USB-Schnittstelle: Version 4.0 mit Thunderbolt-Anleihen verabschiedet

09. Sep 2019 14:30 Uhr - Redaktion

Seit mehr als zwei Jahrzehnten prägt die USB-Schnittstelle den Computer-Alltag. 1998 war der iMac einer der ersten Rechner mit standardmäßiger USB-Unterstützung - Apple ersetzte damit den damals gängigen ADB-Port, zum Unmut vieler User, da es anfangs nur wenig USB-Zubehör gab und dieses recht teuer war. Nun hat die USB Promoter Group die nächste Generation der Schnittstelle verabschiedet. Das Industriekonsortium, dem auch Apple angehört, kümmert sich um die Weiterentwicklung von USB. Wichtigste Neuerung: USB 4 schaut sich Features von Thunderbolt 3 ab.

USB 4 unterstützt eine Bandbreite von bis zu 40 Gbit/Sekunde, außerdem ist die Durchleitung von PCIe-Signalen zum externen Betrieb von Erweiterungskarten möglich. Dabei handelt es sich um zwei Kernelemente von Thunderbolt 3. Ältere USB-Versionen sind auf maximal 20 Gbit/Sekunde beschränkt und können keine PCIe-Signale verarbeiten. Allerdings - und hier wird es etwas verwirrend - sind bei USB 4 die Unterstützung von 40 Gbit/Sekunde und von PCIe nur bei Hubs und Docks zwingend vorgeschrieben, nicht jedoch beim direkten Anschluss von USB-Geräten.

 
Mac mini
 
Aktueller Mac mini: 4x Thunderbolt 3 an Bord.
Bild: Apple.

 

USB 4 nutzt weiterhin den USB-C-Steckertyp, der auch bei Thunderbolt 3 zum Einsatz kommt. Beide Schnittstellen verschmelzen aber nicht, sondern werden koexistieren. USB 4 ist ein offener Standard, was bei Thunderbolt 3 nicht der Fall ist. Thunderbolt-3-Peripherie muss im Gegensatz zu USB zertifiziert werden, zudem unterstützt Intel die Hersteller mit Thunderbolt-3-Referenzdesigns. Thunderbolt wird separat weiterentwickelt - eine neue Generation mit mehr als 40 Gbit/Sekunde dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Fazit: USB wird dank des Vorbilds Thunderbolt mit Version 4 schneller und lässt sich durch die PCIe-Unterstützung flexibler einsetzen. Es dürfte jedoch noch einige Jahre dauern, bis sich USB 4 in der Computerwelt etabliert hat und in Chipsätzen, Rechnern, Hubs und anderen Geräten standardmäßig zu finden sein wird. Für Mac-Nutzer ist dies kalter Kaffee: All das, was USB 4 bietet, ist bei Macs dank Thunderbolt 3 längst Realität. Außerdem hebt sich Thunderbolt durch spezifische Vorteile, wie zum Beispiel die Reihenschaltung von Geräten ohne Hub, die niedrige Latenz und die enge macOS-Verzahnung, weiterhin von USB ab.

Kommentare

aber die Situation beim Kabelkauf dürfte grenzwertig werden. Zertifiziert, nicht zertifiziert, wenn ja wofür. Kabel mit USB C Stecker, aber lediglich unidirektional arbeitend, oder nur USB 2 Protokoll wird unterstützt. Die Form des Steckers sagt überhaupt NICHTS aus über das unterstützte Protokoll. Power delivery ja oder nein, wenn ja, dann auch Daten?

Da werden wir unseren Spaß noch haben

es wäre schön wenn DaisyChain irgendwo  klappt, es fehlen offenbar Geräte dazu. Bei FireWire ging das ja auch und es gab wenigstens ein paar solcher Geräte.

Wenn jemand Festplattengehäuse kennt, bitte nennt die einmal die Namen, dann hört das suchen auf. Danke

So langsam blickt doch keiner mehr durch bei USB. Gab es nicht vor kurzem erst USB 3.2? Und nun USB 4.0, das einige Dinge von Thunderbolt 3 können darf, aber nicht können muss?

Bei Kabeln, Hubs und Docks wird man künftig genauer hinschauen müssen, wegen Geschwindigkeit und Features.

Ganz ehrlich: Da lob ich mir Thunderbolt. Ist teurer, aber auch einfacher zu verstehen und full-featured.