User-Zorn vorprogrammiert? Tagebuch-Software Day One führt Abo-Pflicht ein

Ein Trend im Softwaremarkt sind seit einiger Zeit Abo-Modelle, bei denen Programme nicht mehr gekauft, sondern nur noch gemietet werden können. Allerdings landeten damit bereits etliche Hersteller auf der Nase, wie in den Fällen von 1Password und TextExpander - nach heftigen User-Protesten kehrten die Kaufversionen klammheimlich wieder zurück. Nun versucht sich der nächste Hersteller an der Abo-Pflicht.

Day One

Screenshot von Day One.
Bild: Bloom Built.



Bloom Built, Entwickler der Tagebuchsoftware Day One, kündigte die Umstellung auf ein Abo-Modell an. Jährlich 49,99 US-Dollar soll die Nutzung des Premium-Dienstes mit vollem Funktionsumfang kosten, Bestandskunden erhalten Rabatt. Wer die – inzwischen nicht mehr erhältliche – Kaufversion von Day One erworben hat, kann diese unbegrenzt weiternutzen, allerdings wird es dafür keine Updates mit Premium-Funktionen geben.

Der Hersteller begründet die Abo-Pflicht mit der Notwendigkeit, eine beständige Einnahmequelle für Support und Weiterentwicklung zu generieren. Ob die Day-One-User mitziehen werden, bleibt abzuwarten.

Kommentare

Das Leben ist ein Wunschkonzert

also her mit der monatlichen Kohle der User. Schlimm genug, dass so ein Modell sich beim Wohnen durchgesetzt hat. Aber bei Software?!?! Ich finde das provoziert Gegenwind und das ist gut so. Selbstverständlich sollen die Programmierer ihr Geld bekommen. Aber für etwas, das man einmal generiert und das dann beliebig resourcenfrei vervielfältigt werden kann (davon würden Autohersteller träumen) auch noch lebenslänglich zu bezahlen....Machen sie gute Software, die auch noch den richtigen Preis hat, verdienen sie sehr gut. FinalCut Pro X 330€, 2 Millionen User, die Milliarde ist zu zwei Dritteln geschafft

Solche 'Modelle' ...

... bewirken bestenfalls, dass man sich die Frage stellt, ob eine App das wert ist. Monat für Monat ein gewisser Betrag, darüber denkt man eher nach, als über einen einmaligen Obolus.
Und in vielen Fällen ist das Ergebniss: Nein, die Sache ist es nicht wert.
Damit gegen die Anbieter dann leer aus - und die Konsumenten sparen Speicherplatz, lernen wieder, wie ma Tagebücher mit einer Textverarbeitung (oder gar mit Papier und Feder ...) führt, und allerlei sinnbefreites Zeug verschwindet. Gut.

Es gibt tatsächlich Software, bei der ich ein Abo abschließen würde - Apps, die ich jeden Tag benötige, die sehr gut unterstützt sind - mit einer Hotline, die Probleme angeht und sich kümmert. Ulysses ist da ein Beispiel, eines von sehr wenigen. Da zucke ich auch nicht bei kostenpflichtigen Updates, weil ich für dieses Geld etwas bekomme - was ich zudem ständig nutze.

Bei manchen Dingen würde ich sogar liebend gern ein Abo abschließen, wenn ich dafür die Leistung ohne Werbebanner und Spam bekommen könnte - aber ein Tagebuch? Zugegeben, das Teil schaut echt nett aus und hat ein paar netter Möglichkeiten - aber keine, die einen Fünfer im Monat wert sind. Mit wenig Aufwand kann man das alles nachbauen, in einer beliebigen TV ...

Das Leben ...

gaffer schrieb:
aFinalCut Pro X 330€, 2 Millionen User, die Milliarde ist zu zwei Dritteln geschafft

Adobe CC more than 9 million users...
Kein Wunder, dass die kleinen es genau so versuchen. Aber was ihnen fehlt, ist die Marktmacht.

Total OT, aber ...

gaffer schrieb:
Schlimm genug, dass so ein Modell sich beim Wohnen durchgesetzt hat.

Das verstehe ich jetzt nicht so ganz. Bist du generell für die Abschaffung von priavtem Eigentum? Falls nicht, wer soll den Wohnraum bezahlen, den andere dann kostenlos nutzen dürfen sollen?

Ich vermiete auch ein Haus, wohne dafür selber zur Miete. Als Vermieter schaffe und pflege ich mit meinem hart erarbeiteten Geld Wohnraum. Ohne Einnahmen könnte ich keinen Wohnraum anbieten.

Es ist - wie in allen Fällen - eine Frage einer für alle Seiten fairen Preisgestaltung.

Davon ab mag ich Mietmodelle bei Software auch nicht.