Noch mehr Abos: Auch Clipboard-Manager Paste stellt um

10. Febr. 2020 13:00 Uhr - Redaktion

Abos wirbeln den Markt für Mac-Software weiter durcheinander: Während letzte Woche der Kalender Fantastical und das Produktivitätstool Dropzone auf Miet-Modelle umgeschwenkt sind, ruderte der Hersteller der E-Mail-Software Postbox im Januar zurück und bietet seitdem wieder eine Dauerlizenz zum Einmalkauf an. Nun kündigte der Entwickler des Clipboard-Managers Paste an, dass es die Software ab sofort nur noch als Abo gibt.

Die Kosten fallen dabei mit 0,99 Euro pro Monat oder alternativ 10,99 Euro pro Jahr relativ moderat aus, zumal im Preis die Nutzung sowohl der Mac- als auch der iOS-Version enthalten ist. Wer die Vollversion von Paste als Dauerlizenz erworben hat, kann diese weiterhin mit allen Funktionen verwenden, es gibt dafür jedoch keine Updates mehr, d. h. die Kompatibilität mit den für Herbst erwarteten Betriebssystemen macOS 10.16 und iOS 14 ist fraglich. Einzelheiten zum Abo-Modell erläutert der Hersteller in einem Blog-Eintrag.

 

 

Paste bietet eine visuelle Zwischenablage-Historie inklusive Organizer, einen automatischen und verschlüsselten Datenabgleich mit anderen Macs und iOS-basierten Geräten, eine Suchfunktion und Anpinnen von häufig genutzten Einträgen. Daneben gibt es verschiedene weitere Funktionen, beispielsweise lassen sich Formatierungen von kopiertem Text entfernen, bestimmte Programme (wie etwa Passwortmanager) von der Historie ausschließen oder eigene Tastaturkürzel anlegen. Auch das gleichzeitige Einfügen mehrerer Einträge ist möglich

Paste läuft ab macOS High Sierra bzw. ab iOS 13 und lässt sich 14 Tage lang kostenlos ausprobieren. Eine Alternative aus dem Open-Source-Bereich ist der Zwischenablage-Manager Clipy.

Kommentare

Abo? Ohne mich.

Als Clipboard Manager benutze ich seit Jahren "ClipMenu". Funktioniert zumindest bis Mojave einwandfrei und souverän.

Mein Tipp für eine Fantastical Alternative lautet "Calendar 366".

Vllt helfen die Infos jemanden, der auch kein Bock auf die neue Abo-Abzocke auf dem Mac hat.

Ronald

A) … der Preis muss stimmen. 

0,99 €/mtl. für beide Versionen macOS/iOS finde ich hier gerade noch hinnehmbar, während eine leicht bessere Kalendersoftware als die, die eh schon mit einem System inkl. ausgeliefert wird, mit 5,49 €/mtl. weit über das Ziel hinaus schießt. Das wird dann auch noch mal deutlich, wenn man für die gleichen Gebühren komplette Kollaboration-SW mit Cloud-Speicher bekommen kann. Also eine weitaus komplexere Software darstellt…

Die besagte Kalender-App dürfte hier max. 0,75 € bis 0,99 € kosten. Wenn der Entwickler dann damit nicht hinkommt, dann muss er das Produkt halt beerdigen oder sich was anderes überlegen. 

 

B)  … ein faires Lizenzmodell sollte es dazu geben.

Dieses, Du bezahlst nicht mehr, dann biste ohne Wenn und Aber raus, kommt halt dem sprichwörtlichen "Kunden-Arschtritt", mit dem Nachsatz, und komm bloß nicht wieder, beim Verlassen des Geschäfts gleich. 
Doch es geht ja anders, man könnte z.B. sowas wie ein Ansparmodell anbieten. Erreicht man z.B. mit den Abo-Gebühren einen bestimmten Gesamtbetrag, darf ich die Software in der jeweils aktuellen oder auch vorigen Version weiter benutzen. Ich glaube Sketch oder so, bietet z.B. so eine Möglichkeit.

Gerade Programmierern von "Me-Too" Software sollten sich überlegen, ob sie das mit dem Abo-Konzept, bzw. den "Kunden am langen Arm verhungern lassen" wirklich durch ziehen wollen.

Ich nutze z.B. seit Jahren TinkerTool System und kaufe dort auch immer die jeweils neuste Version – also mehr oder weniger im Jahrestakt. Letztlich ist das im Kern vllt. auch nichts anderes als ein Abo, doch hier sehe ich, dass die Software wirklich weiter entwickelt wird und wenn ich mal kein neues macOS System mehr möchte – dann hänge ich trotzdem nicht noch an Kosten, für eine dann nicht mehr weiterentwickelte Software-Version, nur damit ich sie dann aber noch voll nutzen kann. 

 

Fazit:

Ich verstehe, dass Programmierer, gerade kleine oder unabhängige konstanten Ertrag brauchen und/oder die Leistungen auch entlohnt werden müssen. Das kann mit einem Abo-Modell aber nur dann nicht zu einem Eigentor werden, wenn man sich über die beiden oben genannten Punkte wirklich im Klaren ist.

Ich habe Paste sowieso nicht oft verwendet, weil mir eine Vorsortierung nach Clip-Typ gefehlt hat, so etwa nach der Art von intelligenten Ordnern. Statt dessen wird viel Platz verschwendet und man darf durch eine endlose Reihe von Clips durchwischen. Das Abo hat mir nun die Entscheidung quasi abgenommen und ich habe die App überall gelöscht. Ich akzeptiere Abos, wo laufende Kosten beglichen werden müssen wie beim Musik- oder Videostreaming, bei Clouddiensten oder bei Webservern. Bei statischen Apps liegt die Hürde bei mir sehr hoch und Paste ist an ihr gescheitert.

Interessanterweise hat SnipNotes in der neuesten Version nun auf Wunsch die automatische Speicherung und Synchronisation von Clips im Funktionsumfang. Und es funktioniert super (als Tipp für Umsteiger)! 

... dann bleibt halt bei kostenlosen Produkten.

Ich bin selbst Entwickler, allerdings angestellt. Viele Kollegen, die kleine Software schreiben machen da ganz sicher keinen dicken Schuh mit. Einige sehr wenige vielleicht. Die haben dann aber auch meistens einige Angestellte.

Entwickeln ist besonders für die nativen Apple Plattformen eine nicht ganz lapidare Sache. Dafür hat man dann nicht eine lätschige Webanwendung, sondern eine native.

Wenn wir weiterhin einen Mittelstand an Software haben möchten, müssen wir was dafür tun - nämlich zahlen.

Eine gute Möglichkeit das zu tun ist Setapp: für ca. 10 Euro im Monat ca. 140 Apps abonnieren - darunter auch Paste, aber auch CleanMyMac, Ulysses, Fox und ich weiss nicht was. Wenn ich ne App für was brauche schaue ich in Setapp und probiere sie. Wenn ich sie gut finde, ist sie schon bezahlt, wenn nicht entferne ich sie wieder. Ist so ne Art Netflix für Apps.

Ach ja, und am Ende ein Auto-Argument. Frag Dich selbst: was gibst Du für Dein Auto im Monat aus? Parkst Du mit dem SUV vor Aldi?

;-)

Das Problem ist jedoch, dass es sich läppert, wenn man für alle genutzten Programme Abo-Gebühren entrichten müsste. Das steht doch in keinem Kosten/Nutzen-Verhältnis. Faire Bezahlung für gute Arbeit = klares Ja. Monatlich bis zu 10€ Abo-Gebühr für einzelne Apps (damit würde ich dann wohl locker an die 100€/Monat kommen) = klares Nein (jedenfalls für mich).

Setapp taugt nix (zu viele unnütze Apps; die Zahl von 170 Apps täuscht - zu viele Apps, die praktisch den gleichen Zweck haben) und rechnet sich weder für den Anbieter noch für die beteiligten Developer. IMHO machen sich die Developer ihr eigenes Geschäftsmodell kaputt, wenn sie sich für Cent-Beträge an Setapp binden.

Und nein, es ist kein "Netflix für Apps". Bei Netflix bekommt man ständig neuen Content. Bei Setapp bezahlt man, damit man etwas benutzen darf. Großer Unterschied. Bei etlichen der auf Abo umgestellten Abos ist die Weiterentwicklung trotz großspuriger Versprechungen praktisch zum Stillstand gekommen. Das ist das nächste Problem bei Abo statt Upgrade - die Entwickler kriegen ihr Geld so oder so. Früher mussten sie es sich durch attraktive Upgrades - zu recht! - verdienen.

Die Lage bleibt also schwierig. Im Zweifel spende ich dann lieber für ein Open Source Projekt als für die drölfte App ein Abo abzuschließen... Ich hoffe, dass genügend Developer die sprichwörtlichen Eier haben, sich der Abo-Seuche zu entziehen - ich hoffe (und bin mir eigentlich auch sicher), dass es eine große Zahl an Nutzern gibt, die das honorieren und Einmalkäufe und Upgrades bevorzugen.