Macs mit Apple-Prozessoren: Neuer Boot-Manager, Ersatz für Target-Disk-Modus, Booten von externen Volumes weiter möglich

25. Juni 2020 15:00 Uhr - Redaktion

Apple hat in einer WWDC-Session weitere Einzelheiten zu den kommenden Macs mit ARM-basierten Prozessoren bekanntgegeben. Nachdem inzwischen bestätigt ist, dass sich auch auf ARM-Macs Software aus beliebigen Quellen installieren und nutzen lässt, betreffen die neuen Informationen den Startvorgang, den Target-Disk-Modus, die Systemwiederherstellung, die Sicherheitseinstellungen und die Anmeldung.

Die Einzelheiten erläutern Apple-Ingenieure in der Präsentation "Explore the new system architecture of Apple Silicon Macs". Die wichtigsten Punkte kurz zusammengefasst:

• Das Booten von externen Laufwerken ist weiterhin möglich.

• Es werden weiterhin mehrere macOS-Installationen unterstützt, sowohl von internen als auch externen Laufwerken. Dadurch ist es auch künftig möglich, Volumes für macOS-Betaversionen anzulegen, Volumes mit älteren macOS-Versionen (nur ARM) bereitzuhalten oder Volumes für spezielle Produktionsumgebungen einzurichten.

 
Boot-Manager auf ARM-Macs
 
Der neue Boot-Screen nach längerem Drücken des Power/Touch-ID-Buttons.
Bild: Apple.

 

• Die bisherigen Startup-Tastenkombinationen (Befehl-R, Alt, T usw.) werden durch eine einzige Aktion ersetzt: Längeres Drücken des Touch-ID-Buttons bzw. Einschaltknopfes. Dies startet den neuen Bootmanager, der verfügbare Startvolumes und ein Icon für "Optionen" anzeigt (siehe Screenshot oben). Die Optionen stellen unter anderem den Wiederherstellungsmodus und die Sicherheitseinstellungen bereit.

• Der Target-Disk-Modus ("Festplattenmodus") wird durch den Mac-Sharing-Modus ersetzt, der den Mac in einen SMB-Dateiserver verwandelt (entsprechende Adminfreigabe vorausgesetzt) und via SMB-Freigabe auf dem anderen Rechner einbindet.

 
Mac Sharing Mode
 
Mac-Sharing-Mode (via SMB) ersetzt Target-Disk-Mode.
Bild: Apple.

 

• Es gibt einen neuen vereinheitlichen Loginscreen (mit oder ohne aktiviertem FileVault) und - ebenfalls neu - mit SmartCard-Unterstützung (CCID- und PIV-kompatibel) und voller VoiceOver-Unterstützung.

• Es gibt verschiedene Sicherheitsmodi für das Booten. Die Modi mit abgeschwächter Sicherheit ermöglichen unter anderem die Nutzung von notarisierten Kernel-Extensions oder die Nutzung von älteren, nicht mehr von Apple signierten macOS-Versionen.

 
System Recovery
 
System Recovery als zusätzliche Wiederherstellungsinstanz.
Bild: Apple.

 

• Zusätzlich zu macOS Recovery gibt es künftig System Recovery für den Fall, dass macOS Recovery nicht zugänglich ist.

 

 

• Boot Camp ist Geschichte (siehe oben eingebettetes, übrigens sehr interessantes Interview von John Gruber mit den Apple-Topmanagern Craig Federighi und Greg Josiwak), wobei die Virtualisierung von Windows auch nicht explizit ausgeschlossen wird (wir würden aktuell darauf wetten, dass da noch etwas kommt in den nächsten Monaten).

Kommentare

... lässt grüßen. War von Connectix und emulierte einen Windowsrechner auf PPC-Rechnern. Während eine Virtualisierung etwa 10-20% Leistung kosten soll, dürfe eine Emulation wohl wesentlich langsamer sein (war damals auch schon so). Aber die neuen Prozessoren sind ja rattenschnell ...