-Karten, zwölf DIMM-Slots für bis zu 1,5 TB ECC-Arbeitsspeicher, High-End-Grafikkarten und einen Afterburner genannten Hardwarebeschleuniger für die Videobearbeitung.

Das Design des neuen Mac Pro erinnert zweifellos an die von vielen Nutzern geschätzte "Käsereibe" aus den Jahren 2006 bis 2012. Es basiert auf einem Space-Frame aus Edelstahl mit einem Aluminiumgehäuse, das sich abnehmen lässt, um einen 360-Grad-Zugang zum gesamten System zu erhalten. Es wird zudem eine Rack-Ausführung zum Einbau in Server-Schränken geben.

Das Gehäuse verfügt über ein Gittermuster, um den Luftstrom und den geräuscharmen Betrieb zu optimieren. Apple verspricht ein leistungsstarkes Kühlungssystem mit drei Lüftern an der Rückseite, durch das die Xeon-Prozessoren mitsamt Grafikkarten auch dauerhaft unter Volllast laufen können.

 

 

Den Xeon W gibt es in folgenden Ausführungen:

• Acht Kerne mit 16 Threads, 3,5 GHz Basistakt (via Turbo-Boost bis zu 4,0 GHz), 24,5 MB Cache und Unterstützung für bis zu einem TB RAM mit 2,66 GHz.
• Zwölf Kerne mit 24 Threads, 3,3 GHz Basistakt (bis zu 4,4 GHz), 31,25 MB Cache und Unterstützung für bis zu einem TB RAM mit 2,93 GHz.
• 16 Kerne mit 32 Threads, 3,2 GHz Basistakt (bis zu 4,4 GHz), 38 MB Cache und Unterstützung für für bis zu einem TB RAM mit 2,93 GHz.
• 24 Kerne mit 48 Threads, 2,7 GHz Basistakt (bis zu 4,4 GHz), 57 MB Cache und Unterstützung für für bis zu zwei TB RAM mit 2,93 GHz.
• 28 Kerne mit 56 Threads, 2,5 GHz Basistakt (bis zu 4,4 GHz), 66,5 MB Cache und Unterstützung für für bis zu zwei TB RAM mit 2,93 GHz.

Die Grafikkarten werden über MPX-Module integriert. Zwei MPX-Module, die jeweils zwei PCIe-Grafikkarten aufnehmen können, stehen zur Verfügung. Zur Auswahl stehen zu Beginn die Radeon Pro 580X (acht GB GDDR4-Videospeicher) sowie die ganz neuen Modelle Radeon Pro Vega II und - als Doppelausführung - Radeon Pro Vega II Duo. Wird der Mac Pro zweifach mit der Radeon Pro Vega II Duo bestückt, ergibt sich eine Rechenleistung von 56 Teraflops. Apple über die MPX-Architektur:

"Seine revolutionäre Grafik-Erweiterungsarchitektur, das Apple MPX Module, bietet Thunderbolt Integration und über 500 W Leistung, beides Neuerungen für jede Grafikkarte. Und für einen superleisen Betrieb wird das MPX-Modul durch das Wärmemanagement des Mac Pro Systems gekühlt. Mac Pro Grafikoptionen beginnen mit der Radeon Pro 580X. Der Mac Pro kommt mit der ersten Radeon Pro Vega II mit bis zu 14 Teraflops Rechenleistung und 32 GB Arbeitsspeicher mit 1 TB Speicherbandbreite, der höchsten aller GPUs.

 
Mac Pro Grafiksystem
 
Das Grafiksystem des neuen Mac Pro: Power bis zum Abwinken.
Bild: Apple.

 

Der Mac Pro stellt auch die Radeon Pro Vega II Duo vor, die mit zwei Vega II Grafikprozessoren für unglaubliche 28 Teraflops Grafikleistung und 64 GB Speicher die leistungsstärkste Grafikkarte der Welt ist. Der Mac Pro kann zwei MPX-Module aufnehmen, sodass Kunden zwei Vega II Duos für unglaubliche 56 Teraflops Grafikleistung und 128 GB Videospeicher verwenden können."

Damit nicht genug: Eine Afterburner genannte Hardwarebeschleuniger-Karte von Apple soll unter anderem die Videobearbeitung drastisch beschleunigen: "Der neue Mac Pro kommt mit Afterburner mit einem programmierbaren ASIC, das bis zu 6,3 Milliarden Pixel pro Sekunde dekodieren kann. Mit Afterburner können Videoeditoren, deren hochwertige Kameras für die einfache Bearbeitung eine Konvertierung von nativen Dateiformaten in Proxies erfordern, nun native Formate direkt von der Kamera aus verwenden und bis zu drei Streams von 8K ProRes RAW-Video und 12 Streams von 4K ProRes RAW-Video in Echtzeit dekodieren, wodurch Proxy-Workflows praktisch entfallen."

 
Mac Pro Performance
 
Bis zu 28 Prozessorkerne erfüllen auch höchste Leistungs-Anforderungen.
Bild: Apple.

 

Neben den vier PCIe-Slots für die MPX-Module mit Grafikkarten stehen drei PCIe-Slots (einmal x16, zweimal x8) mit voller Länge zur Verfügung sowie ein x4-PCIe-Steckplatz für die vorinstallierte I/O-Karte, die über zwei Zehn-Gigabit-Ethernet-Ports, zwei Thunderbolt-3-Schnittstellen und zwei USB-A-Anschlüsse verfügt. An der Oberseite sind zwei weitere Thunderbolt-3-Schnittstellen zu finden, außerdem gibt es einen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker-Audioausgang.

Die SSD-Laufwerke (steckbare Module) verfügen über eine Speicherkapazität von bis zu vier TB und erreichen eine Lesegeschwindigkeit von bis zu 2,6 GB pro Sekunde und eine Schreibgeschwindigkeit von bis zu 2,7 GB pro Sekunde. Zur weiteren Ausstattung gehören der T2-Coprozessor zur Absicherung des Systems und Echtzeit-SSD-Verschlüsselung, WLAN nach 802.11ac, Bluetooth 5.0, Lautsprecher, ein 1400-Watt-Netzteil, Magic Keyboard und Magic Mouse 2. Die Grafikkarten haben ihrerseits Videoausgänge.

Der neue Mac Pro kommt laut Apple im Herbst auf den Markt. Die Preise beginnen bei 5999 US-Dollar für die kleinste Ausführung mit Xeon-Achtkern-Prozessor, 32 GB Arbeitsspeicher, SSD mit 256 GB Kapazität und Radeon Pro 580X. Der Mac Pro ist mit Tragegriffen ausgestattet, optional gibt es Rollen, um die Workstation im Büro oder im Studio schnell hin- und herschieben zu können. Grafikkarten-Kits mit Radeon Pro Vega II (Duo) können nachträglich bei Apple erworben werden. Ob sich neben den MPX-basierten Grafikkarten auch handelsübliche AMD-Grafikkarten in den anderen PCIe-Slots nutzen lassen, ist noch nicht bekannt.

Nachtrag: Details zum neuen Mac Pro: Gesockelter Prozessor, austauschbare SSDs, SATA-Anschlüsse (11. Juni).

Kommentare

Einfach. Nur. Geil.

State of the Art! Fettes Lob an Apple!

Und wer sich jetzt über den Preis aufregen will, der checke zuerst mal die Retail-Preise für den Xeon W und für schnelles EEC-RAM und rechne Kosten für Grafik, SSD und anderen Komponenten hinzu und berücksichtige Apple-eigene Entwickler wie Afterburner, T2, Gehäuse, Rack-Ausführung etc.

Das Gerät ist seinen Preis wert. Es hat eine Zielgruppe und wird seine Käufer finden.

Die Wartezeit war lang, sehr lang. Dennoch hat Apple endlich geliefert. Zusammen mit dem neuen Display ist das ein dickes Statement aus Cupertino.

Klar, es ist jut, dass sie wieder eine Kiste ins Rennen schicken!

Nur diese ist ein wenig overclocked für meine Bedürfnisse (Grafik/Design) ... wahrscheinlich bin ich in Wirklichkeit dann doch kein richtiger Profi wie diese ganzen Video-Schneider und Sound-Optimierer;-)

Ich hoffte auf einen modularen Mac zwischen 2.5 und 3.5 k Öros, aber anscheinend sollen diese Klientel zum iMac greifen - für mich leider augenunfreundlich und nur schlecht erweiterbar.

Okay, ich bin ein Nörgler, aber mir geht es wie Jur. Die Definition von Profi scheint sich nur noch über den Preis zu definieren. Meine Käsereibe mit dem kleinsten Prozessor war vor 10 Jahren durchaus „Pro“ aber wenigstens bezahlbar. Schade. Da bleibt dann nur der Mini mit einem Haufen Gerümpel auf dem Schreibtisch. Auch wenn die Kiste klasse sein mag.

… ein für mich sehr interessanter Aspekt.

und da Apple mit dem Mac Pro gezeigt hat, dass sie "zugehört" haben, habe ich auch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sie in Bezug auf Server-App noch was liefern werden…

Bin daher gespannt, was in den kommenden Wochen so bzgl. macOS Catalina noch so raus kommt…

Der T2 Chip sorgt dafür, dass Apple die totale Kontrolle über die Daten hat. Bei T2 Ausfall sind immer sämtliche Daten verloren. Bei einem System Problem kann der Mac wegen dem T2 Chip kaum mehr gestartet und - wenn überhaupt - nur mit riesigem Aufwand wieder repariert werden. Ist die Garantie abgelaufen, kann man den Mac  praktisch wegwerfen. Als Server nicht brauchbar. SSD Module! d.h. nur teure SSDs von Apple können eingebaut werden. 

Apple hat via T2 keinerlei Kontrolle über Daten.

T2 bietet fein gegliederte Sicherheitsoptionen und native SSD-Verschlüsselung ohne (!) Performance-Verlust.

Apple dealt im Gegensatz zu anderen (Google...) nicht mit Daten. Deine Daten bleiben auf deinem System. Backups sind ohnehin obligatorisch. Also was soll das Gewäsch?

"Als Server nicht brauchbar". Da spricht der (Un-) Experte. Hast die Rack-Version schon getestet oder wie?

Nur teure Apple SSDs können eingebaut werden? Wieder Fake Aussage. Bereits beim vorherigen Mac Pro gibt es Austausch-SSDs von Drittherstellern. Es ist bereits jetzt klar, dass es auch beim neuen Mac Pro Optionen geben wird. Via T2 wird die SSD autorisiert.

Faszinierend, wie sie wieder aus den Löchern gekrochen kommen, die Hater.

macOS ist die sicherste Desktop-Plattform auf diesem Planeten. Das zeigt 10.15 eindrucksvoll. End of discussion.

Wenn eine Diskussion so, wie von Ihnen gefordet, plötzlich abgewürgt wird ("End of discussion"), kann man streng genommen, kaum von einer Diskussion sprechen;-)

Aber schön, wenn man auf inhaltliche Punkte nicht eingehen will. :-)

Apples Portfolio ist stimmig wie nie:

Mac mini (4-Core und 6-Core), iMac (4-Core, 6-Core, 8-Core), MacBook Pro (dito), iMac Pro (bis zu 18-Core) und jetzt Mac Pro (bis zu 28-Core).

Der von vielen Influencer-Medien herbei geredete ARM-Switch (Clickbait) hat nicht stattgefunden und wird vielleicht nie stattfinden.

Ich möchte hier nicht als Hater dastehen. Das ist sicher ein hoch leistungsfähiges Gerät, und kein Vergleich mit der Urne. Da hat Apple vieles richtig gemacht, wenn auch zu spät.

Aber es gibt Pro-User (wie mich), die sich einen modularen Mac mit der Leistung eines iMac wünschen. Sozusagen einen Einsteiger-Pro zum bezahlbaren Preis. Nicht jeder Profi macht Videoschnitt in HD. Für mich gibt es derzeit nur den Mac mini. Klasse Gerät, die Leistung reicht, aber was jetzt am Festplatten und anderen Geräten auf dem Schreibtisch steht ist ärgerlich. 

Offtopic, sorry!

Wenn in diesen Breitengeraden inzwischen eine beliebige und dann noch begründete Gegen-Meinung dazu aussreichen sollte, den Anderen gleich als "Hater" zu brandmarken, dann "prost Mahlzeit" .....

Ich finde den neuen Mac Pro sehr gelungen. Für alle diejenigen, die mit der Leistung eines Mac Mini 6-Core auskommen (der in etwa die Leistung eines 8-Core Mac Pro aus 2013 hat und ebenso auf 64 GB RAM aufrüstbar ist), ist dieses Gerät nicht konzipiert. Wenn man allerdings deutlich mehr haben möchte, dann bietet der neue Mac Pro Möglichkeiten, die bislang nicht darstellbar waren. Sehr interessant dabei auch der Ausbau auf 1 GB (8, 12, 16-Core) bzw. 1,5 GB (24, 28-Core) RAM, dies vor Allem im Serverbereich. Bleibt abzuwarten, ob Apple demnächst auch ihre eigene Server-Software wiederbelebt, was ja eigentlich konsequent wäre. Den Preis finde ich absolu angemessen. Lediglich beim Preis des neuen retina-Displays bin ich mir nicht sicher, ob das so viele Käufer finden wird. Aber das ist ja bekanntlich eine Option, die man nicht kaufen muss. Ich persönlich bin mit meinem LG 43" in 4K echt nutzbarer Auflösung sehr zufrieden. Und der kostet eben nur knapp 800 EUR. Wie immer ist es ja hier so, dass man ein neues Gerät nicht kaufen muss, wenn man das nicht möchte. Die aktuelle Produktpalette bietet ein weites Spektrum und das ist auch gut so.

Wenn in diesen Breitengeraden inzwischen eine beliebige und dann noch begründete Gegen-Meinung dazu aussreichen sollte, den Anderen gleich als "Hater" zu brandmarken, dann "prost Mahlzeit" .....

Wenn hier jemand Stuss über einen Teilaspekt (T2) einer neuen Mac-Workstation erzählt, dann halte ich das für Bashing. Punkt. T2 ist gerade im Business-Umfeld sehr wichtig, zur Absicherung der Systeme. Der neue Mac Pro wird wegen abstruser T2 Theorien runtergemacht, das ist für mich einfach nur "haten", da andere Aspekte des Systems oder der Rechner als Ganzes überhaupt nicht gewürdigt werden.

Der Mac mini mit 6-Core reicht für viele User doch dicke aus. Eine externe Festplatte oder SSD stellt man einfach auf das Gehäuse, das nimmt dann keinen zusätzlichen Platz weg.

Für den Mac deutet sich ein neuer Profi-Server an:

https://www.macgadget.de/News/2019/05/28/Mac-im-Unternehmen-Neue-Loesun…

Da muss Apple nicht selbst aktiv werden. Ist doch besser, wenn es verschiedene Drittanbieter-Lösungen gibt, die um die Gunst der User konkurrieren.

ähm .... weder @ollo noch ick haben die Thematik um den T2-Chip erwähnt.

Sondern User "sbo". Aber das wird jetzt zu offtopic.

Über Preis, Ausstattung und Konzept des Mac Pro darf man selbstverständlich geteilter Meinung sein. Wir reden hier halt nicht von einem "Allerwelts" Rechner, sondern absoluter HighEnd für eine spezifische Zielgruppe, die nie genug Rechenleistung haben kann. Wer weniger Leistung braucht, wird IMHO mit Mac mini, iMac (Pro) und MBP gut bedient.

Ich finde den neuen Mac Pro sehr interessant, wenngleich nicht für mich. Dennoch sehe ich eine gewaltige Lücke klaffen zwischen Mac mini und Mac Pro. Der eine ist gerade für die Mehrheit der Grafikdesigner in Werbeagenturen völlig oversized, der andere doch etwas schwachbrüstig. Was wir bei uns brauchen, sind leistungsfähige Geräte, bei denen wir die Bildschirme selber auswählen können. Und bei 6 Grafik-Arbeitsplätzen sollte das dann auch noch einigermaßen bezahlbar bleiben. D.h. 4-5000 Euro inkl. Bildschirm.

Was die Server-Software angeht: Bei weltweit nur lächerlichen 3 Unterstützern in 7 von 42 Tagen wird das ein Rohkrepierer.

Die jüngsten Entwicklungen in der Mac-Sparte mit dem neuen Mac Pro an der Spitze zeigen eindrucksvoll, dass Apple (wieder) auf die Bedürfnisse des Pro-Segments eingeht. Es ist beim neuen Mac Pro nicht nur die atemberaubende Performance, die beeindruckt, sondern auch die kleinen Details, an die Apple gedacht hat.

Es gibt zwar keine SSD-Slots, aber man kann SSDs per PCIe-Karte einbauen und dadurch die Speicherkapazität erhöhen.

In den Preisen sehe ich kein Problem, denn im Unternehmensbereich sind das eh Betriebskosten. Geräte wie Mac Pro werden entweder über Jahre abgeschrieben oder per Leasing angeschafft, die Kosten sind absetzbar.

Es gibt endlich wieder ein Mac Flaggschiff, das diesen Namen auch wirklich verdient. Der iMac Pro hat als All-In-One-System weiter seine Daseinsberechtigung und es wird ihn weiterhin geben. Mit dem neuen Mac Pro hat Apple feinste Ingenieurs- und Design-Kunst bewiesen. Das ist ein kleines Rechenzentrum!

Ich finde es schade das Apple nicht auch ein modulares Gerät im mittleren (Profi-) Segment anbietet. Ich bin Profi mir reicht aber von der Performance ein normaler i7. Ich will auf jeden Fall die Bildschirme frei wählen können, dann bleibt nur der Mini als Option übrig. Mein Schreibtisch ist deshalb auch ziemlich vollgestellt  mit eGPU, externen SSDs, Blu-ray brenner, Adaptern .... Aber das ganze war mit 4K und 5K Display, Ram etc viel billiger als ein neuer MacPro in der Grundversion ohne alles.

Dave hat es auf den Punkt gebracht was ich meinte. Mein Schreibtisch sieht mittlerweile genauso aus, Kabelage wie in den 80ern und 90ern, Adapter in Adaptern etc. Wir werden aber wohl damit leben müssen, dass es zwischen iMac und Pro nichts geben wird. Das können wir bedauern. Wir können uns auch für diejenigen freuen, die einen solchen Pro benötigen und jetzt endlich bekommen haben.

Übrigens: auch Firmen müssen die Rechner bezahlen. Abschreibung ist eines, aber die Kosten müssen auch erwirtschaftet werden. Für mich als Profi (ähnlich wie Dave) sind 6000 $ (vermutlich dann auch €) für einen Rechner zu hoch gegriffen.

Ich kann die Preisdiskussion nicht so ganz nachvollziehen. Zum Einen gibt es aktuell in jedem Preis-Segment Hardware von Apple. Zum Anderen hat in den 1990er Jahren jedes neue Apple Spitzenmodell um die 20.000 DM gekostet, das sind von der Kaufkraft her wie heute 20.000 EUR und trotzdem haben sich viele Firmen jedes zweite oder dritte Jahr einen neuen Mac gekauft. Heute beträgt die gefühlte Laufzeit nicht drei sondern eher 10 Jahre für einen aktuellen Mac Pro und auch für einen aktuellen Mac Mini. Und trotzdem wird über die Höhe des Preises gejammert. Das finde ich nicht nachvollziehbar. Außerdem zwingt Apple ja Niemanden, so ein Produkt zu kaufen. Die Option, es zu können ist dagegen vorhanden und auch begrüßenswert.

... trotzdem hat sich bei der Preispolitik in den letzten 20 Jahren Einiges verändert. Bis 2013 bot Apple immerhin einen Einstiegs-Mac-Pro für 2.500 bis 3.000 Dollar an. Schon vergessen?

2006 MacPro 1.1 ........... 2,499$
2008 MacPro 3.1 ........... 2,799$
2009 MacPro 4.1 ........... 2,499$
2010 MacPro 5.1 ........... 2,499$
2012 MacPro 5.1 ........... 2,499$
Quelle: Mactracker

müssten die Preise heute etwa zwischen 2.835,74  und 4.254,15 liegen (Preise von 2012 incl. Inflation bis 2019). Die Geräte waren damals auch technisch top und die Gehäuse ähnlich aufwendig.

MacPro 2012: €2.599 (3.2 GHz) €3.899 (two 2.4 GHz) Quelle MacTracker)

Bei unseren 6 Arbeitsplätzen sind das dann schnell mal 36.000 Euro statt etwa 18.000 Euro. Für voll ausgelastete Produktionsmaschinen ist sowas vlt ok. Aber kein Unternehmer der Welt leistet sich Produktionsmaschinen, die auf Jahre überproportioniert sind. Abschreiben hin oder her.

Ich sehe das so:

Der Mac mini ist deutlich leistungsfähiger geworden und kann leicht mit RAM und/oder externen GPU aufgerüstet werden. Er belegt damit die Range vom Einsteiger bis zum professionelle Einsatz, z.B. Druckvorstufe, etc. Damit deckt er locker auch die Einsatzbereiche eines Mac Pro aus 2012 ab. 

Der iMac Pro überschneidet hier die Zielkundschaft im professionellen Layouten und Gestalten, nur in einer anderen Bauform. Kann jedoch ebenfalls durch Erweiterungen gut ausgebaut werden. Der normale iMac ist dann hierzu der Pendant  für Einsteiger bis gehobenen Arbeitsrechner.

Der neue Mac Pro macht hier aber nun eine ganz neue Liga auf, die Apple vorher so klar gar nicht anvisiert hatte - den Markt speziell für Video, Film und Fernsehen-Produktionen. Dort arbeitet abernnun mal nicht jede/r und somit braucht ihn auch nicht jede/r.
Wie dargestellt kostet zum Beispiel ein Studio-Monitor von Sony 43000,- EUR - Apple bringt hier auf gleicher oder höherer Leistungsebene einen Monitor, der genau für diese Arbeitsbereiche entwickelt wurde. Für Apple macht es wahrscheinlich keinen Sinn einen Monitor in der 1000,- EUR Liga anzubieten (me-too). Da tummeln sich viele andere Hersteller und sind hier gut aufgestellt. Evtl. leifert Apple mal irgendwann noch einen kleinen Bruder mit 27" aber gleichem Design, aber im Moment glaube ich das nicht. 

Fazit (für mich): der Mac Pro und der Monitor sind für einen speziellen Markt konzipiert - und für diesen sollte Apple immer Stellung beziehen. Das haben sie jetzt gemacht, mit einem klarem Statement. Daher sind der Mac Pro 2012/2013 und der Mac Pro 2019 überhaupt nicht miteinander zu vergleichen.

Ich sehe das Portfolio von Apple hier klarer nach "oben" hin erweitert und ausgebaut! Und zusammen mit den VR, AR und was sonst noch alles, speziell auch mit Catalina etc. noch kommt, ist Apple hier ziemlich gut für den Markt der bewegten Bildproduktion in der Zukunft aufgestellt!

 

Die Urne habe ich 2014 für weit unter 3 Riesen bekomen, und freue mich immer noch jeden Tag über die Maschine. Dieses neu ankündigte Gerät ordne ich wie den FX Ende der 80er ein, tolles Flaggschiff für's Medien-Gewerbe, aber nichts für Freelancer u.s.w. Man kann es eben nie Allen recht machen.

...leider nicht für mich. In diesen Preisregionen kann ich mich nicht bewegen.

Apple liefert seit Jahrzehnten nicht, was viele User sich wünschen: einen modular erweiterbaren Mittelklasserechner in der Leistungsklasse zwischen Mac mini und Urne. Wer das will, muss zum PC greifen, was natürlich für einen Macianer nicht infrage kommt.

Mein nächster Rechner wird also wohl ein Mini am oberen Ende sein. Gegenwärtig läuft ein Mac mini 2012, eingebaut in ein 19 Zoll Rack, was das Problem Erweiterbarkeit entschärft, sowie eine Urne. Letztere ist ein toller Rechner, immer noch, halt nur das Gerödel auf dem Schreibtisch...ich mag einfach den iMac-Formfaktor nicht.

Meiner Meinung nach könnte Apple ein Bombengeschäft machen im Mittelklassebereich, die Dinger würden weggehen wie warme Semmeln. Ich weiß nicht, warum das seit Jahrzehnten nicht passiert.

Aber der jetzige Pro wird seine Käufer finden. Er wird auch das neue Statussymbol in Highendstudios werden. Auf jeden Fall Chapeau für Apple, das der Welt wieder mal gezeigt hat, dass sie es können.

Ich habe einen Artikel gefunden, wo Preise und technische Daten der neuen CPUs zu finden sind:

computerbase.de/2019-06/intel-xeon-w-sockel-3647-28-kerne/

Die 16-Core-CPU ist mit 1999 USD noch bezahlbar, aber wegen der 2-TB-RAM-Option sind die 24- und 28-Core Varianten mit 6.353 USD und 7.453 USD wohl für die meisten Nutzer eher uninteressant. Vielleicht weiss ja Jemand, was so eine Vega II Karte wohl kosten könnte.