16-Zoll-MacBook-Pro von Apple: Weitere Details und Analyse

15. Nov. 2019 15:00 Uhr - Redaktion

Mit dem zur Wochenmitte angekündigten 16-Zoll-MacBook-Pro hat Apple den nächsten Meilenstein in der 35jährigen Geschichte des Macs gesetzt. Es handelt sich dabei nicht nur um die bis dato leistungsstärkste mobile Mac-Workstation, Apple bekräftigt damit außerdem den vor über zwei Jahren eingeläuteten Strategiewechsel: Die verstärkte Ausrichtung auf die Bedürfnisse professioneller Mac-User.

Es begann im Frühjahr 2017, als Apple offen einräumte, sich mit dem Design des 2013er Mac Pro in eine Sackgasse manövriert und sich nicht genügend um die Anforderungen des Workstation-Bereichs gekümmert zu haben. Damals kündigte Apple einen neuen, modular aufgebauten und erweiterbaren Mac Pro (in Kürze erhältlich), einen speziell für professionelle Workflows konzipierten iMac (den seit Ende 2017 verfügbaren iMac Pro) und die Rückkehr ins Monitor-Geschäft an (das Pro Display XDR kommt gleichzeitig mit dem neuen Mac Pro auf den Markt).

Außerdem etablierte Apple ein Pro Workflow Team, dem nicht nur Apple-Entwickler und -Ingenieure, sondern auch Profi-User aus unterschiedlichen Branchen angehören. Das Ziel: Besser zu verstehen, wie Macs im professionellen Umfeld eingesetzt werden. Auch in anderen Bereichen war Apple nicht untätig: Der aktuelle Mac mini ist mit bis zu sechs Prozessorkernen und reichhaltiger Schnittstellen-Ausstattung mehr denn je eine Workstation für den kleinen Geldbeutel, an Macs lassen sich seit einiger Zeit via Thunderbolt 3 externe Grafikkarten zur Erhöhung der Leistung betreiben und schließlich verdoppelte Apple in MacBook Pro und iMac die Zahl der Prozessorkerne für einen erheblichen Performance-Zuwachs.

Darauf baut das neue 16-Zoll-MacBook-Pro auf. Apples Signal: Wir hören zu, reagieren auf Kritik und setzen Vorschläge um. Allen voran die Tastatur: Apple hat sich nicht nur vom problembehafteten Butterfly-Design verabschiedet und setzt wieder auf ein zuverlässiges Tastaturdesign mit bewährter und weiterentwickelter Scherenmechanik, sondern änderte auch drei kleine Details, die in der Summe sehr zu begrüßen sind: Erstens gibt es wieder eine physische Esc-Taste, zweitens Pfeiltasten in in umgekehrter T-Anordnung und drittens ein etwas größerer Abstand sowohl zwischen Touch-Bar-Leiste und Tastatur als auch zwischen den einzelnen Tasten.

 

 

Der nächste Punkt ist das Kühlsystem: Intel-Prozessoren bieten bekanntlich einen festen Basistakt und können bei Bedarf, wenn hohe Rechenleistung gefragt ist, die Taktrate erhöhen - die sogenannte Turbo-Boost-Technik. Das MacBook Pro wurde in der Vergangenheit immer wieder dafür kritisiert, die Turbo-Boost-Technik im dauerhaften Hoch- oder Volllastbetrieb nur unzureichend ausnutzen zu können (Taktrate deutlich unterhalb des Turbo-Boost-Maximaltakts), weil das Kühlsystem nicht hinterherkommt.

An diesem Punkt setzt das komplett überarbeitete thermale System des 16-Zoll-MacBook Pro an: Es zeichnet sich laut Apple durch größere Ventilatoren mit verlängerten Blättern und größeren Lüftungsschlitzen aus, was zu einer 28-prozentigen Erhöhung des Luftstroms führt, während der Kühlkörper 35 Prozent größer ist, was eine deutlich höhere Wärmeabfuhr als bisher ermöglicht. Resultat: Das 16-Zoll-MacBook-Pro bietet - obwohl die gleichen Prozessoren wie im 15,4-Zoll-Vorgänger zum Einsatz kommen - unterm Strich eine höhere Leistung, da im dauerhaften Hoch- oder Volllastbetrieb höhere Taktraten gefahren werden können als früher.

Mit einem leicht vergrößerten Display bei höherer Auflösung und Pixeldichte kommt Apple denjenigen Nutzern entgegen, die noch immer dem vor etlichen Jahren eingestellten 17-Zoll-Modell hinterhertrauern. Dank eines verkleinerten Displayrands ist das 16-Zoll-MacBook-Pro nur unwesentlich größer als der 15,4-Zoll-Vorgänger. Die Zeiten, in denen Apple-Produkte ständig dünner wurden, sind auch vorbei: Das 16-Zoll-MacBook-Pro ist zugunsten eines größeren Akkus (100 Wattstunden) für eine längere Laufzeit etwas dicker (analog zu den aktuellen iPhones).

Dass nun bis zu 64 statt zuvor 32 GB Arbeitsspeicher möglich sind, es bis zu acht TB große SSD-Laufwerke gibt, die neuen AMD-Grafikkarten eine bis zu doppelt so hohe Leistung liefern und die standardmäßig enthaltenen SSDs nun doppelt so groß sind - bei unveränderten Preisen - rundet den positiven Gesamteindruck ab. On top gibt es ein neues Hi-Fi-System mit sechs Lautsprechern.

Wo Licht ist, ist natürlich auch Schatten. Doch der Schatten ist relativ klein beim neuen 16-Zoll-MacBook-Pro. Dass die neue Funktechnik WLAN 6 (802.11ax) nicht unterstützt wird - obwohl dies bei den 2019er iPhones bereits der Fall ist - ist natürlich ein berechtigter Einwand. Anzumerken ist hier aber, dass WLAN 6 noch ganz am Anfang steht und es noch Jahre dauern wird, bis WLAN-6-fähige Router bei Nutzern, Firmen und Hotspot-Anbietern Standard sind.

Die Kamera löst weiterhin mit unzeitgemäßen 720p auf. Hier wäre ein Upgrade wünschenswert gewesen. Aber wer weiß: Vielleicht hält die Face-ID-Gesichtserkennung mitsamt TrueDepth-Kamerasystem und Mehrbenutzer-Unterstützung eines Tages beim MacBook Pro Einzug. Bei den kabelgebundenen Schnittstellen hat sich ebenfalls nichts geändert - dies war allerdings nicht anders zu erwarten. USB-C ist längst Standard und die langsamen, klobigen USB-A-Ports wünschen sich wohl nur absolute Romantiker zurück (zumal immer mehr Geräte drahtlos angebunden werden).

Unser Fazit: Das 16-Zoll-MacBook-Pro ist ein Schritt in die richtige Richtung und ein weiteres klares Bekenntnis von Apple, den Mac als eigenständige Produktkategorie in die nächste Dekade zu führen und sich wieder verstärkt an den Bedürfnissen der (professionellen) Nutzer auszurichten (natürlich ganz im eigenen Interesse, man möchte schließlich möglichst viele Rechner verkaufen). Man benötigt keine Glaskugel für die Prognose, dass viele der im 16-Zoll-MacBook-Pro implementierten Verbesserungen nächstes Jahr auch dem 13,3-Zoll-MacBook-Pro zugute kommen dürften - möglicherweise dann als 14-Zoll-Modell.

Weitere Details zum 16-Zoll-MacBook-Pro:

• Das 16-Zoll-MacBook-Pro kann gleichzeitig zwei Pro Displays XDR (6016 mal 3384 Bildpunkte) bzw. zwei 5K-Monitore oder gleichzeitig vier 4K-Bildschirme (4096 mal 2304 Bildpunkte bei 60 Hz) ansteuern.

• Es gibt nicht nur ein neues Hi-Fi-System mit sechs Lautsprechern, sondern auch ein neues Mikrofonsystem. Das 16-Zoll-MacBook-Pro verfügt laut Apple über einen Ring aus drei Mikrofonen in Studioqualität mit hohem Signal-Rausch-Verhältnis und gerichtetem Beamforming.

• Das 15,4-Zoll-MacBook-Pro wurde eingestellt. Restbestände werden vergünstigt über den Fachhandel verkauft. Außerdem wird es weiterhin im Refurbished-Store (generalüberholte Geräte) von Apple angeboten.

• Das Servicepaket AppleCare+ kostet unverändert 449 Euro. Es verlängert die Herstellergarantie und den technischen Support auf drei Jahre. Inbegriffen sind außerdem zwei Reparaturen bei unabsichtlichen Beschädigungen gegen eine geringe Gebühr.

• Die Nachfrage ist offenbar enorm: Binnen zwei Tagen sind die Lieferzeiten auf drei Wochen geklettert. Ein heute bestelltes Gerät trifft erst Anfang Dezember beim Kunden ein. Bis eine breite Verfügbarkeit des 16-Zoll-MacBook-Pro im Fachhandel gegeben ist (und die Preise anfangen, zu sinken) dürfte es Januar werden.

Zum Thema

• Trotz identischen Prozessoren: 16-Zoll-MacBook-Pro dank neuem Kühlsystem schneller als Vorgängermodell (26. November)

• 16-Zoll-MacBook-Pro: Auslieferung angelaufen, in Apple-Ladengeschäften verfügbar (19. November)

• Apple: 16-Zoll-MacBook-Pro unterstützt variable Bildwiederholraten (18. November)

• AMD nennt Details zu Grafikkarten des neuen 16-Zoll-MacBook-Pro (14. November)

Kommentare

Danke für die detaillierte Auflistung!
Unter dem Punkt Schatten sind aber drei wichtige Punkte vergessen worden:

  1. Fest verlötete SSD
  2. Fest verlötetes RAM
  3. Kein Ethernet Anschluss
     

Gerade wegen der fest verlöteten SSD kann ich mit so etwas nicht arbeiten. Professionell ist das nämlich nicht. Wofür steht eigentlich das Pro in MacBook Pro?

War ja klar, dass sofort die Hater aus ihren Löchern kommen.

Statt einmal anzuerkennen, dass Apple diesmal richtig Gutes geleistet hat, wird wieder gemeckert und es werden absolute Non-Faktoren aufgezählt. Typisch.

Schraubst du auch noch selbst an deinem 70k-Mittelklasse-Auto herum? Wir haben kein 1995 mehr.

Bei der heutigen, komplexen und extrem miniaturisierten Technik würde ich niemals auf die Idee kommen, an teuren Geräten selbst herumzupfuschen. Mal mit dem Schraubenzieher abgerutscht, ein Kontakt verbogen oder nicht richtig geerdet und schwupps ist das Teil hinüber.

Außerdem: Echte Profis wissen um ihren Bedarf und bestellen ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Gerät. Und wenn ich weiß, dass vielleicht eines Tages 16 GB zu knapp werden könnten, dann bestelle ich eben gleich ein Gerät mit 32 GB. Das Gerät wird schließlich viele Jahre genutzt, da fällt der Aufpreis auf die jährlichen Kosten gerechnet nicht ins Gewicht.

Der klobige Ethernet-Port wurde leider nie verkleinert und ist zurecht aus Profi-Notebooks (nicht nur Apple) rausgeflogen. Thunderbolt 3 ist viel schneller und gleich 4x vorhanden.

Bestimmt wird gleich geheult, dass auch DVD und FireWire fehlen.

Ich finde das neue 16" MacBook Pro ein klasse Gerät und es steht auf meiner Kaufliste oben. Ich habe bewusst 2016-2018 ausgelassen wegen den diversen Geschichten (die es zurecht zu kritisieren galt!). Aber jetzt hat Apple geliefert. Schade halt nur, dass im heutigen Internet nur immer und immer die negativen Sachen gesehen werden. Was für eine negative Gesellschaft wir doch haben.

Da mus ich Olipso recht geben, dass Peripherie wie Ram und Laufwerk fest verlötet sind (und fast sämtliche Standardschnittstellen fehlen), mag ein klein wenig Platz sparen, hat aber nichts mit professionell zu tun, sondern stellt ein Wegwerfprodukt für gedankenlose Konsumenten der gehobenen Gehaltsklasse dar.

Für mobile Eisätze habe ich immer noch ein MBP late 2011, das ist nicht nur beliebig durch den Nutzer konfigurierbar und hat alle benötigten Schnittstellen onboard, sondern hat einen professionellen matten Bildschirm und ein für ältere Musiker unverzichtbares optisches Laufwerk. Ich spare also eine Tasche voller Spielzeug, wen ich unterwegs bin und muss mich nicht um die Umgebungsbeleuchtung scheren.

Schön finde ich , dass sich Apple endlich mal (wenn es den wirklich so wie angegeben funktioniert) um die Kühlung gekümmert hat. Standig unter Volllast zu arbeiten ist mit meinem MBP leider nicht möglich, und auch einer der Hauptgründe, warum auch die neueren MBPs ein NoGo für mich waren ...

Hallole,

es ist sehr schade das wieder eine Chance vertan wurde. Aber Fakt ist leider mach alles raus verkaufe es als "One more thing...." und biete es über den Zubehörhandel an. Das nenn ich mal ne Lizenz zum Geld drucken....
Das können die Kommentare drehen und wenden wie Sie wollen. Apple will max. Gewinn machen und dafür ist eben alles  Recht, es muss nur als Fortschritt und Evolution verkauft werden. Ist ja auch einen AG und kein Sozialverein....

Schade.....👎

1) Die Standard-Schnittstelle IST schon seit längerer Zeit USB-C (+ WLAN/Bluetooth). Wacht mal auf. Bei Apple gibts Thunderbolt 3 obendrauf = ordentlich Leistung und Vielseitigkeit

2) Ein Notebook ist kein Desktop. Ich muss da @freestyle recht geben, dass User-Fummeleien bei kompakten Systemen i. d. R. mehr kaputtmachen als sie nützen.

3) Für den größten Teil der Nutzer spielt nach meiner Erfahrung der letzten Jahre die Austauschmöglichkeit z. B. für SSD überhaupt keine Rolle.

4) Macs haben einen sehr hohen Wiederverkaufswert.

5) Dadurch kann man problemlos einen Rechner, der nicht mehr reicht bzw. bei CPU/RAM/SSD zu knapp bemessen ist, für eine gute Summe weiterverkaufen und schafft sich dann eben einen neuen, passenderen Mac an - ohne unterm Strich viel auszugeben.

6) Das hat mit "Wegwerfprodukt" absolut nichts zu tun. Wer mit solchen Begriffen unterwegs ist oder behauptet, er/sie könne wegen einer nicht-wechselbaren SSD mit dem Gerät "nicht arbeiten", braucht sich über den Bashing-Vorwurf nicht wundern @Uli+@Olipso.

7) Ethernet ist wichtig im Business-Umfeld. ALLE Computer-Hersteller haben es aber versäumt, den uralten Stecker zu verkleinern für moderne Laptops - was technisch überhaupt kein Problem gewesen wäre (und ja, ich verfluche den elendigen RJ45). Aber der Zug ist abgefahren.

8) Da Ethernet fehlt, wäre es m. M. angebracht gewesen, das neue 16" MBP mit dem neuesten, deutlich schnelleren WLAN 6 auszurüsten. Aber letztlich ist das verbaute WLAN 5 für die meisten User schnell genug.

9) Ich hatte noch keinen Mitarbeiter, der explizit ein "mattes" Display wollte. Für bestimmte Bereiche ohnehin ein No-Go. Matt ≠ entspiegelt.

10) Bitte endlich gedanklich sich von 10 Jahre altem Computer-Denken lösen und mal nen Schritt nach vorne machen. Ohne die u. a. maßgeblich durch Apple vorangetriebene Evolution hätten wir heute noch Floppydisk, verkratzende Silberscheiben, überwiegend Festplatten, miese Displayauflösungen, serielle/parallele Monster-Schnittstellen und anderen Ballast. Apple hat viel, zum Teil mit zu hoher Geschwindigkeit (gebe ich zu) vorangetrieben, aber rückblickend die letzten 20 Jahre hatten sie in den meisten Sachen einfach recht.

Also, ich hätte es in diesem Fall weniger polemisch formuliert, schließe mich der Kritik am Vorwurf der Unprofessionalität jedoch inhaltlich an. Dabei stehe ich Apple und deren Produkten durchaus selbst kritisch gegenüber. Hier geht es aber um etwas anderes.

@Olipso: Weil dieser Vorwurf immer wieder zu lesen ist, bitte ich an dieser Stelle um eine nähere Definition von Professionalität.

Insbesondere interessiert mich ehrlich, weshalb das Arbeiten mit einer fest verlöteten SSD eingeschränkt sein sollte.

Folgendes Szenario:

Es wird ein MBP beruflich und professionell genutzt.
Das bedeutet, sein Nutzrahmen umfasst die industrieüblichen vier bis fünf Jahre Abschreibungszeitraum.
Die Lebensdauer einer aktuellen SSD übersteigt auch bei intensiver Schreibbelastung diese Zeitspanne deutlich, wenn nicht gar bei weitem.
Sollte es wider Erwarten dennoch zu einem Ausfall kommen, nimmt man Apple Care+ oder die Dienstleistung des jeweiligen Hardware-Versorgers in Anspruch und lässt den Defekt tauschen. Die Kosten dafür zahlt man - da professionelles Umfeld - aus der Portokasse. Wenn sie nicht bereits mit dem Dienstleistungsvertrag abgedeckt sind. Anschließend wird das aktuelle Backup zurückgespielt und weitergearbeitet.

Das ist für mich professionelles Arbeiten. Jetzt die Kernfrage: Inwiefern bringt eine nicht verlötete SSD in diesem Umfeld Vorteile?
Sie macht wegen der nötigen Schnittstellentechnik das Gerät dicker, klobiger und schwerer und führt dazu eliminierte mögliche Fehlerquellen - Defekte der Steckerschnittstelle und SSD-Befestigungen durch Abnutzung, Transporte und Erschütterungen - wieder ein. Gerade im rauen Roadwarrior-Alltag sind das grobe Nachteile.

Der Nutzer des MBP fummelt zudem hoffentlich nicht selbst an der Hardware herum, das wäre reichlich unprofessionell, sondern überlässt das Technikern, die sich mit der Hardware besser und bestens auskennen. Zudem hat man im professionellen Rahmen immer Austauschgeräte auf Lager. Im Zweifel wechselt man beim Verdacht eines Defektes also gleich das ganze Gerät, damit der Nutzer möglichst unterbrechungsarm und zeitnah weiterarbeiten kann.

Vielleicht bin ich auf einem Holzweg, aber ich kann bei professioneller Nutzung eines MBPs nirgends einen signifikanten Vorteil wechselbarer SSDs erkennen.

Das RAM braucht man auch nicht zu tauschen. Im Zweifel nimmt man maxed-out, wenn man den genauen Bedarf im Vorfeld nicht kennt. Fertig. Professionelle Workstations und Server bestückt man ja auch stets mit dem maximal Möglichen, aus genau diesem Grunde. Am RAM zu sparen, ergibt in einer Profi-Umgebung keinen Sinn.

Bei der Ethernet-Schnittstelle stimme ich McRobin zu. Sie ist viel zu klobig für moderne Geräte. In diesem Fall halte ich einen USB-C-auf-Ethernet-Adapter für einen im wahrsten Sinne des Wortes tragfähigen Kompromiss.

Unterm Strich ziehe ich als Nutzer und als Admin schlanke, leichte, portable Geräte den tonnenschweren Trümmerteilen der Vergangenheit bei weitem vor. Das bedeutet aber auch, dass man sich von einigen vermeintlichen Vorteilen dieser allmählich mal verabschieden muss.

@Moranaga: Heutzutage muss man sich ja für kritische Worte schon voreilend entschuldigen, damit man nicht gebasht wird. Daher nur kurz: Ich finde die Apple Systeme in ihrer Usability unschlagbar!

Für mich wird es aber keinen Rechner mit verlöteter SSD geben. Ich hatte bisher in fast allen meiner Apple Rechner defekte Festplatten, Grafikchips oder Mainboards. So ärgerlich das auch war, habe ich die Festplatte ausgebaut und konnte an einem anderen Mac an meinen Projekten direkt weiterarbeiten. Und als die Reparatur abgeschlossen war, das Gleiche. Vor allem, meine Daten haben nie meine Büros verlassen (ich weiß, total rückständig). Und wenn die Festplatte defekt war, schnell eine neue eingebaut und das Backup zurückgespielt (wäre heute ein Totalschaden des teuren Macs).

Und RAM braucht man nach ein paar Jahren mehr als zum Zeitpunkt des Kaufs. Dann ist dieser meistens wesentlich günstiger (ich weiß, sowas nennt man knausrig. Tschuldigung). Schön, wenn man ihn dann schnell (wie im MacMini) aufrüsten kann. :-)

In meinen fast 10 Jahren hier in der Firma hatten wir von 100+ Macs exakt 2 MBP, die wegen eines SSD- bzw. Motherboard-Schadens ausgefallen sind. Die wurden vom Partner-Systemhaus anstandslos getauscht (wir haben mehrjährige Serviceverträge). Es gab deutlich häufiger Display-Probleme (zum Teil durch Apple Reparaturprogramme abgedeckt) als Probleme mit den Massenspeichern oder dem Board. Bei uns: 60% der Geräte sind MBP (Außendienstler), dann noch einige MBA, Rest Desktop (alle Baureihen). Im Vergleich zu den ebenfalls bei uns eingesetzten Windows-Systemen sind die Hardware-Probleme bei Apple-Geräten wesentlich niedriger.

Ich kann schlichtweg diese Argumentation nicht nachvollziehen, sich bei mobilen Macs auf die fest integrierte SSD einzuschießen. Da bin ich ganz und zu 100% bei @Moranaga.

Smartphones und Tablets haben fest integrierte SSDs - iPhone seit 2007. Da gibts auch keine Probleme. Die von Apple eingesetzten SSDs gehören zum allerfeinsten, was auf dem Markt zu haben ist. Das ist aus meiner Sicht ein No-Brainer. Und über die Notwendigkeit von mehrfachen Backups im Business-Umfeld brauchen wir erst gar nicht reden.

Dass man Desktops aufrüsten können sollte, keine Frage. Ist ja bei Apple seit einiger Zeit wieder der Fall. Aber bei Notebooks. Schlichtweg nein.

Ich weiß nicht was dagegen spricht beides anzubieten, ein Gerät smart und leicht für die Internetcafé-Szene, und eines einen cm dicker, mit allen Anschlüssen und selber konfigurierbar - wie vor acht Jahren ... für meine Bedürfnisse muss ein Mobilrechner ein kompakter Desktoprechner sein, den man gut mitnehmen kann. Jetzt noch über verkleinerte Ethernetstecker nachzudenken halte ich für nicht zielführend, Thunderbolt ist ja auch schon mit Vorsicht zu benutzen ;-)

@Olipso: Usability ist das, was auch mich von Apple überzeugt hat. Dennoch gibt es auch dort Bugs und technische Fehlentscheidungen.

Defekte Grafikchips und Mainboards habe ich bei unseren Geräten innerhalb ihres Lebenszyklus noch nicht erlebt. Fairerweise gesagt, bei den stationären Windows-Kleinbüchsen auch nicht. Wenn das gehäuft passierte, würden wir vermutlich schlicht den Zyklus verkürzen.

Festplatten-Vollverschlüsselung existiert, von daher ist die Sorge um Daten auf -trägern, die den eigenen Verfügungsbereich in Richtung eines vertraglich verpflichteten Dienstleisters verlassen, heute vielleicht wirklich nicht mehr zeitgemäß. Aber ich will nicht urteilen, da ich den Datentyp nicht kenne. In meinem Arbeitsbereich (zertifizierte Sicherheitsumgebung) wird sie für ausreichend erachtet.

Ist es beim RAM wirklich so, dass sich das Aufrüsten wirtschaftlich rechnet? Ich habe eher erlebt, dass, wenn das RAM knapp wurde, auch die übrigen Ressourcen (CPU, Grafik, Speichermedien) nicht mehr oder kaum noch den Anforderungen genügten. Aufrüsten wäre ein Hinauszögern der ohnehin nötigen Neubeschaffung gewesen. Dann lieber abschreiben und aktuelle Hardware einsetzen, ist meine Haltung. Aber das ist immer eine Frage des jeweiligen Einsatzgebiets.

Eine kleine, aber lautstarke Minderheit meckert herum, während die große Mehrheit mit Apple-Produkten (weitgehend) zufrieden ist und sie im Stillen genießt und damit arbeitet.

Ich bin sehr froh, dass mobile Rechner auch mobil bleiben und Apple nicht auf die paar Hanseln hört, die eine Rückkehr zu fetten, schweren, klobigen und hässlichen Kisten fordern, nur weil sie offenbar unbedingt 1x pro Woche an Festplatte und RAM rumschrauben wollen. Manchmal frage ich mich, warum solche Leute überhaupt noch in Apple Foren unterwegs sind, wenn sie doch offenkundig gar keine Apple Produkte mehr einsetzen wollen!?!

Das 16" MacBook Pro ist ein tolles Gerät, das in der Zielgruppe seine Käufer finden wird. Was man so liest, überwiegen die positiven Stimmen deutlich.

Nur mal als Beispiel, lest Euch das sehr gute Review von John Gruber (Daring Fireball) durch. Der ist zwar grundsätzlich Apple positiv gestimmt und mit Apple gut vernetzt, was ihn aber nicht davon abhält, immer mal deutliche kritische Worte zu finden (z. B. zum anfälligen Butterfly-Keyboard oder zuletzt auch zur Qualität von iOS 13). Was Gruber schreibt, hat meist Hand und Fuß. Ich bin mal so frei und verlinke das hier

https://daringfireball.net/2019/11/16-inch_macbook_pro_first_impressions

This is a MacBook you can once again argue is the best laptop hardware money can buy.

@Simon: Der letzte Satz ist unsachlich und ein unfairer Angriff.

Es ging darum, dass es mobile Apple-Produkte mit austauschbaren Komponenten geben solle.

Kein SD-Card Reader.........?  Wieviel Gramm wiegt das nötige Zubehör denn mehr? 

"Für mich wird es aber keinen Rechner mit verlöteter SSD geben. Ich hatte bisher in fast allen meiner Apple Rechner defekte Festplatten, Grafikchips oder Mainboards. So ärgerlich das auch war, habe ich die Festplatte ausgebaut und konnte an einem anderen Mac an meinen Projekten direkt weiterarbeiten. Und als die Reparatur abgeschlossen war, das Gleiche. Vor allem, meine Daten haben nie meine Büros verlassen (ich weiß, total rückständig). "

Ich schlage vor du legst dir ein NAS an und syncst dir deine Daten über deine eigene Cloud. dann haste alles über die Geräte hinweg parat. Das Festplatten hin und her gedudele ist voll retro-90er 

"Vor allem, meine Daten haben nie meine Büros verlassen (ich weiß, total rückständig)"

Verschlüsseln des Accounts ist aber auch nicht rückständig, wenn dein Book oder ähnliches ausser Haus sind zb Reparatur, und wenn bei einer Reparatur dann mal die SSD getauscht wird zusammen mit dem Board, dann kannst du die Festplatte löschen vor dem Tausch.

Du weisst ja auch, das wenn du eine Festplatte über Endgeräte hinwegtauschst, das dir dann diverse Prozesse das sofortige weiterarbeiten erschweren, die zu weiten teilen mit Apple direkt nichts zu tun haben ( deaktivieren der Lizenz auf alter Hardware reaktivieren usw usw, und das dann auch wenn du den Zweitrechner wider mit der ursprünglichen HD Weiterbetreiben willst nachdem die Störung auf Rechner 1 beseitigt wurde hehe. Es gibt da inzwischen eh einen gewissen Aufwand.  Wenn du also ein Zweitgerät eh da hast, dann sync die Daten da drauf, und arbeite fast übergangslos weiter.

" Und wenn die Festplatte defekt war, schnell eine neue eingebaut und das Backup zurückgespielt (wäre heute ein Totalschaden des teuren Macs)." 

Diese relativ häufigen HD-Reparaturen lagen ja an den beweglichen Teilen. Das ist lange vorbei. Ich selbst hatte bisher etliche Books mit SSD und das ja nun seit vielen Jahren. Da gibts keine Ausfallraten, die das Festhalten an alter klobiger Technik noch rechtfertigen.