Macs mit ARM-Prozessoren: Apple startet Auslieferung des Developer Transition Kits

30. Juni 2020 13:00 Uhr - Redaktion

Vor einer Woche ließ Apple auf der virtuellen Entwicklerkonferenz WWDC20 die Katze aus dem Sack: Macs werden in Zukunft von Apple-eigenen, ARM-basierten Prozessoren ("Apple Silicon") angetrieben. Um die Softwarehersteller bei dem Übergang zu unterstützen, bietet Apple einen speziellen Entwickler-Mac an. Dieses sogenannte Developer Transition Kit, kurz DTK, wird seit Wochenbeginn vom Computerkonzern ausgeliefert. Die Hersteller können damit ihre x86-basierte Mac-Software auf die ARM-Architektur umstellen.

Im DTK im Mac-mini-Gehäuse ist der vom iPad Pro bekannte Prozessor A12Z enthalten. Der A12Z dient laut Apple ausschließlich Portierungs- und Testzwecken und wird nicht in regulären Macs zum Einsatz kommen. Erste für Endkunden bestimmte Modelle mit Apple-Prozessoren sollen gegen Jahresende an den Start gehen und werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich schnellere CPUs als den A12Z enthalten. Apples Führungsriege hat inzwischen mehrfach verlauten lassen, dass nicht einfach iPad-Chips in den Mac gepackt werden, sondern speziell zugeschnittene Prozessoren.

 
Apple-Prozessoren für Macs
 
Aufbau der Apple-Prozessoren: Kommende Mobilmacs haben spezielle Stromsparkerne.
Bild: Apple.

 

Apple vergibt das DTK auf Leihbasis an registrierte Entwickler zum Preis von 500 US-Dollar. Neben dem A12Z sind 16 GB Arbeitsspeicher, eine 512-GB-SSD, WLAN nach 802.11ax, Bluetooth 5.0, Gigabit-Ethernet, HDMI 2.0, 2x USB-C und 2x USB-A an Bord. Thunderbolt-Unterstützung bietet das DTK nicht. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass Thunderbolt bei den kommenden Macs mit Apple-Prozessoren fehlen wird - Apple hat sich zu diesem Thema noch nicht geäußert. Es ist zu vermuten, dass Thunderbolt im DTK schlichtweg deswegen fehlt, weil der zwei Jahre alte A12Z die Schnittstelle nicht unterstützt.

Die Entwickler haben rund ein halbes Jahr Zeit, ihre Programme, Erweiterungen und Treiber an Macs mit ARM-basierten Prozessoren anzupassen. Mit Xcode 12 und den begleitenden Werkzeugen sollen "die meisten Entwickler" ihre Programme innerhalb weniger Tage an die ARM-Architektur umstellen können, so Apple. In der Präsentation demonstrierten die Kalifornier bereits ARM-native Versionen von Microsoft Office, Photoshop und Lightroom.

Laut Apple kommen die ersten Rechner mit ARM-CPUs gegen Jahresende auf den Markt. Stand heute würden wir eine Ankündigung im Zeitraum Mitte bis Ende Oktober und den Verkaufsstart für Anfang bis Mitte November erwarten. Noch nicht angepasste Software lässt sich via Rosetta 2 auf ARM-basierten Macs nutzen.

Zum Thema:

• Macs mit Apple-Prozessoren: Neuer Boot-Manager, Ersatz für Target-Disk-Modus, Booten von externen Volumes weiter möglich (25. Juni)

• x86-Software auf ARM-Macs: So funktioniert Rosetta 2 (25. Juni)

• Mehr Software für den Mac: iOS-Apps laufen ohne Anpassungen auf ARM-Macs (24. Juni)

• Parallels kündigt Unterstützung für ARM-Macs an - Windows-Kompatibilität noch nicht offiziell bestätigt (23. Juni)

• Es ist offiziell: Apple stellt Macs auf ARM-Prozessoren um - erste Systeme bereits gegen Jahresende (23. Juni)

Kommentare

Lt. Gerüchten soll die erste CPU, bzw. das erste Modell, zwölf Kerne haben (8+4). Auf Basis des A14 plus Mac-spezifische Features. Fürs 13" (oder dann 14") MBP wäre das doch ein idealer Start.

Hoffentlich dann mit vernünftiger Webcam und vllt. sogar Face ID. Die 720p Webcams im Mac haben keine gute Qualität.