Wieder schwerer Bug in macOS High Sierra entdeckt: Datenverlust auf APFS-formatierten Disk-Images möglich

16. Feb 2018 14:45 Uhr - Redaktion

Die Negativschlagzeilen rund um die Softwarequalität von macOS High Sierra reißen nicht ab: Bombich Software, Hersteller des beliebten Backupprogramms Carbon Copy Cloner, hat ein schwerwiegendes Problem im aktuellen Mac-Betriebssystem aufgespürt, das bei der Nutzung von APFS-formatierten Disk-Images zu Datenverlusten führen kann.

In einem ausführlichen Blog-Eintrag beschreibt Bombich Software das Problem und weist deutlich darauf hin, dass APFS-formatierte SSD-Laufwerke nicht betroffen sind. Der Bug tritt demnach ausschließlich bei Disk-Images auf, die das neue Dateisystem APFS nutzen, das Apple mit macOS High Sierra eingeführt hat. Da Disk-Images aber beispielsweise für Datensicherungen eingesetzt werden, ist der nun entdeckte Fehler dennoch von großer Bedeutung.

Der Hintergrund: Offenbar werden APFS-Disk-Images mit freiem Speicherplatz angezeigt, obwohl sie eigentlich voll sind. Es können Dateien auf das volle Disk-Image kopiert werden, mit dem Effekt, dass dabei Daten überschrieben werden und/oder die kopierte Datei beschädigt wird. Bombich Software veranschaulicht dies mit einem Video (eingebettet in diesem Artikel).

 

 

 

Der Chefentwickler Mike Bombich schreibt dazu: "Earlier this week I noticed that an APFS-formatted sparsebundle disk image volume showed ample free space, despite that the underlying disk was completely full. Curious, I copied a video file to the disk image volume to see what would happen. The whole file copied without error!

I opened the file, verified that the video played back start to finish, checksummed the file - as far as I could tell, the file was intact and whole on the disk image. When I unmounted and remounted the disk image, however, the video was corrupted. If you've ever lost data, you know the kick-in-the-gut feeling that would have ensued."

Er hat den Fehler in dieser Woche an Apple gemeldet. Eine Stellungnahme des Mac-Herstellers steht noch aus. Wieder einmal können User über so viel Schlampigkeit bei Apples Betriebssystementwicklung nur noch den Kopf schütteln. Was in den letzten Monaten an schwerwiegenden Fehlern in macOS High Sierra entdeckt wurde, ist eigentlich ein Lehrbeispiel dafür, wie man es nicht macht. Das Unternehmen hangelt sich von Tiefpunkt zu Tiefpunkt, zu der die krasse Vernachlässigung bestimmter Mac-Baureihen noch hinzu kommt.

Bombich Software hat bereits Konsequenzen gezogen: Mit der Version 5.0.9 wurde die Unterstützung für APFS-formatierte Disk-Images entfernt. Mike Bombich schließt mit den Worten: "Until Apple resolves this disk images bug, we strongly recommend that people avoid using APFS-formatted sparse disk images for any purpose with any application."

Kommentare

... an die Shareholder ausschütten. Pro Quartal, wohlgemerkt. 10% davon, vielleicht auch nur 5% oder 1% sollten ausreichen, endlich wieder ein Qualitätsmanagement zu situieren, wie es früher mal der Fall war. Das müsste eigentlich auch im Interesse der Shareholder sein, dass Apple da endlich aus den Schlagzeilen gerät. Kostet pro Aktie wahrscheinlich einen Bruchteil an einem Cent Dividende.

Aber nein: RaffRaffRaff, GeierGeierGeier, Sabber... die anderen Meldungen eben auf dieser Seite passen hervorragend dazu.

Da möchte ich nur noch eines: KOTZEN!

Fehler passieren, ohne Frage: inzwischen sind es aber ein paar zu viele, damit setzt man eher Richmond in Verbindung. Außerdem müssen die wahrscheinlich eine Milliarde installierter Systeme auf einer unbeschreiblich großen Zahl von Hardware-Anbietern und Usern abdecken, da ist Apple in der komfortablen Zone. Und die müssen sie ganz schnell verlassen und sich mal wieder richtig ins Zeug legen.

Aber wenn Erbsenzähler an der Spitze eines Unternehmens sitzen, kommen eben auch nur Erbsen raus. Umdenken setzt bei denen denke ich nur noch ein, wenn sie mal so richtig gegen die Wand fahren und 50% Börsenwert verlieren... träum weiter, ich weiß!

"This update implements a workaround for a serious flaw that we've discovered...."

Der sog. "Workaraound" ist also wohl diese Funktion ganz zu entfernen. Zumindest eine originelle Umschreibung. 

Er hat zuerst die ganze Datei kopiert und überprüft und alles war OK? Und erst nach dem ab und wieder anschließen war die Datei defekt. Dann müßte die Datei doch beim Kopieren trotzdem auf das Image gepasst haben?

"I opened the file, verified that the video played back start to finish, checksummed the file - as far as I could tell, the file was intact and whole on the disk image. "

...der Trick von APFS ist es doch, beim Kopieren ersteinmal nur einen LINK auf die Original-Datei zu setzen. Erst wenn sich etwas verändert, werden „echte“ Daten gespeichert. Deshalb ist APFS ja auch so vermeintlich schnell.

Diese Routine sollte zwar beim Kopieren auf ein anderes Volume (in diesem Fall das Diskimage) nicht greifen.... aber wenn da irgendwo der Wurm drinnen sitzt... ;)

ERNIE

Das wäre natürlich echt übel. In der Praxis müssten dann aber Kopiervorgänge zwischen APFS Volumens quasi ohne Verzögerung ablaufen. Das machen sie aus meiner Sicht aber nicht.

Ich frage mich auch, ob das nicht ein ganz generelles Problem von dynamischen Disk-Images ist. Ich habe z.B. mehrere VM-Ware Dateien auf meinem Rechner. Die Grundeinstellung von VM-Ware ist 64 GB dynamisch. Beim Erstellen habe ich darauf nicht geachtet, da ich nur wenige GB installiert habe. Im täglichen Gebrauch wachsen diese Images aber leider sehr schnell an und drohen meine SSD komplett zu füllen. Ich muß regelmäßig die Images wieder komprimieren, damit sie nicht zu groß werden. Jedoch habe ich arge Zweifel das Windows innerhalb von VM-Ware damit klar kommen würde, wenn das Image nicht mehr wachsen kann.

Mike Bombich kennt sich schon gut in solchen Sachen aus. Er wird das Problem sicher mehrfach geprüft haben bevor er es veröffentlicht. Ich kann mich noch erinnern, dass CarbonCopyCloner unter Tiger 10.4.0 zickte und er dazu schrieb, es wäre ein Apple-Fehler. In 10.4.x lief CarbonCopyCloner wieder problemlos ohne Änderung des Programms.

Ich bin noch mit Sierra/HFS+ unterwegs und werde wohl bis zur letzten Version HighSierra warten und die dann mit HFS+ installieren. Mir sind die angeblichen Vorteile APFS nicht wichtig genug und die Perfomanz ist in etwa gleich. iOS fordert ein File-System wesentlich weniger als macOS. ist deshalb kein Maßstab.