Macs mit M1-Chip: Offizielle Geekbench-Werte, erste Cinebench-Tests

17. Nov. 2020 16:00 Uhr - Redaktion

Die ersten, herausragenden Geekbench-Testwerte von letzter Woche für den neuen M1-Chip bestätigen sich. Der Geekbench-Hersteller Primate Labs hat die drei M1-basierten Macs - MacBook Air, 13-Zoll-MacBook-Pro und Mac mini - zu Wochenbeginn in die offizielle Vergleichsdatenbank aufgenommen, da der Stichprobenumfang inzwischen groß genug ist, um plausible Durchschnittswerte zu bilden.

Im Single-Core-Test von Geekbench erreicht der M1 eine Punktzahl von knapp 1700 und ist schneller als alle bisherigen Macs und alles, was Intel aktuell zu bieten hat. Im Multi-Core-Test kommt der M1 auf Werte zwischen 7200 und 7400 Punkte, womit er selbst das 16-Zoll-MacBook-Pro mit Core-i9-Achtkerner (6900 Punkte) hinter sich lässt und nur knapp hinter dem iMac Pro mit acht Kernen liegt.

 
M1 Geekbench-Werte
 
Single-Core-Testwerte des M1 in Geekbench.
Bild: Primate Labs.

 

Auffällig ist, dass der M1 im Mac mini eine etwas höhere Multi-Core-Leistung bietet als im MacBook Air. Der M1-Chip ist in allen Systemen mit 3,2 GHz getaktet, hat aber vor allem im Mac mini, aber auch im 13-Zoll-MacBook-Pro, einen höheren Spielraum hinsichtlich der Wärmeentwicklung als im MacBook Air (aktive Kühlung vs. passive Kühlung). Um diese Spielräume messtechnisch zu erfassen, bedarf es Dauertests unter Volllast, indem beispielsweise Geekbench ständig erneut gestartet und die Anfangs- mit den Mittel- und Endwerten verglichen werden. Ergebnisse werden für die nähere Zukunft erwartet.

Geekbench-Testergebnisse für die Grafikleistung des M1 liegen indes noch nicht vor, die ersten GFXBench-Werte sind jedoch beeindruckend (MacGadget berichtete). Dafür hat der M1 inzwischen Einzug in die Cinebench-Datenbank gehalten. Cinebench testet die CPU-Leistung und verwendet andere Messmethoden als Geekbench, die länger laufen, womit wir wieder beim Thema dauerhafte Volllast wären, was für bestimmte Aufgabenstellungen von Bedeutung ist.

 
M1 Geekbench-Werte
 
Multi-Core-Testwerte des M1 in Geekbench.
Bild: Primate Labs.

 

Demnach erreicht der M1 in Cinebench eine Single-Core-Punktzahl von rund 1500 und eine Multi-Core-Punktzahl von rund 7500 Punkten, womit er im Single-Core-Bereich ebenfalls das 16-Zoll-MacBook-Pro klar hinter sich lässt (die direkten Intel-Vorgänger von MacBook Air, Mac mini und 13-Zoll-MacBook-Pro sowieso) und sich hier nur dem Core-i9-Achtkerner geschlagen geben muss.

Dies bestätigt uns indirekt in unserer Annahme, dass Apple im nächsten 16-Zoll-MacBook-Pro eine leistungsstärkere Variante des M1 (M1x? M1+?) verbauen dürfte. Denn bis zur zweiten Chip-Generation Ende nächsten Jahres (M2; basierend auf dem A15-Design) wird Apple sicherlich nicht mit der Aktualisierung des 16-Zoll-MacBook-Pro warten.

Dazu passen die Informationen des verlässlichen Bloomberg-Reporters Mark Gurman, wonach die Produktion eines 16-Zoll-MacBook-Pro mit Apple-Chip bald anlaufen soll. Ein M1X oder M1+ würde sich dann auch für die 13-Zoll-MacBook-Pro-Modelle mit vier Thunderbolt-Ports, den kleinen iMac und ein Mac-mini-Topmodell anbieten (inklusive Unterstützung für mehr Arbeitsspeicher). Ein guter Lesetipp ist diesbezüglich auch der Artikel "One More Thing: The M1 Macs" vom Apple-Insider John Gruber, der in die gleiche Richtung geht.

Kommentare

Apple hat geliefert. Gleich der erste Schuss musste sitzen, und er saß. Und wie. Quo vadis, Intel.

Den Ausführungen hinsichtlich M1x schließe ich mich an. Das ist die notwendige Schlussfolgerung für die Ausdifferenzierung des Lineups. Das wird so kommen. Gerne auch einfach als Doppler - 2x M1 auf einem Die.

Ich habe heute die ersten beiden M1 Macs für die Firma bestellt, zum Testen. Erstmal MBA und Mac mini in den kleinsten Configs. Gerade die Akku-Laufzeit wird unseren Außendienstlern zugute kommen. Das kann ein neues Zeitalter werden für den Mac.