Kalender: Fantastical 3 mit Abo-Modell und Account-Zwang erschienen

30. Jan. 2020 11:45 Uhr - Redaktion

Flexibits hat die Kalendersoftware Fantastical in der Version 3.0 veröffentlicht und gleichzeitig ein Abo-Modell eingeführt. Die Nutzung aller Funktionen schlägt ab sofort mit 5,49 Euro pro Monat zu Buche - dies schließt die Apps für macOS, iOS und watchOS ein. Außerdem müssen alle Nutzer einen Account beim Hersteller anlegen. Eine eingeschränkte Basisversion kann kostenfrei eingesetzt werden.

Vormals kostete die Vollversion von Fantastical 2 einmalig etwa 50 Euro und war im Rahmen diverser Bundles häufig vergünstigt erhältlich. Nun fallen für Fantastical 3 mit allen Features rund 50 Euro jährlich an. Zum Vergleich: So viel kostet auch ein Jahresabo von Microsoft Office 365 mit Word, Excel, PowerPoint und Outlook inklusive Kalender, Online-Speicherplatz und Funktionen für die Team-Arbeit.

 

 

Für Nutzer von Fantastical 2 besteht folgende Upgrade-Regelung: "Alle Funktionen aus Ihrem vorherigen Kauf von Fantastical 2 funktionieren weiterhin mit dem neuen Fantastical 3. Die neuen Apps erkennen Ihren bestehenden Kauf automatisch und bieten eine spezielle Freischaltung der Funktionen, für die Sie bereits bezahlt haben. Dies bedeutet, dass Sie für einige Zeit auch weiterhin Fehlerbehebungen und Support erhalten werden."

Für Fantastical 3 verspricht der Hersteller unter anderem ein überarbeitetes Oberflächendesign, eine neue Vollbildansicht, Integration von Wetterinformationen (das geht übrigens mit einem kleinen Trick auch im Apple-Kalender) und verschiedene Funktionserweiterungen, darunter Uhrzeit-Vorschläge bei Einladungen, Einblendung von Reisezeiten, Anbindung an Todoist und Google Tasks sowie Zeitzonen-Unterstützung.

Kommentare

Ich nutze Fantastical 3 mit den Altfeatures noch so lange, wie diese Kombination Support erhält und sehe mich in der Zwischenzeit nach einer Alternative um.

Abo und Account kommen für mich absolut nicht infrage. Erst recht nicht zu dem Preis. Das ist ein Kalender! Für dieselbe Summe erhalte ich über dreieinhalb Monate Vollmitgliedschaft in der Online-Musikakademie meiner Wahl. Das steht in keinem Verhältnis - wie auch schon in der Meldung benannt.

Die Wetterinformationen kann man nach derselben Anleitung auch in Fantastical einbinden, wenn man mehr als die drei Tage haben möchte, die jetzt in der Basisversion mitgeliefert werden.

Abgesehen davon dass mir das Abo-Modell zutieftst zuwider ist,50€ für einen zugegeben guten  Kalender nö danke im Net schwirren zig kostenlose bewz. billigere Alternativen herum. 

Mal im Ernst: Wenn ich für jedes Programm, das ich mindestens einmal pro Woche nutze, ein Abo abschließen müsste, und dabei Tarife wie hier bei Fantastical zugrunde lege, würde ich pro Jahr locker 400 bis 500 € hinblättern. Das kann es doch nicht sein.

Es gibt doch inzwischen etliche Beispiele wo trotz der ausgelobten "intensiven Weiterentwicklung dank Abo" nur winzige Updates bei rauskommen und es kaum vorangeht.

Früher hat man eine Vollversion und dann gelegentlich für ein Upgrade gezahlt, wenn es einem die neuen Features wert waren. Dazu mussten sich die Developer aber auch richtig ins Zeug legen. Heute zahlt man, nur um etwas benutzen zu dürfen und die Developer kassieren ständig weiter.

Warum gefällt mir das nicht wirklich?

Ich lehne Abos nicht grundsätzlich ab. Wenn es z. B. regelmäßig neue Features und Inhalte gibt, im Hintergrund Cloud-Dienste/Funktionen bereitgehalten werden, die preislichen Relationen zum gebotenen Umfang passen usw. ist es okay. 12 € pro Monat für Lightroom/Photoshop finde ich z. B. fair, 4,50€ pro Monat für MS Office sind fast geschenkt. Für eine Kalender-App gebe ich aber keine 5,49 € pro Monat aus. Das läppert sich: Schreib-Apps, Editoren, Passwort-Manager, To-Do-Apps, Mailer usw. usf. - schnell bist du da bei einem mittleren zweistelligen Betrag pro Monat. Und da bin ich einfach raus. Man hat schließlich noch andere laufende Kosten.

Fehlt nur noch dass Affinity auf Abo geht. 😤

...schliesse mich ausnahmslos meinen Vorkommentatoren an. Sollte meine noch funktionierende und bezahlte Version nicht mehr funktionieren, war's das.

Werde in jedem Fall diese Abzocke-Abos nicht unterstützen! So gut kann keine Software auf der Welt sein. Ich kann auch leider nicht von meinen Kunden ein Abo verlangen, nur damit ich mein Einkommen habe.

Ich habe dasselbe für Nachrichten überschlagen und bin über alle Quellen hinweg, die ich täglich lese, auf einen Betrag zwischen 200 und 3oo € gekommen. Pro. Monat.

Ähnlich spaßig wird es, wenn man einen halbwegs brauchbaren Pool an Streamingangeboten für Kinofilme haben möchte. Da ist man schnell bei vier bis fünf Diensten parallel. Einzig bei Musik sieht es besser aus; Tidal oder, bei geringerem Anspruch, Spotify reichen.

Ich will eine Kulturflatrate, bei der ich einen annehmbaren Fixpreis pro Monat zahle und damit Zugriff auf alle online publizierten Werke mindestens im deutschsprachigen Raum bekomme. Der Preis verteilt sich dann auf die Anbieter derer, die ich tatsächlich nutze und während des Abrechnungszeitraums aufrufe. M. E. sollte alles vom Typ Nachrichten sowieso frei zugänglich sein, Information ist ein Grundrecht. Soll sich die EU doch mit den Verlagen bekaspern, wie man das finanziell gestemmt kriegt. Aber Kultur und Bildung zu fördern, ist ja hierzulande mittlerweile verpönt.

Eine ähnliche Flatrate könnte ich mir auch für Apps vorstellen. Was bei Games geht, funktioniert auch mit anderer Software. Die haben alle keine Fantasie. Greinen aber herum, dass ihre antiquierten Geschäftsmodelle wegbrechen. Ja, kein Wunder, wenn man mental im vorigen Jahrhundert fixiert ist. Da muss man sich halt auch mal an einen Tisch setzen und zum Wohle aller zusammenraufen.

Sorry für den Rant. Ich sehe nur, dass der Verbraucher letztlich die Nachteile hat, so wie hier. Er und die kleineren Anbieter, die am Ende nicht mal mehr Krümel vom Kuchen abbekommen, weil die Kunden mit bereits geleerten Taschen bei ihnen vorbeikommen. Letztlich wird sich der Umsatz bei den dreisten akkumulieren, die darüber zu Monopolisten werden.

Es sei denn, auch diese Trendblase implodiert irgendwann.

Abo ist monatliches melken von Usern.
Dagegen an zu verdienen ist die Aufgabe;)
Ich bin raus.

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Vorweg: Ich finde Abos für Software auch total bescheuert und habe kein einziges abgeschlossen. Werde ich auch nicht tun.

In diesem Fall sieht es aber so aus, dass Nutzer der Kaufversion 2 ohne weitere Kosten auf Version 3 upgraden können. Dafür gibt's nur wenig neues, aber ein paar Jahre (...) kostenlose Updates und Bugfixes. Steht auch so im Text. Steht auch so in der Uprade-Info innerhalb des Programms. Wo ist also das Problem? 

Leute, die Fantastical 2 im Einsatz haben, wissen den Wert der Software zu schätzen. Den anderen, denen das zu teuer war und es folglich auch gar nicht nutzen, können sich das Meckern sparen. Und Leute, die Fantastical 2 verwenden, sich aber dem kostenlosen (!)  Upgrade auf Version 3 aus Prinzip verweigern -- können sich das Meckern auch verkneifen.

Man ist übrigens nicht gezwungen, sich einen Account anzulegen, es funktioniert auch ohne.

Also mal tief durchatmen.

[Anmerkung der Redaktion: Der Account-Zwang ist bei Abschluss eines Abos auf Basis von Version 3 verpflichtend; das Kulanz-Update für Käufer von Version 2 betrifft das - zumindest noch - nicht.]

Natürlich braucht man keinen Account anzulegen, und das Upgrade von 2 auf 3 wurde, zumindest bei mir, sogar ungefragt durchgeführt.

Aber, wenn man die Wortwahl von Flexibits im englischen Original genauer betrachtet, versprechen sie den Nutzern der Version 2 im Grunde genommen rein gar nichts. "Wir unterstützen diese Version noch für eine gewisse Zeit" ist eine Nebelkerze und ein netter Euphemismus für "läuft zwar noch, aber wir pflegen diese Codebase nicht mehr". Mit anderen Worten, irgendwann wird es haken und danach ganz zusammenbrechen.
"Told you so" und "abonniert halt die 3" werden die leicht voraussehbaren Reaktionen sein.

Sie haben Aufwandsminimierung betrieben, indem sie auf Apples Single-Platform-Ansatz migriert haben (siehe Blog) - was geschätzt eine enorme Menge Arbeiten einspart. Gleichzeitig besitzen sie die Frechheit, ihre Preise drastisch zu erhöhen und zu versuchen, ihre Nutzer per Abo an sich zu ketten. Das nennt sich Gewinnmaximierung. Man muss es tolerieren, aber zu akzeptieren braucht man das nicht.

Nicht zuletzt werden Besitzer der Version 2 mit diesem Release und dem neuen Modell zu Nutzern zweiter Klasse degradiert - siehe "Why subscribe?" - und in der App mit Hinweisen auf Account und Abo genervt. Diese Hinweise sind nicht abschaltbar.

Also, ich finde, das sind genügend Punkte, ihre Praktiken berechtigterweise zu missbilligen und ungehalten darauf zu reagieren.

In meinen Augen wiegen Zweck und Nutzen von Fantastical das alles bei weitem nicht auf. Auch, wenn ich es jahrelang gern genutzt habe, führt dies zu völliger Abwertung des Produkts in meinen Augen. Deshalb werde ich so schnell wie möglich davon weg wechseln. Allein schon, um ein Signal zu setzen: "So nicht!", und: "Nicht mit mir!"

Andere Entwickler haben auch schöne Produkte.

Fantastical 3 auf iOS unterstützt jetzt übrigens wie die Mac-Version auch das Einbinden von Kalendern, die auf einem CalDav-Server liegen. Diese Funktion habe ich sehr vermisst.

Ich habe Version 1 von Fantastical immer noch in Betrieb, weil ich mich niemals optisch mit V2 anfreunden konnte. 

Hat jemand einen Tipp, was man nimmt, wenn es nicht Version 3 von Fantastical sein soll?